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06.03.2006

10:52 Uhr

Zeitung berichtet von Anteilsverkauf

Lakshmi Mittal geht weit für Arcelor-Übernahme

Um beim luxemburgischen Stahlkonzern Arcelor zum Zug zu kommen, ist der indische Unternehmer Lakshmi Mittal laut eines Zeitungsberichts sogar bereit, die Kontrolle über sein eigenes Unternehmen aufzugeben.

HB LONDON. Die Berater des Investors würden erwägen, Lakshmi Mittals Anteil an dem gleichnamigen Unternehmen auf unter 50 Prozent zu senken, berichtete die britische „Financial Times“ am Montag ohne Angaben von Quellen. Dann bestünde die Mittal-Familie auch nicht mehr darauf, dass sie doppelt so viele Stimmen wie gewöhnliche Aktionäre in dem fusionierten Unternehmen hat. Von Mittal war zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht zu erhalten.

Sollte sich der Bericht bewahrheiten, fiele eines der wesentlichen Argumente gegen die Übernahme von Arcelor weg. Die Luxemburger hatten ihre Aktionäre gewarnt, auf das Angebot von Mittal einzugehen. Die Offerte beinhaltete einen Aktientausch in Mittal-Papiere. Diese befinden sich aber nur zu einem geringen Teil in Streubesitz. Den weitaus größten Anteil hält Lakshmi Mittal. Deshalb, so Arcelor, sei der Wert unberechenbar.

Arcelor kämpft derzeit gegen Mittals Übernahmeangebot in Höhe von 19 Mrd. Euro. Dabei stehen etliche europäische Regierungen auf der Seite des Luxemburger Stahlkonzerns. Sie fürchten, nach einer Fusion könnte ein Teil der insgesamt 75 000 Arbeitsplätze verloren gehen. Lakshmi Mittal versucht nun, die Politiker von dem Geschäft zu überzeugen. Arcelor und ist ein Zusammenschluss französischer, belgischer, luxemburgischer und spanischer Stahlkonzerne.

Die französische Zeitung „La Tribune“ veröffentlichte am Donnerstag Auszüge aus einem sechsseitigen vertraulichen Bericht, in dem Mittal den Angaben zufolge Grundzüge eines möglichen Gemeinschaftsunternehmens mit Arcelor skizziert. Darin heißt es unter anderem: „Beide Unternehmen sind komplementär, daher würden bei einer Zusammenlegung fast keine Redundanzen entstehen.“ Um die Bedenken der europäischen Regierungen zu zerstreuen, würde das Direktorium des neuen Unternehmens auch mehrheitlich mit unabhängigen Vertretern besetzt. Zudem sei nicht ausgeschlossen, die Hauptniederlassung nach Luxemburg zu verlegen, wo Arcelor seinen Sitz hat.

Erst am Mittwoch hatten Frankreich und Spanien ihre Skepsis zu den Übernahmeplänen bekräftigt. Die Regierungen hatten von Mittal einen sechsseitigen Bericht bekommen und zeigten sich über den Inhalt enttäuscht. Es gebe weiteren Gesprächsbedarf, erklärten sie übereinstimmend. Am Donnerstag erklärte auch die luxemburgische Regierung, sie habe von Mittal mehr Informationen zu Details angefordert. Luxemburg hält an Arcelor einen Anteil von rund 4 Prozent.

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