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25.01.2015

15:30 Uhr

ZF Friedrichshafen

Millionen-Einsparungen nach TRW-Kauf erwartet

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen erwartet nach der Übernahme des US-Rivalen TRW millionenschwere Einsparungen. Dazu würden die Lieferantenlisten der beiden Unternehmen analysiert, um sie zu kombinieren.

ZF will TRW stärker als Innovationsführer bei Fahrerassistenz und Fahrzeugsicherheit positionieren. dpa

ZF will TRW stärker als Innovationsführer bei Fahrerassistenz und Fahrzeugsicherheit positionieren.

FrankfurtDer Autozulieferer ZF Friedrichshafen verspricht sich von der Übernahme des US-Rivalen TRW millionenschwere Einsparungen. Im Einkauf sollen in den kommenden drei Jahren Einsparungen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erzielt werden. Dazu würden die Lieferantenlisten der beiden Unternehmen analysiert, sagte ZF-Chef Stefan Sommer dem Branchenblatt "Automobilwoche". "Das zu kombinieren, zu fokussieren und die entsprechenden Hebel zu bewegen, erwarten unsere Kunden von uns und gehört auch bei uns zu den Prioritäten."

Womit die Zulieferer zu kämpfen haben

Hoher Finanzbedarf

Immer mehr Innovationen müssen von den Zulieferern selbst kommen. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben steigen dadurch stark an. Die Zulieferer müssen stärker in Vorleistung gehen und tragen damit ein höheres unternehmerisches Risiko.

Globalisierung

Die Autokonzerne bauen immer mehr Werke in Asien oder Mexiko. Damit steigt der Druck auf die Zulieferer, ebenfalls in neue Standorte zu investieren.

Benachteiligung von Mittelständlern

Global agierende Autokonzerne schreiben ihre Aufträge immer öfter für die weltweite Produktion aus. Viele mittelständische Zulieferer können weder die geforderten Stückzahlen herstellen noch den Konzernen einfach ins Ausland nachfolgen.

Hoher Preisdruck

Autokonzerne wie PSA und GM bilden immer öfter Einkaufsgemeinschaften, gleichzeitig steigt die Zahl von Modulbaukästen für die identische Teile in sehr hoher Stückzahl benötigt werden. Beides führt dazu, dass der Preisdruck steigt. Die Zahl der Zulieferer, die das leisten kann, sinkt.

ZF will TRW stärker als Innovationsführer bei Fahrerassistenz und Fahrzeugsicherheit positionieren. TRW werde das Entwicklungsteam "Automatisiertes Fahren" in diesem Jahr deutlich verstärken, kündigte Sommer an. Innerhalb von drei Jahren seien weltweit mehr als 650 Ingenieure und Techniker für das Elektronikgeschäft eingestellt worden, die vor allem neue Radar- und Kamerasysteme entwickelten.

Mit dem Kauf von TRW, der in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden soll, steigt ZF in die Liga der weltweit führenden Autozulieferer Continental, Bosch und Denso aus Japan auf. Der Getriebehersteller vom Bodensee will mit Hilfe des US-Konzerns, der unter anderem Kamera- und Radarsysteme produziert, seine Marktposition als Ausrüster von Elektroautos sowie von Assistenzsystemen stärken.

Von

rtr

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