Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.04.2012

12:01 Uhr

Zahlen fürs erste Quartal

Lkw-Bauer Scania stoppt Abwärtstrend

Die Konjunkturflaute hat dem schwedischen Lkw-Bauer Scania im ersten Quartal weniger stark zugesetzt als befürchtet. Zwar sank der operative Gewinn, doch Experten hatten Schlimmeres erwartet. Anleger reagierten positiv.

Lkws der Marke Scania. Reuters

Lkws der Marke Scania.

StockholmDie sinkende Nachfrage nach Nutzfahrzeugen hat der VW-Tochter Scania im ersten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt. Rückläufige Absatzzahlen, eine geringere Auslastung der Werke sowie höhere Kosten im Zusammenhang mit anstehenden Projekten ließen den operativen Gewinn um beinahe ein Drittel auf 2,3 Milliarden schwedische Kronen (259 Millionen Euro) sinken.

Analysten hatten indes mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Der Überschuss fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 2,5 auf 1,8 Milliarden Kronen, wie Scania am Dienstag mitteilte.

Der Umsatz ging im ersten Quartal um drei Prozent auf 20,1 Milliarden Kronen zurück. Die Lastwagen-Auslieferungen verringerten sich um 15 Prozent auf 14.849 Einheiten, die Bestellungen sanken um 18 Prozent. Die Beschäftigtenzahl lag am Quartalsende bei 37.300 Mitarbeiter nach 36.200 vor Jahresfrist.

Der negative Trend bei den Bestellungen von Ende 2011 habe sich Anfang 2012 aber nicht verschlechtert. Anleger nahmen die Nachricht zum Anlass für Aktienkäufe: Scania-Titel reagierten mit Aufschlägen von mehr als vier Prozent.

„Scania hat die Produktionsrate an die aktuelle Nachfrage angepasst“, erklärte das Unternehmen. Die Nachfrage auf dem südeuropäischen Markt bleibe niedrig. Scania verkauft fast die Hälfte seiner Fahrzeuge in Europa. Platzhirsch ist hier Daimler, gefolgt von MAN, die wie Scania zum VW-Konzern gehört.

Die Nutzfahrzeugbranche gilt als Frühindikator für die Entwicklung der gesamten Wirtschaft. Haben Firmen und Speditionen weniger zu transportieren, bestellen sie neue Lastwagen später oder gar nicht. Scania bläst wie auch anderen Nutzfahrzeugherstellern gerade in Europa ein scharfer Wind ins Gesicht. Um der schwachen Nachfrage Herr zu werden, hatten die Schweden ihre Produktion gedrosselt und Zeitarbeitsverträge gekappt.

Nach Scania werden in den nächsten Tagen auf dem Nutzfahrzeugsektor Volvo Trucks (26.4) und Daimler (27.4.) ihre Zahlen vorlegen. Die neue VW-Tochter MAN hatte am Freitag angesichts der sich eintrübenden Konjunktur und des großen Wettbewerbsdrucks einen Rückgang des um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnisses im ersten Quartal um 20 Prozent auf 253 Millionen Euro gemeldet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×