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12.02.2012

11:45 Uhr

Zugdrachen ziehen nicht

SkySails entlässt die halbe Belegschaft

Der Hersteller von Zugdrachen für die Schifffahrt muss jeden zweiten Mitarbeiter entlassen. Das Unternehmen leidet darunter, dass die Reeder derzeit kein Geld haben, um in die innovative Technologie zu investieren.

Mit dem Zugdrachen von SkySails können Frachtschiffe den Wind als Unterstützung für ihren Antrieb nutzen. dpa

Mit dem Zugdrachen von SkySails können Frachtschiffe den Wind als Unterstützung für ihren Antrieb nutzen.

HamburgDas Hamburger Unternehmen SkySails, Hersteller von Zugdrachen für die Schifffahrt, muss die Hälfte seiner Belegschaft entlassen. Rund 40 Beschäftigten sei Ende Januar mitgeteilt worden, dass sie angesichts der Marktlage nicht länger bei SkySails arbeiten könnten, sagte Geschäftsführer Stephan Wrage der Nachrichtenagentur dpa in Hamburg.

Die Reeder seien gegenwärtig wegen ihrer unsicheren wirtschaftlichen Situation nicht in der Lage, in eine innovative Technologie zu investieren. Von den Banken gebe es keine Unterstützung. Er erwarte, dass die schwierige Situation noch ein bis zwei Jahre anhalte.

SkySails hat einen Zugdrachen entwickelt, mit dessen Hilfe Frachtschiffe den Wind als Unterstützung für ihren Antrieb nutzen können. Damit sparen sie Öl, das gegenwärtig einen beträchtlichen Kostenfaktor in der Schifffahrt darstellt. Zudem stößt das Schiff dadurch weniger klimaschädliches Kohlendioxid aus.

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„Die Rahmenbedingungen haben sich so entwickelt, wie wir erwartet haben“, sagte Wrage. Schiffe müssten ihre Emissionen zurückführen und Öl habe sich dauerhaft verteuert. Dennoch schreckten die Reeder davor zurück, rund eine Million Euro in einen Zugdrachen zu investieren. Bislang habe SysSails rund zehn Zugdrachen verkauft, aber noch nicht alle sind bereits montiert.

Wegen der Flaute auf dem Kernmarkt vermarktet SkySails gegenwärtig vor allem ein anderes Produkt, ein sensorbasiertes Computersystem zur Optimierung der Schiffsführung. Zudem entwickelt SkySails Systeme zur Windenergie-Gewinnung in großen Höhen. Für diesen Geschäftsbereich würden getrennt Investoren gesucht, um die Entwicklung weiter vorantreiben zu können, sagte Wrage. Das Unternehmen wird durch Risikokapital finanziert und hat die Gewinnzone bislang nicht erreicht. Die Gesellschafter und Kapitalgeber stünden hinter der Restrukturierung, sagte der Geschäftsführer.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Mitbuerger

12.02.2012, 12:08 Uhr

War doch klar ... das ganze hatte mich schon immer zu sehr an Cargolifter erinnert.

Account gelöscht!

12.02.2012, 12:21 Uhr

Hallo Mitbürger, der Vergleich hinkt. Das Problem beim Cargolifter war, dass es unmöglich war, das Riesending zentimetergenau unbeweglich in der Luft zu halten. Beim Skysail hingegen ist Bewegung erwünscht (natürlich nur in die rihtige Richtung...)

Hart_am_Wind

12.02.2012, 12:22 Uhr

Zitat aus Wikipedia: "Insgesamt sind – nach sechs Jahren Forschung und Entwicklung, vier Jahren praktischer Erprobung und einem Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro[12] – derzeit (Stand Januar 2012) drei Schiffe mit dem System ausgestattet."Das sieht nach sehr geringem Interesse auf Seiten der Reederschaft aus. Wo, bitte liegt der Break-Even?

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