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11.09.2012

10:10 Uhr

Xstrata-Übernahme

Katar lässt Glencore weiter zappeln

36 Milliarden Dollar hat der Rohstoffriese Glencore für den Bergbaukonzern Xstrata geboten, die Offerte kurzfristig erhöht. Ob das den Großaktionären aus Katar reicht? Diese wollen sich mit der Entscheidung Zeit lassen.

Xstrata, das Objekt der Begierde. AFP

Xstrata, das Objekt der Begierde.

LondonAuch nach der um zwei Milliarden Dollar aufgebesserten Offerte des Rohstoffriesen Glencore für den Bergbaukonzern Xstrata hat Großaktionär Katar seinen Widerstand noch nicht aufgegeben. „Qatar Holding will deutlich machen, dass noch keine Entscheidung darüber gefallen ist, ob das verbesserte Angebot angenommen wird oder nicht“, teilte der Fonds am Dienstag mit.

Der in der Schweiz ansässige Glencore-Konzern hatte am Freitag in letzter Minute mehr Geld auf den Tisch gelegt, um den Golfstaat doch noch umzustimmen und bietet nun für jedes Xstrata-Papier 3,05 eigene Aktien anstatt wie bislang 2,8 Anteilsscheine. Damit erhöht sich das Gebot auf insgesamt 36 Milliarden Dollar.

Als zweitgrößter Xstrata-Aktionär hatte Katar das bisherige Gebot als zu niedrig zurückgewiesen. Der Bergbaukonzern Xstrata teilte am Montag mit, in den kommenden zwei Wochen über das aufgebesserte Übernahmeangebot zu entscheiden. Die Fusion wäre der größte Zusammenschluss in der Branche seit 2007. Glencore und Xstrata versprechen sich milliardenschwere Einsparungen und einen Vorsprung, um die massive Rohstoffnachfrage aus China und anderen Schwellenländern bedienen zu können.

Der Zusammenschluss von Glencore und Xstrata

Mega-Fusion in der Rohstoffbranche

Bei einer Fusion des Rohstoffhändlers Glencore und des Bergbauunternehmens Xstrata entstünde ein Mega-Konzern, der vom Abbau von Industriemetallen und Brennstoffen bis hin zum Handel und Verkauf an den Endkunden alle Wertschöpfungsstufen abdeckt.

Glencore

Das 1974 vom Schweizer Rohstoffhändler Marc Rich gegründete Unternehmen Glencore (Global Energy Commodity and Resources) gilt als weltgrößter Rohstoffhändler. Es handelt mit Metallen und Mineralien wie Aluminium, Zink, Kupfer, Nickel, Kobalt und Eisenerz, aber auch mit Rohöl, Kohle und Koks. Drittes Standbein ist der Verkauf von Agrarprodukten wie Weizen, Gerste, Zucker, Mais und Speiseöl. Glencore beschäftigt mehr als 58.000 Menschen über 30 Ländern. An Xstrata hält das Unternehmen bereits rund 34 Prozent.

Xstrata

Die Wurzeln des weltweit tätigen Schweizer Bergbauunternehmens reichen bis ins Jahr 1926 zurück, als die Firma unter dem Namen Südelektra AG gegründet wurde. 1999 benannte sich das Unternehmen in Xstrata um und operiert inzwischen mit mehr als 70.000 Mitarbeitern in über 20 Ländern. Im Mittelpunkt stehen der Abbau von Kohle, Kupfer, Nickel und Zink sowie Legierungen für die Stahlindustrie und Technologien für den Bergbau. Der Umsatz lag 2011 bei rund 33,9 Milliarden US-Dollar.

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