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16.01.2007

09:28 Uhr

Zukäufe nicht ausgeschlossen

Französische Thales stellt sich neu auf

VonHolger Alich

2006 rankten sich Übernahme-Spekulationen um den französischen Elektronik- und Rüstungskonzern Thales. EADS hatte mehrfach interesse bekundet. Doch mittlerweile ist das Unternehmen übernahmefest. Sein Chef, Denis Ranque, will nun selbst zum Angriff übergehen.

PARIS. „2007 wird ein Jahr der Eroberungen sein“, sagte er anlässlich des Neujahrsempfangs seines Unternehmens. Damit sei „externes wie internes Wachstum gemeint“. Zudem kündigte er an, Thales habe die für 2006 gesetzten Ziele wohl erreicht. Er stellte bislang ein Wachstum des Umsatzes von 3,8 Prozent in Aussicht, der Gewinn soll zulegen.

Für Thales war das Jahr 2006 ein Schicksalsjahr: Zu Anfang des Jahres wurde der Kurs der Thales-Aktie noch von Übernahme-Spekulationen getrieben. EADS hatte mehrfach Interesse für Thales bekundet. Doch Ranque hat mittlerweile sein Haus übernahmefest gemacht und neue Geschäftsbereiche erschlossen. Und selbst zugekauft: Im Dezember stimmten die Aktionäre von Thales der Übernahme der Signaltechnik- und Sicherheitsaktivitäten von Alcatel-Lucent zu. Damit gewinnt Thales Umsatz von pro forma 833 Mill. Euro sowie 73 Mill. Euro Betriebsmarge.

Die Übernahme des Satelliten-Geschäfts von Alcatel-Lucent soll eine weitere Milliarde Euro Umsatz bringen. Doch der Deal hat noch nicht die Zustimmung der EU-Wettbewerbshüter, die eine vertiefte Prüfung des Falls angeordnet haben. Laut Thales besteht das Problem darin, dass der Konzern eine dominierende Stellung bei bestimmten Sender-Verstärkern für Satelliten besitzt. Eine Entscheidung wird für April erwartet.

Mit der Übernahme der Alcatel-Aktivitäten wurde gleichzeitig die Aktionärsstruktur bei Thales neu sortiert. Denn Thales bezahlt Alcatel in eigenen Aktien, damit steigt Alcatel-Lucent mit 21 Prozent zum größten Privataktionär auf. Größter Einzelaktionär bleibt der französische Staat mit 27 Prozent. Der Staat hat ferner ein Veto-Recht, sollte ein ausländischer Aktionär mehr als 20 Prozent der Thales-Anteile erwerben und damit die strategischen Interessen Frankreichs bei Thales gefährden. Die Dassault-Gruppe ist nicht länger Mitglied im Aktionärspakt und will ihren Anteil von fünf Prozent verkaufen.

Darüber hinaus steht bei Thales noch der Abschluss der Beteiligung am staatlichen Marine-Konzern DCN mit 25 Prozent aus. Laut Ranque steht dies nun unmittelbar bevor.

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