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21.08.2012

09:36 Uhr

Ziegelhersteller

Wienerberger nimmt Jahresprognose zurück

Der weltgrößte Ziegelhersteller Wienerberger leidet unter der Schuldenkrise. Das liegt vor allem am Kundenkreis der Österreicher. Die Halbjahreszahlen lassen für 2012 nur noch auf einen schmalen Gewinn hoffen.

Ziegelhersteller Wienerberger leidet unter der Schuldenkrise. dpa

Ziegelhersteller Wienerberger leidet unter der Schuldenkrise.

WienDer weltgrößte Ziegelhersteller Wienerberger verwirft angesichts der schwachen Nachfrage seine Hoffnung auf eine Gewinnsteigerung im laufenden Jahr. Viele Menschen in Europa würden wegen der unsicheren Wirtschaftslage derzeit vor größeren Investitionen wie einem Hausbau zurückschrecken und so die Ziegelnachfrage dämpfen, sagte Firmenchef Heimo Scheuch am Dienstag. Der Konzern gehe für 2012 nun nur noch von einem Gewinn aus. Zuvor hatte Wienerberger eine deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung in Aussicht gestellt. An der Börse verlor die Wienerberger-Aktie rund zwei Prozent an Wert.

„Wir müssen uns auf schwierige Zeiten einstellen“, sagte Scheuch. Vor allem in Polen, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien würde derzeit weniger gebaut. Besonders stark sei der Rückgang in osteuropäischen Märkten wie Ungarn, Rumänien und Bulgarien, während sich das frühere Sorgenkind Nordamerika weiter positiv entwickle.

Diese Trends zeigten sich auch im ersten Halbjahr: Das operative Ergebnis (Ebitda) schrumpfte um 16 Prozent auf 104,1 Millionen Euro, während der Gewinn um gut ein Drittel auf 24,1 Millionen Euro einbrach. Der Umsatz legte dank der Übernahme des Kunststoffrohrherstellers Pipelife um fünf Prozent auf gut eine Milliarde Euro zu.

Wienerberger verkauft seine Ziegel hauptsächlich für den Bau von Wohnhäusern und daher großteils an Privatkunden. Das Unternehmen ist daher weniger als manche Konkurrenten von öffentlichen Bauaufträgen abhängig. Diese müssen angesichts der Schuldenkrise ebenfalls sparen und schmälern so die Erträge von Baufirmen wie Strabag. Doch auch bei Privatleuten habe die andauernde Diskussion über die Zukunft des Euro zu einer „sehr starken Vertrauenskrise“ geführt, sagte Scheuch.

Die Auslastung der Ziegelwerke werde im laufenden Jahr daher deutlich unter dem Vorjahresniveau von 65 Prozent liegen. Angesichts der mauen Nachfrage werde Wienerberger einige Fabriken vorübergehend schließen oder zusammenlegen und unter anderem damit bis Ende 2013 rund 40 Millionen Euro sparen. Allerdings kostet das Sparprogramm die Firma in dem Zeitraum 15 Millionen Euro. Wie viele Beschäftigte von den Kürzungen betroffen sind, ließ Scheuch offen. Es werde aber keine „Riesenzahl von Mitarbeitern“ sein, sagte er.

Von

rtr

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