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13.03.2014

19:00 Uhr

Zoff mit IG Metall

Gericht bestätigt Auflösung von Kärcher-Betriebsrat

Punkt für die IG Metall: Im Streit mit dem Kärcher-Betriebsrat hat die Gewerkschaft einen Sieg errungen. Ein Gericht bestätigte die Auflösung des Gremiums. Bei den Neuwahlen hat die IG Metall an Einfluss gewonnen.

Weil sich der Kärcher-Betriebsrat nicht an das Gesetz hielt, wurde der Betriebsrat aufgelöst. dpa

Weil sich der Kärcher-Betriebsrat nicht an das Gesetz hielt, wurde der Betriebsrat aufgelöst.

StuttgartDas Landesarbeitsgericht Stuttgart hat die Auflösung des Betriebsrats der Firma Kärcher bestätigt. Der Betriebsrat habe vorsätzlich gegen seine Pflichten verstoßen, sagte der Vorsitzende Richter Reiner Müller am Donnerstag. Damit bestätigte er die Entscheidung in erster Instanz. Weil zunächst nicht klar war, ob der alte Betriebsrat formal gesehen überhaupt noch im Amt ist, hatte sich die Entscheidung am Donnerstag verzögert. Denn vor wenigen Tagen fanden die regulären Betriebsratswahlen bei Kärcher statt.

In dem Streit hatte die Gewerkschaft kritisiert, dass der alte Betriebsrat weniger Betriebsversammlungen einberufen hatte als vom Gesetz vorgesehen und dessen Auflösung verlangt. Nach dem Betriebsverfassungsgesetz müssen pro Jahr vier Versammlungen stattfinden. Kärcher hatte aber in den vergangenen Jahren nur eine im Rahmen einer Weihnachtsfeier abgehalten.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Der Anwalt des Unternehmens, Ralf Busch, sagte, er könne darin keinen groben Verstoß erkennen. Viele Firmen hielten sich nicht an die vorgegebene Zahl. Der Richter entgegnete, das Gesetz sei eindeutig. „Über eine Stoppstelle darf man auch nicht drüberfahren“, auch wenn sich viele Verkehrsteilnehmer nicht daran hielten. Darüber hinaus sei in der Verhandlung deutlich geworden, dass es dem Betriebsratschef Hans-Jörg Ziegler auch darum gegangen sei, die Gewerkschaft grundsätzlich aus dem Unternehmen zu halten.

Bei den Neuwahlen Anfang der Woche hat die IG Metall an Einfluss gewonnen. Die erstmals von der Gewerkschaft unterstützte Liste errang sechs der 19 Plätze in dem Gremium. Am kommenden Montag findet die konstituierende Sitzung statt. Der bisherige Betriebsratschef Ziegler sagte, er rechne sich gute Chancen aus, erneut als Kandidat für die Spitze des Gremiums vorgeschlagen zu werden. Richter Müller betonte, die Entscheidung sei ein Zeichen für ihn, dass er in der Funktion künftig das Betriebsverfassungsgesetz einzuhalten habe.

Von

dpa

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