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15.08.2012

07:55 Uhr

Zement-Hersteller

Holcim profitiert von Nordamerika-Geschäft

Der HeidelbergCement-Konkurrent hat im letzten Quartal vom Bauboom in Nordamerika profitiert: Der Gewinn stieg um rund zehn Prozent. Doch wegen der Krise in Europa kappt der Konzern die Prognose.

Baustelle in einem Tunnel. gms

Baustelle in einem Tunnel.

Zürich Dem Schweizer Zementkonzern Holcim machen Schuldenkrise und Konjunkturflaute in Europa zunehmend zu schaffen. Der Zürcher Traditionskonzern stellt sich für seinen zweitgrößten Markt im laufenden Jahr auf einen Rückgang der Nachfrage ein. Noch vor drei Monaten hatte der weltweit zweitgrößte Baustoffhersteller mit einem stabilen Bedarf gerechnet. Doch angesichts der Schuldenlast und der trüben Wirtschaftsperspektiven scheuen Staaten und Unternehmen Bauausgaben immer mehr.

Im zweiten Quartal sank der Umsatz Angaben vom Mittwoch zufolge in Europa um sechs Prozent, während Holcim in allen anderen wichtigen Regionen zulegen konnte. Konzernweit wuchs der Umsatz mit Baustoffen wie Zement, Transportbeton, Zuschlagsstoffen und Asphalt um zwei Prozent auf 5,6 Milliarden Franken. Preiserhöhungen und Kostensenkungen trugen zu einer Steigerung des Gewinns um 9,6 Prozent auf 506 Millionen Franken bei.

Kürzlich hatte bereits der Zwischenbericht von HeidelbergCement ein ähnliches Bild gezeichnet. Deutschlands Marktführer hatte die starke Nachfrage in Nordamerika und Asiens Boommärkten zu Preiserhöhungen genutzt und damit die lange Talfahrt der Ertragskraft vorerst gestoppt.

Holcim konnte die Preise für Zement im ersten Halbjahr zwar um 5,5 Prozent anheben, ist damit aber noch nicht zufrieden. "Wir erwarten eine Fortsetzung der positiven Preisentwicklung in unserem Unternehmen", sagte Finanzchef Thomas Aebischer in einer Telefonkonferenz. Rückenwind erhalte Holcim dabei von den wichtigen Märkten Asien, Australien, Lateinamerika, Russland und Nordamerika. "Das einzige große Fragezeichen in Bezug auf den Preis ist Europa." Es sei sehr schwierig, bei einer wegbrechenden Nachfrage die Preise anzuheben.

Für einzelne südeuropäische Märkte äußerte sich Holcim pessimistisch. "Spanien hat sich weiter verschlechtert", sagte Aebischer. "Wir haben die Talsohle noch nicht erreicht." Inbesondere in Spanien, aber auch in vielen anderen europäischen Märkten kann Holcim nun einzig sparen, um die Rentabilität zu verbessern.

Mit dem im Mai vom neuen Konzernchef Bernard Fontana eingeleiteten Kostensenkungsprogramm ist Holcim auf Kurs. Bis Ende 2014 will der Konzern den Betriebsgewinn um mindestens 1,5 Milliarden Franken verbessern. Auch den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen und peilt ein organisches Wachstum des operativen Gewinns (Ebitda) an. Nach Einschätzung von Vontobel-Analyst Serge Rotzer kommen die negativeren Angaben zu Europa aber einer indirekten Prognose-Senkung gleich. Die Aktie verlor entsprechend 0,7 Prozent auf 59,60 Franken.

Von

rtr

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