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10.02.2014

11:27 Uhr

Zu hohe Kosten

Toyota stellt Autoproduktion in Australien ein

2017 ist Schluss: Der japanische Autobauer Toyota wird in drei Jahren seine Werke in Australien schließen. Schuld sind die hohen Kosten und die starke Landeswährung. Damit kehrt die ganze Autobranche dem Land den Rücken.

Rund 2500 Arbeitsplätze bei Toyota sowie zahlreiche weitere Stellen bei Zulieferern sind von der Schließung betroffen. dpa

Rund 2500 Arbeitsplätze bei Toyota sowie zahlreiche weitere Stellen bei Zulieferern sind von der Schließung betroffen.

Melbourne/TokioDie Auto-Branche kehrt Australien als Produktionsstandort endgültig den Rücken. Die hohen Kosten und die starke Landeswährung haben nun auch Toyota dazu bewogen, die Fertigung Ende 2017 einzustellen. Damit folgt der japanische Weltmarktführer General Motors (GM) und Ford. In einigen Jahren wird dann kein global ausgerichteter Hersteller mehr vor Ort Fabriken betreiben.

Toyota teilte am Montag mit, trotz vieler Bemühungen rechne sich die Produktion nicht mehr. Es gebe zu viele Faktoren, die man selbst nicht beeinflussen könne. Rund 2500 Arbeitsplätze sind direkt betroffen, zudem zahlreiche weitere Stellen bei Zulieferern. Toyota hatte vor mehr als einem halben Jahrhundert mit der Produktion in Australien begonnen.

Einstmals verfügte der fünfte Kontinent über eine sehr lebendige Auto-Industrie. Während 2004 noch mehr als 400.000 Wagen hergestellt wurden, verließen 2012 nur noch wenig mehr als 200.000 die Bänder. Statt in Australien – einem Land mit 23 Millionen Einwohnern – produzieren nun viele Anbieter beispielsweise in Indonesien, wo niedrigere Kosten und eine wachsende Mittelschicht locken.

Die Opel-Mutter GM hatte im Dezember bekanntgegeben, Ende 2017 ihre Fabriken zu schließen und dies mit hohen Produktionskosten sowie dem harten Wettbewerb begründet. Im Mai hatte schon Ford aus ähnlichen Motiven seinen Rückzug für Ende 2016 angekündigt.

Die Toyota-Entscheidung ist auch eine Niederlage für die konservative Regierung von Ministerpräsident Tony Abbott. Vor allem die Gewerkschaften kritisieren, dass zu wenig getan worden sei, um den Autobauer im Land zu halten. Abbott sprach von einer verheerenden Nachricht. Die Wirtschaft des Landes ist bereits vom abflauenden Boom in der Bergbau-Branche belastet.

In Australien wurden vergangenes Jahr nach Angaben des Automobilverbandes 1,14 Millionen Wagen abgesetzt – so viel wie noch nie zuvor. Aber nur jedes Zehnte davon wurde im Land selbst hergestellt. Toyota ist dabei die Nummer eins auf dem Kontinent mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent.

Von

rtr

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