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23.05.2011

16:18 Uhr

Zahl des Tages - Sony

Selbstgemachte Katastrophe

VonOlaf Wittrock

Sony rechnet für das abgelaufene Geschäftsjahr mit 2,25 Milliarden Euro Miesen. Schuld daran ist längst nicht nur der Tsunami.

2,25 Milliarden Euro Minus erwartet der japanische Elektronikriese Sony für das im März abgelaufene Geschäftsjahr. Der Verlust ist damit mehr als doppelt so hoch als das bisherige Rekordminus aus dem Jahr 2009 und mehr als sechs Mal so hoch wie der Vorjahres-Verlust.

Der US-amerikanische Sony-Konkurrent Apple machte allein im vergangenen Quartal, von Januar bis März, fast genauso viel Gewinn: über zwei Milliarden Euro. Das schlägt sich auch an den Börsen nieder: Sony-Aktien verloren seit Jahresbeginn ein Drittel an Wert. Ergebnis: Apple ist heute an der Börse fast zwölf Mal so viel wert wie Sony. Der koreanische Konkurrent Samsung kommt immer noch auf die vierfache Marktkapitalisierung.

Sony will den dritten Jahresverlust in Folge gern auf den Tsunami schieben. Doch der kostete gerade mal 148 Millionen Euro, trug damit also nur rund sechs Prozent zu dem aktuellen Verlust bei. Mehr als zwanzig Mal so viel kostete den Konzern die Abschreibung einer Steuergutschrift im letzten Quartal. Im nächsten Jahr geht es dann richtig los mit den Tsunami-Kosten: Allein die Kosten für Reparaturen, Umzüge und Aufräumarbeiten berechnet Sony mit 95 Millionen Euro. Insgesamt werden die Tsunami-Folgen den Konzern bis März 2012 sogar 1,3 Milliarden Euro kosten – also acht Mal so viel wie im abgelaufenen Geschäftsjahr. Weitere 122 Millionen Euro wird der Hacker-Angriff auf das Spiele-Netzwerk des Sony-Vorzeigeproduktes Playstation den Konzern kosten.

Im laufenden Geschäftsjahr wollen die Japaner zumindest in Sachen Tablet-PCs zu Konkurrent Apple aufschließen. Würde die Sony S1 zum selben Preis wie das I-Pad verkauft, müssten die Japaner allerdings bis März 2012 mindestens 380.000 der Mini-Notebooks verkaufen, allein um die Umsatzeinbußen des vergangenen Geschäftsjahres auszugleichen. Dann erst könnten die Japaner mit der Aufholjagd beginnen. Die Schere, die sich inzwischen bei der Börsenbewertung zwischen den Konkurrenten auftut, zeigt allerdings: Investoren sind überzeugt davon, dass das so bald gelingen kann.

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