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27.08.2015

19:40 Uhr

Yasminelle, Yasmin, Yaz

Bayer nun auch in Deutschland wegen Antibabypille vor Gericht

Seit Jahren stehen Antibabypillen von Bayer im Verdacht, Thrombose zu verursachen. 1,9 Milliarden US-Dollar hat der Pharmakonzern seither an Geschädigte gezahlt. Jetzt kommt der erste Fall in Deutschland vor Gericht.

Seit Jahren tobt die Diskussion um die Thrombose-Risiken der Bayer-Produkte Yaz, Yasmin und Yasminelle. ap

Langer Streit

Seit Jahren tobt die Diskussion um die Thrombose-Risiken der Bayer-Produkte Yaz, Yasmin und Yasminelle.

BerlinBayer muss sich nun auch vor einem deutschen Gericht wegen möglicher Gesundheitsrisiken seiner Antibabypille Yasminelle verantworten. Am 5. November eröffne das Landgericht Waldshut-Tiengen einen Zivilprozess, bestätigte der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern am Donnerstag einen Vorabbericht der „Wirtschaftswoche“. Es gehe um Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen einer Klägerin, die behauptet, dass sie durch die Einnahme von Yasminelle eine Thrombose bekommen hat. Der Dax –Konzern erklärte, die Ansprüche seien unbegründet.

Die juristische Auseinandersetzung um die Thrombose-Risiken der Verhütungsmittel Yaz, Yasmin und Yasminelle währt schon seit Jahren und wurde bisher vor allem in den USA ausgetragen. Bis Anfang 2015 schloss Bayer 9000 Vergleiche in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Dollar ab, allerdings ohne eine Verantwortung anzuerkennen. Weltweit erlöste Bayer im vergangenen Jahr mit den drei Pillen 768 Millionen Euro.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Frau Christina Dörr

28.08.2015, 07:34 Uhr

Mitte Februar 2013 lag die Zahl der Klagen in den USA bei rund 10.000. Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor, den Bayer am Donnerstag veröffentlichte. Bis zum 12. Februar hat Bayer Chart zeigen demnach ohne Anerkennung einer Haftung Vergleiche mit 4800 Anspruchstellerinnen in den USA vereinbart. Ähnliche vergleichswürdige Fälle aufgrund venöser Blutgerinnsel (Thrombosen) seien noch bei etwa 3200 Antragstellerinnen möglich. In den USA währt die gerichtliche Auseinandersetzung um Thrombosegefahren von Antibabypillen, die den Wirkstoff Drospirenon enthalten, schon Jahre. Zu diesen Produkten zählen auch die Bayer-Mittel.

Bayer schließt jedoch nur Vergleiche mit Klägerinnen ab, bei denen gefährliche Blutgerinnsel, etwa Venenthrombosen oder Lungenembolien, aufgetreten sind. Venenthrombosen werden durch Blutgerinnsel in den Gefäßen ausgelöst. Wandern sie in die Lunge oder in das Gehirn, kann es zu gefährlichen Lungenembolien und Schlaganfällen kommen.

Im November 2013 starben 14 Frauen nach Einnahme der Pille in der Schweiz.

Mich persönlich verwundert es, dass die Antibabypillen mit dem/den betreffenden Wirkstoffen nicht schon längst aus dem Verkehr gezogen bzw. verboten wurde. Aber natürlich ist das ja auch eine Milliarden-Dollar-Industrie.

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