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19.01.2010

11:13 Uhr

Zigaretten-Absatz

Deutsche rauchen immer weniger

Entweder rauchen die Deutschen tatsächlich immer weniger Zigaretten, oder sie kaufen sie einfach nicht mehr legal. So oder so belegen die Zahlen, dass der Absatz hierzulande 2009 leicht zurückgegangen ist. Deutlicher höher ist das Minus bei Zigarren und Zigarillos.

In Deutschland wird weniger geraucht. Quelle: dpa

In Deutschland wird weniger geraucht.

HB WIESBADEN. Die Raucher in Deutschland haben im vergangenen Jahr mehr Geld für ihre Sucht ausgegeben. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, wurden insgesamt Tabakwaren mit einem Wert im Handel von knapp 22,8 Mrd. Euro versteuert - ein Plus von 1,4 Prozent oder rund 315 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Allerdings wird in Deutschland immer weniger geraucht: Die erhöhten Steuereinnahmen sind auf Preiserhöhungen zurückzuführen. Da Schmuggelware nicht erfasst werden kann, gilt die Statistik nur als Indiz für den tatsächlichen Konsum.

Nach den Angaben der Statistiker wurden 2009 in Deutschland mit 86,6 Mrd. Zigaretten 1,4 Mrd. Stück weniger versteuert als im Vorjahr. Das sei ein Minus von 1,6 Prozent. Im Durchschnitt rauchte jeder Einwohner in Deutschland im vergangenen Jahr nach vorläufigen Daten 1055 Zigaretten. Damit setzte sich der rückläufige Trend der letzten Jahre fort: 2004 hatte der Durchschnitt noch bei 1355 Glimmstängeln pro Einwohner gelegen.

Sehr stark rückläufig waren die versteuerten Absatzmengen von Pfeifentabak (- 57,2 Prozent) sowie von Zigarren und Zigarillos (- 24,6 Prozent). Der Absatzeinbruch beim Pfeifentabak sei vor allem auf die geänderte steuerliche Behandlung der sogenannten Pseudo- Pfeifentabake zurückzuführen, die seit Juli 2008 mit dem höheren Steuersatz von Feinschnitt besteuert werden.

Gleichzeitig drehen nach der Preiserhöhung für Zigaretten Mitte vergangenen Jahres viele Raucher wieder selbst. Der Absatz von Feinschnitt stieg nach den Angaben 2009 um 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr an.

Kommentare (3)

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Björn

19.01.2010, 13:39 Uhr

in Großbritannien und anderen Ländern waren die Preiserhöhungen maßgeblich für eine Reduzierung des Zigaretten-Absatzes in den letzten 40 Jahren. Aber die Nichtraucherschutz-Gesetze sind mindestens ebenso wichtig und werden dort auch viel härter durchgesetzt. Schade, dass so viele bundesländer ausscheren und damit eine stärkere Eindämmung des Rauchens verhindern.

ABP

19.01.2010, 17:33 Uhr

Eine stärkere Eindämmung des Rauchens - wie von björn gewünscht - ist doch volkswirtschaftlicher Unfug. Raucher sterben früher, belasten die Rentenkassen weniger und haben vorher schon Unmengen von Steuern bezahlt. Das Märchen von den Gesundheitskosten, die die Raucher verursachen ist wie gesagt ein Märchen. Als ob Nichtraucher gesund und ohne Kosten sterben würden. Lasst die Jungs und Mädels ruhig rauchen, das ist für die Allgemeinheit allemal preiswerter.

im übrigen - ich war jahrzehntelang Raucher und habe den Absprung Gott sei Dank geschafft. Aber dieses Nichtrauchergedöns allerorten geht mir so richtig auf die Nerven.

yahel

19.01.2010, 18:07 Uhr

@ björn

„Schade, dass so viele bundesländer ausscheren und damit eine stärkere Eindämmung des Rauchens verhindern.“

Regierungen, egal wo, die sich mit solchen Nebensächlichkeiten beschäftigen, haben die wahren Probleme in denen die Gesellschaft steckt, ignoriert. Der Knall, der in den nächsten 20 Jahren Europa erschüttern wird, hat eine andere Qualität als diese albernen, politisch verordneten Rauchverbote.

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