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13.01.2010

16:19 Uhr

Zentralasien

Usbekistans Elektroindustrie erwacht zu neuem Leben

VonUwe Strohbach (gtai)

Es muss nicht immer China sein. Auch Zentralasien ist ein Wachstumsmarkt. Das gilt auch und gerade für die Elektroindustrie. Vor allem Joint Ventures sind gefragt. Investitionen für mehr als 100 Mio. US$ sind in dem Land geplant.

Ein Mechaniker bei der Arbeit. dpa

Ein Mechaniker bei der Arbeit.

TASCHKENT. Die elektrotechnische und elektronische Industrie der Republik Usbekistan befindet sich in einem großen Umstrukturierungsprozess. Nach einer langen und tiefen Krise mehren sich die Anzeichen für eine Wiederbelebung trotz der gegenwärtig schwierigen Lage auf den Auslandsmärkten. Für den Aufschwung sorgen im Wesentlichen ausländische Partner. Die in den kommenden Jahren geplanten Modernisierungs- und Ausbauprojekte bieten auch deutschen Unternehmen Liefer- und Kooperationschancen.

Die elektrotechnische und elektronische Industrie zählt ungeachtet ihres bescheidenen wertmäßigen Volumens zu den traditionellen Schwerpunkbranchen des verarbeitenden Gewerbes in Usbekistan. In der Republik sind zwei Drittel aller zentralasiatischen Kapazitäten der Branche konzentriert (ohne Kasachstan). Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des damit einhergehenden Verlustes der Absatzmärkte fiel die dringend modernisierungsbedürftige Branche in ein tiefes Loch. Mehr als ein Jahrzehnt haben die Betriebe - abgesehen von Kleinstprojekten - keine Investitionen getätigt.

Seit 2002 geht es in dem Sektor in kleinen Schritten wieder aufwärts. Die Investitionen erreichen, gemessen in US-Dollar, wieder deutlich zweistellige Millionenbeträge. Die Anzahl der sich in der Branche engagierenden Betriebe ist 2000 bis 2008 von 58 auf rund 120 gestiegen. Ausländische Firmen haben Aktienpakete an führenden Produzenten erworben oder mit lokalen Partnern Joint Ventures gegründet. Betriebe mit einer ausländischen Kapitalbeteiligung stehen heute für das Gros der Produktion.

Die künftige Entwicklung in der Branche ist in dem von der Regierung verabschiedeten "Programm für die Realisierung bedeutender Projekte für die Modernisierung und Erneuerung der elektrotechnischen Produktion 2009 bis 2013" abgesteckt. In 13 Projekte sollen rund 100 Mio. US$ fließen, darunter zwei Drittel ausländische Investitionen und Kredite sowie ein Drittel Eigenmittel der Betriebe.

Etwa 50 Mio. $ sind für die Produktion von Haushalts-, Unterhaltungs- und Telekommunikationstechnik bestimmt. Die Montage der Erzeugnisse soll unter den Handelsmarken LG/LG Electronics, Samsung (beide Korea/Rep.), Candy (Italien), Haier (VR China) und Roison Electronics (Usbekistan) erfolgen. Im Einzelnen ist vorgesehen, den jährlichen Ausstoß von Fernsehgeräten und Monitoren (Marken: LG und Samsung) mittelfristig auf 315.000 Einheiten gegenüber heute weniger als 100.000 zu erhöhen. In der Sparte Kühl- und Gefrierschränke (Candy, Haier) ist eine Verzehnfachung des Ausstoßes auf bis zu 350.000 Stück avisiert. Der seit 1973 tätige einzige Hersteller von Kühlschranken in Usbekistan, das Werk Sino in Samarkand, verfügt über eine projektierte jährliche Kapazität von 200.000 Einheiten, nutzt diese aber infolge ausgebliebener Instandsetzungs- und Modernisierungsinvestitionen nur marginal aus.

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