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28.04.2011

10:41 Uhr

Zahlen des Tages im Überblick

Welche Firmen ihre Aktionäre beglücken

Heute öffnen zahlreiche große Unternehmen die Bücher. SGL Carbon meldet einen Gewinnsprung von 60 Prozent und Procter & Gamble kappt die Prognose. Die Quartalsberichte im Überblick.

SGL startet mit deutlichem Umsatz- und Gewinnplus ins Jahr. Quelle: SGL Group

SGL startet mit deutlichem Umsatz- und Gewinnplus ins Jahr.

Dax-Firmen

Deutsche Börse mit bestem Jahresstart seit 2008

Die Deutsche Börse hat überzeugende Quartalszahlen vorgelegt. Wie der Eschborner Handelsbetreiber heute mitteilte, stieg der Konzernüberschuss im ersten Quartal um 36 Prozent auf 212,8 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse kletterten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 558,6 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg von rund sechs Prozent gerechnet. Die Deutsche Börse profitierte zuletzt von der gestiegenen Handelsaktivität der Investoren.

Besser als erwartet kommt der Dax-Konzern auch bei seinem Kostensenkungsprogramm voran. Für 2011 rechne der Konzern mit Einsparungen von 115 Mio. Euro statt der ursprünglich angepeilten 85 Mio. Euro, sagte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer.

Deutsche Bank: Ackermann zeigt es den Skeptikern

Die Deutsche Bank hält dank unerwartet robuster Geschäfte im Investment-Banking Kurs auf ihre Rekordziele. Vorstandschef Josef Ackermann bekräftigte am Donnerstag, 2011 solle ein Vorsteuergewinn aus den operativen Geschäftsbereichen von zehn Milliarden Euro in den Büchern stehen. Für das erste Quartal wies das größte deutsche Geldhaus einen Vorsteuergewinn von drei (Vorjahreszeitraum: 2,8) Milliarden Euro aus - und verblüffte damit die Analysten, die eigentlich einen Rückgang erwartet hatten. Allein die Investmentbank steuerte in den ersten drei Monaten 2,6 Milliarden bei. Auf mittlere Sicht will sich Ackermann zwar unabhängiger vom schwankungsanfälligen Investment-Banking machen. In diesem Jahr soll es aber mit 6,4 Milliarden Euro abermals den Löwenanteil zum Konzerngewinn beitragen. Vom Filial- und Firmenkundengeschäft erwartet der Vorstandschef im Gesamtjahr einen Ergebnisbeitrag von 1,6 Milliarden Euro.

Im ersten Quartal gaben dem Privatkundengeschäft die Übernahme der Postbank und die Aufstockung bei der chinesischen Hua Xia Bank den erhofften Schub. Der Branchenprimus wies im Geschäft mit Privatkunden und in der Vermögensverwaltung (PCAM) am Donnerstag einen Gewinn vor Steuern von 978 Millionen Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es nur 184 Millionen gewesen. Mit dem Ausbau dieser Bereiche will die Deutsche Bank die Abhängigkeit vom Investment-Banking reduzieren. Beide zusammen sollen in diesem Jahr zehn Milliarden Euro Gewinn vor Steuern abwerfen.

Im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden (PBC) verzeichnete die Bank mit 788 Millionen Euro den höchsten Gewinn, seit es die Sparte gibt. Die Postbank, mit der die Deutsche Bank die Zahl der Privatkunden auf 28,8 Millionen fast verdoppelt hat, steuerte von Januar bis März allein 221 Millionen Euro bei. An der Hua Xia Bank hält die Deutsche Bank nun fast 20 Prozent und darf sie damit anteilig bilanzieren - das schlug sich mit 236 Millionen Euro im Gewinn des Quartals nieder. Allerdings bringt die Postbank auch Risiken mit: Von den 373 Millionen Euro Risikovorsorge kamen allein 206 Millionen Euro von dem Bonner Filialinstitut.

In der Vermögensverwaltung - dem Geschäft mit reichen Kunden und der Fondsgesellschaft DWS - kehrte die Deutsche Bank Anfang des Jahres mit 190 Millionen Euro in die Gewinnzone zurück. Vor einem Jahr hatte vor allem die Übernahme der angeschlagenen Kölner Privatbank Sal. Oppenheim zu fünf Millionen Euro Verlust geführt. Während das Asset Management netto fünf Milliarden Euro an Mittelabflüssen verzeichnete, flossen der Bank in der privaten Vermögensverwaltung unter dem Strich drei Milliarden Euro zu.

Die BHF-Bank, die eigentlich verkauft werden sollte, ist in der Rechnung nicht enthalten. Nach dem Scheitern des Verkaufs wird sie allerdings künftig wieder in das Privatkundengeschäft eingegliedert.

Nach Steuern schaffte die Deutsche Bank insgesamt im ersten Quartal einen Gewinn von 2,1 (1,8) Milliarden Euro - das zweitbeste Ergebnis in der Konzerngeschichte. Nur Anfang 2007 war es noch etwas besser gelaufen. Die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) verbesserte sich auf 9,6 Prozent. Ende 2010 waren es noch 8,7 Prozent.

Bayer erhöht die Prognose für 2011

Der neue Bayer-Chef Marijn Dekkers musste gute Zahlen liefern - und er hat es getan. Der Gewinn des Pharma- und Chemiekonzerns stieg überraschend deutlich. Bayer erhöhte deshalb auch die Prognose.

Bayer hat nach einem überraschend kräftigen Ergebnisanstieg im ersten Quartal seine Jahresziele angehoben. Zu dem starken Jahresauftakt hätten alle drei Teilkonzerne beigetragen, erklärte Konzernchef Marijn Dekkers bei Vorlage des Quartalsberichts am Donnerstag. Besonders erfreulich sei der Saisonstart für die Pflanzenschutzsparte CropScience gewesen. Im Kunststoffgeschäft profitierte das Leverkusener Traditionsunternehmen von der guten Konjunktur, die auch bei Konkurrenten wie DuPont aus den USA und dem niederländischen Chemiekonzern DSM die Nachfrage ankurbelte.

Bayer steigerte in den ersten drei Monaten seinen um Sondereinflüsse bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 22,3 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt nur 2,08 Milliarden Euro erwartet. Der Konzernumsatz legte um 13,2 Prozent auf 9,42 Milliarden Euro zu, der Überschuss erhöhte sich um 8,4 Prozent auf 684 Millionen Euro.

Bei Anlegern kam das Zahlenwerk gut an. Die Bayer-Aktie gewann vorbörslich 1,4 Prozent.

Im Gesamtjahr will Bayer nun seinen Umsatz, der 2010 um 13 Prozent auf den Rekordwert von 35,1 Milliarden Euro kletterte, um Währungseinflüsse und um Zu- und Verkäufe bereinigt um fünf bis sieben Prozent verbessern. Bisher wurde ein Plus von vier bis sechs Prozent angepeilt. Der bereinigte operative Gewinn soll von 7,1 im vergangenen Jahr nun auf über 7,5 Milliarden Euro steigen. Bisher hatte Dekkers einen operativen Gewinn in Richtung 7,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Hauptgrund für die optimistischere Jahresprognose ist, dass Bayer in seinem Pflanzenschutzgeschäft inzwischen bessere Geschäfte erwartet. Wie schon beim US-Wettbewerber Monsanto verzeichnete das Saatgutgeschäft im ersten Quartal starke Zuwachsraten. Zudem profitierte die Pflanzenschutzsparte davon, dass die Preise für wichtige Agrarerzeugnisse wie Soja, Weizen oder Mais seit Monaten hoch sind. Das kurbelt die Nachfrage nach Pestiziden an. Vor allem neue Produkte seien im Quartal stark nachgefragt worden, erklärte Bayer.

Im der Gesundheitssparte HealthCare profitierte der Konzern im abgelaufenen Quartal von einer guten Nahfrage nach verschreibungsfreien Gesundheitsprodukten. Dagegen spürte Bayer im Pharmageschäft die Generikakonkurrenz bei den Verhütungsmitteln Yaz und Yasmin.

SAP kann die hohen Erwartungen nicht erfüllen

Es hatte sich schon angedeutet, dass 2011 für SAP ein gutes Jahr werden wird. Und zumindest im ersten Quartal konnte Europas größter Softwarekonzern gute Zahlen liefern. Die Börse hatte allerdings auf mehr gehofft.

SAP hat die Zuversicht der IT-Industrie mit einem kräftigen Anstieg seiner Erlöse aus dem Verkauf neuer Software-Lizenzen und Wartungsverträgen untermauert. Im Auftaktquartal kletterten die Erlöse um ein Fünftel auf 2,33 Milliarden Euro, wie SAP am Donnerstag in Walldorf bei Heidelberg mitteilte. Das Wachstumstempo habe sich damit gegenüber dem Vorjahresquartal mehr als verdoppelt. Allerdings hatten Analysten mit im Schnitt 2,39 Milliarden Euro noch etwas mehr erwartet.

Der positive Trend des Schlussquartals 2010 habe zu Jahresbeginn angehalten, sagte SAP-Co-Vorstandschef Bill McDermott. Wegen der guten Nachfrage der mehr als 100.000 Firmenkunden bekräftige SAP daher seine jüngste Prognose für 2011: Die Lizenz- und Wartungserlöse sollen zum Jahresende den Rekordwert des Vorjahres in Höhe 9,87 Milliarden Euro ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten voraussichtlich um zehn bis 14 Prozent übertreffen.

In den Monaten Januar bis März waren die SAP-Programme zur Steuerung von Unternehmensprozessen, zur Personalverwaltung oder zur Kundenbetreuung in allen Weltregionen gefragt. Am stärksten wuchsen die Verkaufserlöse in Amerika, dort betrug der Erlöszuwachs ein Drittel zum Vorjahresquartal. In Japan verkaufte SAP trotz des Erdbebens und der Atomkatastrophe bereinigt um Währungseffekte 15 Prozent mehr.

Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn kletterte im ersten Quartal um 26 Prozent auf 779 Millionen Euro. Ohne Berücksichtigung von Wechselkursen betrug das Wachstum 21 Prozent. Damit blieb SAP jedoch hinter den Erwartungen der Finanzexperten zurück. Sie hatten einen Anstieg des Betriebsgewinns (Non-IFRS) auf 852 Millionen Euro prognostiziert. Im vorbörslichen Handel waren die SAP-Papiere gut drei Prozent niedriger indiziert.

In den vergangenen Woche hatten bereits der Chiphersteller Intel und der IT-Konzern IBM über kräftige Umsatz- und Gewinnzuwächse im Auftaktquartal berichtet und damit die Erwartungen hochgetrieben. Das Marktforschungsinstitut Gartner rechnet für 2011 mit einem Zuwachs der weltweiten IT-Ausgaben um rund sechs Prozent auf etwa 3,4 Billionen Dollar.

Der Umsatz mit Unternehmenssoftware soll dieser Gartner-Prognose zufolge im Jahr 2011 um knapp sieben Prozent auf 237 Milliarden Dollar ansteigen. SAP ist der weltweit führende Anbieter von Unternehmens-Software. Schärfster Konkurrent ist der US-Datenbank-Anbieter Oracle, der - angetrieben von der weltweiten Konjunkturerholung - zuletzt ebenfalls gute Geschäfte gemacht hatte.

Merck-Gewinn steigt dank Chemiesparte

Die Chemiesparte wird für Merck immer wichtiger: Dank der gut laufenden Geschäfte in diesem Bereich konnte der Darmstädter Traditionskonzern seinen Gewinn im ersten Quartal deutlich steigern.

Der Darmstädter Traditionskonzern Merck hat im ersten Quartal dank eines starken Geschäfts mit Flüssigkristallen einen Gewinnsprung erzielt. Das operative Ergebnis sei um 26,1 Prozent auf 371,6 Millionen Euro gestiegen, teilte der Pharma- und Chemiekonzern am Donnerstag mit. Analysten hatten 366 Millionen Euro erwartet.

Im lukrativen Flüssigkristallgeschäft, in dem der Konzern Marktführer ist, wurde eine operative Rendite von 54,5 Prozent erzielt, die deutlich über den Analystenschätzungen lag. Die Flüssigkristalle kommen in Smartphones, Flachbild-Fernsehern und auch bei Tablet-Computern zum Einsatz. Diese Geräte sind bei Verbrauchern derzeit heiß begehrt.

An der Börse wurde der Quartalsbericht positiv aufgenommen. Die im Dax notierte Merck-Aktie gewann kurz nach Handelsbeginn 1,1 Prozent auf 69,88 Euro. Merck setzte im Konzern von Januar bis März 2,56 Milliarden Euro um - ein Plus von 22,1 Prozent. Dazu trug auch der im vergangenen Jahr übernommene US-Laborausrüster Millipore bei.

Der Konzernüberschuss schnellte um 76,9 Prozent auf 344,2 Millionen Euro nach oben. Für das Gesamtjahr bekräftigte Merck-Chef Karl-Ludwig Kley das Gewinnziel: Das operative Ergebnis soll um 35 bis 45 Prozent zulegen. Bei den Gesamterlösen peilt Kley ein Plus von zehn bis 15 Prozent an.

Das Erdbeben in Japan habe das Flüssigkristallgeschäft im ersten Quartal nicht beeinträchtigt, erklärte Merck. Allerdings wurde ein Werk für Pigmente in Onahama beschädigt. Merck plant die Produktion in dem Werk Anfang Juni wieder aufzunehmen. Das Geschäft boomt derzeit. Die Sparte Pigments & Cosmetics erzielte den Angaben zufolge einen Rekordumsatz im Quartal.

In der Pharmasparte Merck Serono stiegen die Erlöse im Auftaktquartal lediglich leicht. Ein Grund waren schwächere Umsätze mit dem Medikament Rebif gegen Multiple Sklerose. Die Erlöse mit dem Krebsmittel Erbitux kletterten dagegen um 8,7 Prozent auf 209 Millionen Euro. Zuletzt gab es bei Merck in der Arzneimittelentwicklung einige Fehlschläge. So war die größte Medikamentenhoffnung, die Tablette Cladribin gegen Multiple Sklerose, bei der Arzneimittelbehörde in Europa und der US-Gesundheitsbehörde FDA durchgefallen. Ein abschließendes Gespräch mit der FDA zu dem vorerst gescheiterten US-Antrag soll Ende Mai stattfinden.

Um im Pharmabereich wieder mehr Schlagkraft zu gewinnen, hatte Merck vor einigen Monaten einen Wechsel an der Spitze der Sparte vollzogen. Seit Jahresbeginn werden die Geschicke des Bereichs nun von Stefan Oschmann gleitet, der vom US-Arzneimittelriesen Merck & Co zu den Darmstädtern wechselte.

Deutsche Firmen

SGL verbucht Gewinnsprung zum Jahresauftakt

Anziehende Geschäfte mit der Solar-, Halbleiter- und LED-Industrie haben den Gewinn des Grafitspezialisten SGL Carbon nach oben getrieben. Unter dem Strich verbesserte SGL das Ergebnis im ersten Quartal 2011 um 60 Prozent auf 14,9 Millionen Euro. Das Marktumfeld habe sich in fast allen Abnehmerbranchen verbessert, erklärte das Wiesbadener Unternehmen am Donnerstag. Besonders die Nachfrage nach Spezialgrafiten habe deutlich angezogen.

Insgesamt setzte SGL im ersten Quartal 363,8 Millionen Euro um - ein Plus von 20 Prozent. Der Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 40 Prozent auf 36,3 Millionen Euro. SGL-Chef Robert Koehler hält nach dem Auftaktquartal an den Jahreszielen fest. "Wir bestätigen unseren Ausblick für dieses Jahr und erwarten ein Umsatzwachstum von mehr als zehn Prozent", erklärte Koehler. Das Ebit soll zwischen 150 und 165 Millionen Euro liegen. 2010 hatte SGL bei Erlösen von 1,38 Milliarden Euro einen operativen Gewinn von 128,4 Millionen Euro eingefahren.

An der Börse konnte SGL gleichwohl nicht punkten. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie verlor ein Prozent auf 37,36 Euro. "Es genügt im aktuellen Umfeld nicht, nur seine Prognose zu bestätigen, vor allem nicht, wenn die Aktien zuletzt schon kräftig gestiegen sind", sagte ein Börsianer. Im Geschäft mit Grafitelektroden profitierte SGL im ersten Quartal vom weltweiten Wachstum der Elektrostahlproduktion. Die Kathodenumsätze in der Aluminiumindustrie seien hingegen noch schwach gewesen, dürften jedoch im zweiten Halbjahr merklich anziehen, erklärte der Konzern. Das Geschäft mit Carbonfasern blieb im ersten Quartal operativ in den roten Zahlen, wozu vor allem schleppende Geschäfte mit der Windenergiebranche beitrugen. Im Gesamtjahr soll die Sparte aber operativ schwarze Zahlen schreiben.

Unterdessen wurde bekannt, dass Volkswagen seinen Anteil an SGL auf über 9,9 Prozent aufgestockt hat. Erst Ende Februar war der Wolfsburger Autobauer überraschend mit gut acht Prozent bei dem Unternehmen eingestiegen. Die Kosten für das Gesamtpaket gab der Konzern mit 213 Millionen Euro an. Europas größter Autohersteller setzt wie auch Wettbewerber verstärkt auf Leichtbau, um den Spritverbrauch seiner Fahrzeuge zu verringern.

Conti legt beim Gewinn kräftig zu

Continental verbreitet zur Hauptversammlung gute Laune: Der Autozulieferer hat einen kräftigen Anstieg bei Umsatz und Gewinn verzeichnet.

Continental hat Umsatz und operativen Gewinn zu Jahresbeginn kräftig gesteigert und sieht sich auf Kurs für seine Jahresziele. Bei einem um etwa ein Fünftel auf 7,3 Milliarden Euro gekletterten Konzernumsatz sei das operative Ergebnis um 140 Millionen auf 634 Millionen Euro gestiegen, berichtete Conti am Donnerstag anlässlich seiner Hauptversammlung in Hannover.

Trotz der hohen Rohstoffpreise zeigte sich der Vorstand "sicher", die für 2011 gesteckten Ziele zu erreichen.

"Der Start ins Jahr 2011 ist uns trotz der Naturkatastrophe in Japan und ihrer Folgewirkungen wie erwartet gelungen", erklärte Vorstandschef Elmar Degenhart. Der Konzern erwartet im laufenden Jahr dank der steigenden Absatzahlen der Autohersteller einen Umsatzanstieg um zehn Prozent auf einen Rekordwert von mehr als 28,5 Milliarden Euro. Die bereinigte Rendite (Ebit-Marge) soll erneut 9,7 Prozent erreichen.

Als Grund für die Stagnation bei der Rendite hatte der Vorstand Anfang bereits Anfang März den starken Preisanstieg beim wichtigen Rohstoff Kautschuk genannt. Die jüngsten Erhöhungen der Reifenpreise reichten nach Einschätzung des Managements nicht aus, um dies auszugleichen. Conti hatte deshalb weitere Preiserhöhungen angekündigt.

Rhön-Klinikum legt solides Auftaktquartal vor

Gestiegene Patientenzahlen beleben das Geschäft des fränkischen Krankenhausbetreibers. Mit einem Anstieg des Konzerngewinns im ersten Quartal um 10,8 Prozent startet die Gesellschaft solide ins Jahr.

Der fränkische Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum ist mit einem Gewinnanstieg ins neue Geschäftsjahr gestartet. Wie die im MDax notierte Gesellschaft aus Bad Neustadt/Saale am Donnerstag mitteilte, stieg der Konzerngewinn im ersten Quartal um 10,8 Prozent auf 38,0 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 36,7 Millionen gerechnet.

Die Umsatzerlöse kletterten in den ersten drei Monaten 2011 dank höherer Patientenzahlen um 3,7 Prozent auf 647,2 Millionen Euro.„Wir konnten unsere Ziele planmäßig erreichen und unsere Leistungszahlen im Vergleich zum Vorjahr nochmals steigern“, erklärte Konzernchef Wolfgang Phöhler am Donnerstag im Zwischenbericht für die Monate Januar bis März.

Rhön-Klinikum behandelte in den ersten drei Monaten des Jahres 579.632 Patienten - das sind 13,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Für 2011 wird unverändert ein Umsatzplus von vier Prozent auf 2,65 Milliarden Euro erwartet. Der Konzerngewinn soll von 145 auf etwa 160 Millionen Euro steigen.

Gute Zahlen beleben die Anlegerstimmung: Die Aktie legte 0,72 Prozent zu. Ende 2010 beschäftigte der MDax-Konzern 38.058 Mitarbeiter. Das sind 1176 mehr als im vergangenen Jahr. Rhön-Klinikum zählt neben den zum Medizinkonzern Fresenius gehörenden Helios-Kliniken und dem Konkurrenten Asklepios zu den drei großen privaten Krankenhausbetreibern in Deutschland.

Wirecard auf Wachstumskurs

Ein gelungener Start ins Jahr: Der Bezahldienst liegt im Plan und steigert im ersten Quartal Umsatz und Gewinn. Der Vorstand hält an seiner Jahresprognose fest.

Der Finanzdienstleister Wirecard ist weiter auf Wachstumskurs. Im ersten Quartal 2011 sei der Umsatz um ein Fünftel auf 69,9 Millionen Euro gestiegen, teilte das auf Zahlungsverkehrsabwicklungen spezialisierte Unternehmen am Donnerstag in München mit.

Der operative Gewinn (Ebitda) habe sich leicht auf 16,9 (Vorjahr 16,0) Millionen Euro erhöht. Darin seien Sonderkosten von 2,3 Millionen Euro enthalten - für den Umzug der Firmenzentrale und die Expansion in Asien. Ein ähnlich hoher Betrag dürfte in diesem Zusammenhang im weiteren Jahresverlauf gebucht werden. Mehr Details zum ersten Quartal sollen Mitte Mai veröffentlicht werden.

Die Prognose, dieses Jahr auf einen operativen Gewinn von 81 bis 89 Millionen Euro kommen zu wollen, bestätigte der Vorstand. 2010 waren es gut 73 Millionen Euro. Das Unternehmen profitiert seit Jahren vom Trend zum Einkauf im Internet.

Hugo Boss legt kräftig zu

Hugo Boss ist gut ins neue Jahr gestartet: Der Modekonzern erzielt im ersten Quartal einen Umsatz- und Ergebnissprung.

Wie die Luxusmarken LVMH und Burberry hat auch der deutsche Premiummodedesigner Hugo Boss zu Beginn dieses Jahres deutlich mehr Kleidung, Schuhe und Accessoires an seine Kunden losgeschlagen. "Wir haben die Dynamik des vergangenen Jahres in das Jahr 2011 mitgenommen", zog Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs am Donnerstag Bilanz unter das erste Quartal.

Angetrieben vom Ausbau des eigenen Filialnetzes habe der Umsatz in den MonatenJanuar bis März trotz der politischen Unruhen in Nordafrika und der Erdbebenkatastrophe in Japan um 21 Prozent auf 539 Millionen Euro zugelegt. Der Konzerngewinn stieg im Auftaktquartal sogar um die Hälfte auf 83,5 Millionen Euro, da Hugo Boss eigenen Angaben zufolge seinen Großhändlern keine Preiszugeständnisse machen musste. Besonders gefragt war die Damen-, Herren- und Kinder-Mode von Hugo Boss in Amerika und China. Dort verbuchte auch der französische Konkurrent LVMH mit Handtaschen, Champagner und seiner Modetochter Dior zuletzt kräftige Verkaufszuwächse.

Im Gegensatz zu den wachsenden Premiummarken stagnieren bei im unteren Preissegment angesiedelten Modeherstellern wie H&M derzeit die Umsätze. Bei den Schweden sank zuletzt sogar der Gewinn. Denn angesichts der scharfen Konkurrenz können die steigenden Baumwollpreise, die bei H&M einen Großteil der Materialkosten ausmachen, nicht immer an die preisbewussten Kunden weitergegeben werden. Bei Hugo Boss belief sich hingegen der Baumwoll-Einkaufspreis zuletzt auf weniger als zwei Prozent des Verkaufspreises der Kleidungsstücke. Bei den Schwaben stieg der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn in den ersten drei Monaten dieses Jahres kräftig um 43 Prozent auf 132 Millionen Euro.

Nach diesem Jahresauftakt sieht sich Vorstandschef Lahrs auf gutem Weg, die selbst gesteckten Jahresziele zu erreichen. Das operative Ergebnis (Ebitda) von zuletzt 350 Millionen Euro soll ohne Berücksichtigung von Sondereffekten um mindestens 15 Prozent zulegen. Der jüngste Umsatzrekord von 1,73 Milliarden Euro soll währungsbereinigt um mindestens zwölf Prozent übertroffen werden.

An der Börse kamen die Geschäftszahlen des ersten Quartals, die besser als von Analysten erwartet ausfielen, gut an: Die im Nebenwerte-Index notierten Boss-Vorzugsaktien legten um 2,5 Prozent auf 66,01 Euro zu. Angesichts des Auftakts erscheine die Jahresprognose konservativ, sagte Analyst Ingbert Faust von Equinet.

Fielmann verzeichnet großen Gewinnzuwachs

Der anziehende Konsum in Deutschland sorgt bei der Optikerkonzern Fielmann für gute Zahlen, die auch die Erwartungen der Analysten übertreffen. Der Gewinn stieg um über 18 Prozent an.

Die Optikkette Fielmann hat im ersten Quartal dieses Jahres von den steigenden Konsumausgaben der Deutschen profitiert und ihren Gewinn deutlich gesteigert. Zum Wachstum beigetragen habe außerdem der Ausbau der Kette von 646 auf 655 Filialen, teilte Europas größter Brillenhändler am Donnerstag in Hamburg mit.

Den Angaben zufolge stieg der Brillenabsatz um knapp fünf Prozent auf 1,6 Millionen. Entsprechend legte der Konzernumsatz um fast acht Prozent auf 255,9 Millionen Euro zu. Nach Steuern blieb ein Gewinn von 30,4 Millionen Euro, was einem Plus von 18,2 Prozent entspricht. Die Zahlen des MDax-Konzerns lagen über den Erwartungen von Analysten.

Seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen. Absatz, Umsatz und Gewinn sollen steigen, konkrete Zahlen nannte Fielmann aber nicht. Im laufenden und im nächsten Jahr sollen jeweils 15 bis 20 Filialen eröffnet werden.

Europäische Firmen

Erste Bank bleibt von Ungarn-Verlusten unbeeindruckt

Die österreichische Erste Bank sieht sich trotz anhaltender Verluste in Ungarn und der Ukraine auf Kurs für einen Gewinnsprung im laufenden Jahr. In den beiden Ländern hatte das Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen wegen höherer Rückstellungen für faule Kredite im ersten Quartal insgesamt einen Verlust von 34 Millionen Euro verbucht. Dennoch ist Firmenchef Andreas Treichl überzeugt, die Profitabilität in diesem Jahr deutlich zu steigern, wie er am Donnerstag sagte. Börsianer trauen der Bank für 2011 einen Nettogewinn von 1,269 Milliarden Euro zu nach einem Plus von einer Milliarde Euro im vergangenen Jahr.

Die Erste Bank ist der zweitgrößte Kreditgeber in Mittel- und Osteuropa. In vielen Ländern dieser Region hatte sich die Wirtschaft zu Jahresbeginn weiter erholt, so dass das Geldhaus die Vorsorgen für faule Kredite um gut 13 Prozent zurückschrauben konnte. Wegen geringerer Zinseinnahmen, einem sinkenden Handelsergebnis und höherer Verwaltungskosten stieg der Gewinn im ersten Quartal lediglich um gut zwei Prozent auf 260,6 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem Plus von sieben Prozent gerechnet. An der Börse gab die Aktie daher knapp drei Prozent nach.

Das größte Sorgenkind für die Erste Bank ist das Geschäft in Ungarn: In dem österreichischen Nachbarland macht dem Institut neben der schwierigen Wirtschaftslage eine neuen Bankensteuer zu schaffen, die die Erste zum Jahresauftakt knapp 14 Millionen Euro kostete. Zudem erwartet Treichl dort im laufenden Jahr ein weiteres Ansteigen der Rückstellungen für faule Kredite. Dennoch habe das Geldhaus keine Absichten, sich von dem dortigen Geschäft zu trennen.

Gazprom mit gigantischem Gewinn

Der russische Gasmonopolist Gazprom hat im vergangenen Jahr einen gigantischen Gewinn von umgerechnet fast 25 Milliarden Euro eingefahren. 2010 habe das Unternehmen einen Überschuss von rund 998 Milliarden Rubel (24,5 Mrd Euro oder 35,9 Mrd US-Dollar) erwirtschaftet. Das teilte Gazprom am Donnerstag mit. Der weltgrößte Erdgaslieferant erzielte damit 25,7 Prozent mehr Gewinn als 2009.

Der Vorsteuergewinn sei um 29,7 Prozent auf 1,27 Billionen Rubel und der Umsatz um 20,1 Prozent auf 3,59 Billionen Rubel (rund 88 Mrd Euro) gewachsen. Der Bilanz liegen internationale Rechnungslegungsstandards (IAS) zugrunde.

Den Gewinnschub führten Gazprom-Experten vor allem auf anhaltend hohe Gaspreise sowie auf den Verkauf von 9,4 Prozent der Anteile an Russlands zweitgrößtem Gasförderer Novatek an die Gazprombank zurück. Die genaue Verkaufssumme nannte der Konzern aber nicht.

AstraZeneca steigert Quartalsgewinn

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca konnte dank geringerer Steuerzahlungen seinen Quartalsgewinn um zehn Prozent auf 2,23 Dollar je Aktie steigern. Beim Umsatz wurden die Erwartungen aber verfehlt.

Wegen geringerer Steuerzahlungen hat der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca seinen Quartalsgewinn gesteigert. Der Kerngewinn im abgelaufenen Vierteljahr sei um zehn Prozent auf 2,23 Dollar je Aktie geklettert, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Analysten hatten mit lediglich 2,10 Dollar gerechnet. Vorausgegangen war eine Vereinbarung mit britischen und US-Steuerbehörden, die dem Konzern Steuereinsparungen gebracht hatte. Mit dem Umsatz verfehlte der Konzern allerdings die Erwartungen.

Grund dafür war der wachsende Wettbewerbsdruck durch Generika. Den Umsatz im ersten Quartal bezifferte AstraZeneca mit 8,29 Milliarden Dollar, Analysten waren von 8,43 Milliarden Dollar ausgegangen. Für das Gesamtjahr zeigte sich der Pharmariese optimistisch und hob seine Erwartungen für den Kerngewinn je Aktie auf 6,90 bis 7,20 Dollar an. Zuvor war er von 6,45 bis 6,75 Dollar ausgegangen.

OMV leidet unter Libyen-Krise

Das erste Quartal war für den österreichischen Energiekonzern OMV kein gutes. Gerade die Konflikte in Libyen sorgen für Produktionsausfälle und Handelsrückgänge.

Der österreichische Mineralöl- und Gaskonzern OMV hat im ersten Quartal wegen der Krisen in Libyen und im Jemen deutlich weniger Öl gefördert. Die Produktionsmenge sei auf 304.000 Barrel von 317.000 Barrel im Vorjahreszeitraum zurückgegangen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. "Nachdem mehrere Felder Anfang März keine offiziellen Produktionsvolumina mehr meldeten, hat die Produktion (in Libyen) de facto aufgehört". Auch aus dem Jemen fließe nach einem Anschlag auf eine Export-Pipeline seit Mitte März kein Tropfen mehr.

Durch den geplanten Stillstand eines Werks und höhere Kosten für den eigenen Verbrauch sei die Raffineriemarge auf 2,30 Dollar je Fass von 3,48 Dollar im Weihnachtsquartal zurückgegangen. Die Kosten lägen allerdings unter denen des Schlussquartals 2010. Die Menge des verkauften Erdgases stieg hingegen deutlich.

Im ersten Quartal lieferte die OMV 6,63 Milliarden Kubikmeter nach 5,61 Milliarden Kubikmeter im Vorjahr. Vor allem der Großhandel habe mehr bezogen. "Das aktuelle wirtschaftliche Umfeld setzte die EconGas Margen unter Druck, die weiters durch niedrigere entnommene Mengen aus dem Speicher, auf Grund des milden Wetters im März, negativ beeinflusst wurden", hieß es.

Für das abgelaufene Quartal habe die OMV netto Sondereffekte von 20 Millionen Euro zu verbuchen, unter anderem für Abrisskosten einer Raffinerie und ungünstige Absicherungsgeschäfte. Allerdings sinke auch die Steuerlast durch die niedrigere Produktion in Libyen.

Unilever heimst kräftiges Umsatzplus ein

Die anziehende Nachfrage in Schwellenländern beschert dem Konsumgüterkonzern ein Umsatzplus von 4,3 Prozent. Steigende Rohstoffpreise, die der ganze Branche Sorgen machen, steckt Unilever deswegen gut weg.

Der Lebensmittel- und Konsumgüterkonzern Unilever hat dank einer wachsenden Nachfrage in Schwellenländern seinen Umsatz gesteigert. Das britisch-niederländische Unternehmen teilte am Donnerstag mit, im ersten Quartal sei sein Umsatz auf vergleichbarer Basis um 4,3 Prozent geklettert.

In den Zukunftsmärkten, die 53 Prozent des Geschäfts ausmachen, sei ein Umsatzplus von bis zu knapp zehn Prozent verbucht worden. Positiv ausgewirkt hätten sich zudem Preissteigerungen, erklärte der Hersteller von Ben & Jerry's Ice Cream und Dove-Seifen weiter. Wegen der günstigen Entwicklungen seien die steigenden Rohstoffpreise, die der ganzen Branche derzeit Sorgen bereiten, zum Teil aufgefangen worden.

Santander enttäuscht die Erwartungen

Mit der spanischen Santander hat heute die größte Bank der Euro-Zone ihre Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Der Nettogewinn liegt unter den Schätzungen von Analysten.

Die spanische Großbank Santander hat im ersten Quartal weniger Gewinn erwirtschaftet als erwartet. Die größte Bank der Euro-Zone wies am Donnerstag einen Nettogewinn von 2,11 Milliarden Euro aus. Analysten hatten im Schnitt mit 2,19 Milliarden Euro gerechnet.

Bei den Nettozinseinnahmen lag die Bank mit 7,51 Milliarden Euro wiederum über den Markterwartungen von 7,42 Milliarden Euro. Auf dem angeschlagenen Heimatmarkt ist nach Einschätzung der Bank das Ende der Talsohle erreicht.

Asiatische Firmen

ICBC und BOC profitieren von Zinserhöhungen

Die chinesischen Großbanken profitieren von einer Straffung der Zinspolitik in der zweitgrößten Volkswirtschaft. Die weltgrößte Bank, die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), wies am Donnerstag für das erste Quartal einen Anstieg des Netto-Gewinns binnen Jahresfrist um 30 Prozent auf umgerechnet 5,6 Milliarden Euro (53,79 Milliarden Yuan) aus. Die viertgrößte Bank des Landes, die Bank of China (BOC), verbuchte ein Plus von 28 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Damit übertrafen beide Institute die Markterwartungen. Chinas Notenbank hatte im Kampf gegen die Inflation zuletzt mehrfach die Leitzinsen erhöht.

Nomura schwächelt auf dem Heimatmarkt

Japans größter Wertpapierhändler Nomura hat im vergangenen Vierteljahr weniger verdient. Grund waren geringere Gebühreneinnahmen im Handelsgeschäft auf dem Heimatmarkt, die auch ein Gewinnanstieg in der Beteiligungssparte nicht wettmachen konnte, wie Nomura am Donnerstag mitteilte. Der Nettogewinn fiel im Schlussquartal des bis Ende März laufenden Geschäftsjahres um 35 Prozent auf umgerechnet rund 100 Millionen Euro (11,9 Billionen Yen). Damit schnitt Nomura dennoch etwas besser ab als von Analysten erwartet. Einen Ausblick für das neue Geschäftsjahr gab das Wertpapierhaus aber nicht.

Nomura machte sich im Ausland vor allem einen Namen, als es europäische und asiatische Teile der zusammengebrochenen US-Bank Lehman Brothers übernahm. Damit wollte Nomura den Fokus vom Brokerage-Geschäft abwenden. Der heimische Hauptkonkurrent Daiwa Securities war im vierten Quartal ebenfalls tief in die roten Zahlen gerutscht.

Die Bank musste viel Geld zurücklegen, um unter anderem für Wertminderungen von Immobilien nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März gewappnet zu sein.

Gewinnsprung bei Hyundai Motor

Hohe Verkaufszahlen sorgen beim südkoreanischen Autobauer Hyundai für gute Quartalszahlen. Umsatz und Gewinn konnten deutlich zulegen. Gerade in China und den USA konnte der Konzern die Absätze steigern.

Der südkoreanische Autohersteller Hyundai Motor steuert dank hoher Verkäufe auf ein Rekordjahr zu. Im ersten Quartal 2011 schnellte der Überschuss im Jahresvergleich um 46,5 Prozent auf 1,87 Billionen Won (1,17 Mrd Euro) in die Höhe, wie Südkoreas Branchenführer am Donnerstag berichtete. Der Umsatz legte um 21,4 Prozent auf 18,23 Billionen Won zu.

Hyundai - zusammen mit der Schwesterfirma Kia Motors weltweit fünftgrößter Autokonzern - setzte von Januar bis März weltweit rund 919.000 Fahrzeuge ab, 9,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In China kletterte der Absatz den Angaben zufolge aufgrund neuer Modelle um 29 Prozent, in den USA um 28 Prozent.

Nach dem Absatzrekord im vergangenen Jahr will Hyundai zusammen mit Kia in diesem Jahr zum ersten Mal die Sechs-Millionen-Schwelle überschreiten. Hyundai Motor verkaufte 2010 mehr als 3,6 Millionen Fahrzeuge.

Nippon und JFE Steel drosseln Produktion

Die japanischen Stahlgiganten leiden unter der Katastrophe: Weil die heimischen Autobauer ihre Fertigung runterfahren, müssen die beiden Konzerne ihre Produktion drosseln. Das drückt Nippon Steel in die roten Zahlen.

Die beiden japanischen Stahlkonzerne Nippon Steel und JFE Steel wollen einem Zeitungsbericht zufolge ihre Produktion drosseln. Die Nummer vier und fünf in der Welt unter den Stahlkonzernen planten eine Kürzung um fünf Prozent, berichtet die Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Donnerstag.

Hintergrund seien die Probleme bei den heimischen Autobauern im Zuge des verheerenden Erdbebens im März. Toyota und seine inländischen Konkurrenten haben wegen der anhaltenden Lieferengpässe nach dem Tsunami die Fertigung heruntergefahren. Wegen der Katastrophe kann Toyota derzeit nur halb so viele Autos herstellen wie im Normalbetrieb.

Bei Nippon Steel machen sich die Auswirkungen des Japan-Bebens in den Quartalszahlen bemerkbar - der Stahlhersteller rutscht in die roten Zahlen. Im abgelaufenen vierten Quartal habe sich ein Fehlbetrag von 11,2 Milliarden Yen (umgerechnet rund 93 Millionen Euro) ergeben, teilte das japanische Unternehmen am Donnerstag mit. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konkurrent von asiatischen Stahlherstellern wie POSCO und Baosteel einen Gewinn von 285 Millionen Euro erzielt. Fürs Geschäftsjahr 2011/2012 gab der Konzern keinen Ausblick. Die Nippon-Steel-Aktie legte zwei Prozent zu.

Die japanische Wirtschaft ist durch die Folgen der Naturkatastrophe stark in Mitleidenschaft gezogen - die Industrieproduktion ist im März so stark eingebrochen wie nie zuvor. Wie die Regierung am Donnerstag in Tokio mitteilte, betrug der saisonbereinigte Rückgang im Vergleich zum Vormonat 15,3 Prozent. Dies ist das höchste Minus seitdem die Daten aufgezeichnet werden. Experten hatten mit einem Minus von rund 11,4 Prozent gerechnet. Im April und Mai soll die Produktion wieder zulegen.

Nach Angaben der Agentur Kyodo musste allein die Autoindustrie einen Produktionsrückgang um gut 57 Prozent hinnehmen. Das Erdbeben und der Tsunami vom 11. März zerstörten viele Produktionsstätten und unterbrachen Zulieferketten. Die Arbeitslosenquote blieb im März unverändert bei 4,6 Prozent.

Honda bricht der Gewinn weg

Nicht nur Toyota, auch Honda stehen nach dem Erdbeben harte Zeiten bevor. Wegen nachlassender Verkaufszahlen ist der Gewinn des Autobauers heftig eingebrochen.

Beim japanischen Autobauer Honda ist im Quartal der Gewinn um gut 38 Prozent eingebrochen. Durch die Erdbebenkatastrophe vom 11. März sei die Produktion schwer gestört worden, berichtete das Unternehmen am Donnerstag.

Der Gewinn sank im Zeitraum von Januar bis März auf 44,55 Milliarden Yen (367,36 Millionen Euro). Der Umsatz ging um fast 3 Prozent auf 2,2 Billionen Yen zurück. Für das im März zu Ende gehende Geschäftsjahr sei es schwierig, eine Prognose zu geben, betonte Honda. Es sei noch unklar, wie schnell sich der Autobauer von den Folgen von Erdbeben und Tsunami erholen werde.

Wegen Teilemangels will Honda seine Produktion in Brasilien vom 23. Mai bis zum 3. Juni unterbrechen und die Bänder im Werk São Paulo anhalten.

Auch Toyota hat seit dem Erbeben mit zerstörten Fabriken und unterbrochenen Lieferketten zu kämpfen. Allein im März hatte Toyota in Japan knapp zwei Drittel weniger Autos gebaut als im Vorjahresmonat. Weltweit ging die Produktion um knapp 30 Prozent zurück. Jüngsten Angaben zufolge rechnet der Autobauer erst zum Jahresende mit einer Rückkehr der Produktion auf ein normales Niveau.

Amerikanische Firmen

Sprint Nextel profitiert von mobilem Datenverkehr

Die US-Telefongesellschaft Sprint Nextel hat im ersten Quartal 2011 vom gestiegenen mobilen Datenverkehr profitiert. Der Umsatz stieg von 8,08 Milliarden auf 8,31 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Fehlbetrag schrumpfte zugleich von 865 Millionen auf 439 Millionen Dollar. Analysten hatten mit weniger Umsatz und einem höheren Verlust gerechnet.

Hoher Ölpreis lässt Exxon-Gewinn sprudeln

Dank des hohen Ölpreises kann sich der US-Energieriese Exxon Mobil über sprudelnde Gewinne freuen. Das Nettoergebnis stieg im ersten Quartal um 69 Prozent auf 10,65 Milliarden Dollar, wie das weltweit größte börsennotierte Öl-Unternehmen am Donnerstag bekanntgab. Der Umsatz kletterte um 26 Prozent auf 114 Milliarden Dollar. Damit übertraf der Konzern aus Irving im Bundesstaat Texas die Erwartungen der Analysten, die Exxon einen Gewinnsprung von 59 Prozent zugetraut hatten. Dennoch gab der Aktienkurs vorbörslich leicht nach. Der hohe Ölpreis hat auch dem Konkurrenten Royal Dutch Shell einen Gewinnsprung beschert. Ölmulti BP kann dagegen nicht davon profitieren. Dem Konzern verhageln die Folgekosten für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko auch weiterhin die Bilanz.

Procter & Gamble kappt Prognose

Der weltgrößte Konsumgüterkonzern Procter & Gamble bekommt die steigenden Rohstoffkosten zu spüren. Der Hersteller von Gilette-Rasierklingen, Pampers-Windeln und Ariel-Waschmittel kappte am Donnerstag trotz eines Gewinnanstiegs im dritten Geschäftsquartal die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Maximal sei ein Gewinn je Aktie von 3,96 Dollar zu erwarten, teilte der Konzern mit. Zuvor hatte der Henkel-Rivale 3,91 Dollar 4,01 Dollar angepeilt. Der Umsatz solle zwischen vier und fünf Prozent zulegen.

Die höheren Rohstoffkosten will Procter & Gamble über eine Umlegung auf die Kunden und durch Einsparungen kompensieren. Im abgelaufenen Quartal legte der Nettogewinn um 15,6 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar zu, der Umsatz um fünf Prozent auf 20,3 Milliarden. Der Markt hatte jedoch mehr erwartet. Die Aktie gab vorbörslich 1,6 Prozent nach.

Auch Konkurrent Colgate - bekannt für die gleichnamige Zahnpasta - belasteten höhere Materialkosten. Im ersten Quartal fiel der Gewinn vor Sonderposten um acht Prozent. Dank höherer Preise etwa für Seife kletterte der Umsatz um 4,5 Prozent. Wie Procter & Gamble setzt auch Colgate für künftiges Wachstum auf die Schwellenländer. In Industrieländern wie den USA oder Westeuropa stagniert die Nachfrage.

Nyse Euronext wirbt mit guten Zahlen für Fusion

Die Nyse Euronext hat zur rechten Zeit robuste Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Der Börsenbetreiber will nicht zuletzt damit bei seinen Aktionären noch einmal für die vorliegende Offerte der Deutschen Börse werben.

Man sei zuversichtlich, dass die Wachstumsaussichten durch eine gemeinsame Zukunft mit der Deutschen Börse verbessert würden, teilte der transatlantische Börsenbetreiber am Donnerstag mit.

Wenige Stunden nach der Vorlage der Quartalsbilanz sollte die jährliche Hauptversammlung in New York stattfinden. Dann haben Anleger die Gelegenheit, das Management zum künftigen Kurs zu befragen. Über die vorliegenden Kaufgebote, auch von den US-Rivalen, soll dort aber nicht entschieden werden.

Die Führung der Nyse Euronext befürwortet die Offerte der Deutschen Börse im Volumen von 10,2 Milliarden Dollar. Doch auch die Nasdaq OMX hat zusammen mit der Intercontinental Exchange Interesse bekundet: Die beiden US-Marktbetreiber bieten für die Nyse 11,3 Milliarden Dollar.

Die Nyse hat das Angebot der US-Rivalen zurückgewiesen und Gespräche abgelehnt. Letztlich kommt es aber auf die Meinung der Nyse-Aktionäre an - sie sollen am 7. Juli über die Fusion abstimmen. Die Aktie der Deutschen Börse lag am Donnerstagvormittag mit 1,6 Prozent im Plus.

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