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18.03.2013

07:53 Uhr

Zeitungsbericht

Airbus winkt Milliardenauftrag aus Indonesien

Laut eines Zeitungsberichts will eine indonesische Billigfluglinie mehr als 200 Maschinen vom Typ A320 kaufen. Listenpreis: 15,3 Milliarden Euro. Es wäre einer der größten Aufträge, den der Flugzeugbauer je erhalten hat.

Bau des A320 in Finkenwerder: Auf die EADS-Leute kommt Arbeit zu. dpa

Bau des A320 in Finkenwerder: Auf die EADS-Leute kommt Arbeit zu.

ParisDer europäische Flugzeugbauer Airbus hat einem Bericht zufolge einen der größten Aufträge in seiner Geschichte erhalten. Die indonesische Billigfluglinie Lion Air habe mehr als 200 Mittelstrecken-Maschinen vom Typ A320 bestellt, berichtete die französische Wirtschaftszeitung „Les Echos“ am Sonntag, ohne Quellen zu nennen. Darunter sei auch eine große Zahl von Maschinen vom Typ A320neo. Diese sollen weniger Treibstoff verbrauchen und leiser fliegen.

Der Vertrag solle am Montag im Elysée-Palast unterzeichnet werden und könne nach Katalogpreisen der Maschinen einen Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar (15,3 Milliarden Euro) haben. Weder Airbus noch die französische Präsidentschaft wollten am Sonntagabend Stellung zu dem Bericht nehmen. Zuvor war bekannt gegeben worden, dass Präsident François Hollande den Airbus-Chef Fabrice Brégier „aus Anlass einer größeren industriellen Vereinbarung“ empfangen werde.

Die EADS-Zahlen im Überblick

Der Konzern

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat 2012 deutlich mehr Geld verdient. Der Erfolg geht zu einem großen Teil auf das Konto der Tochter Airbus. Daneben gibt es drei weitere Sparten. Insgesamt beschäftigt EADS weltweit mehr als 133.000 Menschen. Das Geschäft der Divisionen im Überblick.

Airbus

Der Flugzeugbauer mit Sitz in Toulouse ist der Goldesel des Konzerns. Der Boeing-Rivale steht mit Erlösen von fast 38,6 Milliarden Euro für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes. 2012 verdiente Airbus vor Zinsen und Steuern (EBIT) gut 1,2 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so viel wie 2011. Mit gut 69 000 Beschäftigten arbeitet mehr als jeder zweite EADS-Mitarbeiter für den Flugzeugbauer. Ein wichtiger Airbus-Standort ist Hamburg.

Eurocopter

Der Hubschrauberhersteller ist 2012 gemessen am Umsatz die zweitgrößte Sparte des Konzerns. Die Erlöse wuchsen um 16 Prozent auf den Rekordwert von fast 6,3 Milliarden Euro. Das EBIT stieg um 20 Prozent auf 311 Millionen Euro. Verantwortlich für das Plus war vor allem das Wartungsgeschäft, die Zahl der ausgelieferten Hubschrauber sank 2012 von 503 auf 475. Auch Eurocopter spürt hier vor allem Kürzungen von Rüstungsausgaben. Das Unternehmen mit Sitz im französischen Marignane beschäftigt knapp 20 800 Menschen.

Astrium

Die Raumfahrttochter ist inzwischen die drittstärkste Division des Konzerns. Der Umsatz des Unternehmens mit Hauptsitz in Paris stieg vor allem wegen des Service-Geschäfts um 17 Prozent auf gut 5,8 Milliarden Euro. Das EBIT stieg ebenfalls um 17 Prozent auf 312 Millionen Euro. Astrium steht vor allem für die europäische Trägerrakete Ariane, aber auch für den Bau von Satelliten. Die Sparte beschäftigt weltweit rund 16 600 Menschen.

Cassidian

Die Rüstungstochter bekommt die Sparzwänge in vielen europäischen Ländern besonders deutlich zu spüren. Die geplatzte Fusion mit BAE Systems machte zudem Hoffnungen der EADS-Spitze zunichte, Zugang zu weiteren Märkten zu bekommen. Der Umsatz von Cassidian sank 2012 leicht um 1 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro, das EBIT brach allerdings um 57 Prozent auf 142 Millionen Euro ein - vor allem wegen der Kosten für den Umbau und Jobstreichungen. 2011 war die Sparte mit Sitz in der Nähe von München gemessen am Umsatz noch die Nummer 2 im EADS-Konzern. Cassidian hat rund 20 900 Beschäftigte.

Lion Air wäre für Airbus ein neuer Kunde. Bislang bestellte die indonesische Airline ihre Flugzeuge dem Bericht zufolge fast ausschließlich beim Airbus-Konkurrenten Boeing. Im November 2011 gab Lion Air die Lieferung von 230 Maschinen des Typs B737 in Auftrag - ein Rekord für Boeing.

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