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21.11.2012

10:52 Uhr

Zukauf in Norwegen

BASF setzt auf Trend zu gesunder Ernährung

Der Chemie-Konzern BASF investiert Hunderte Millionen Euro in den Kauf der norwegischen Pronova Biopharma. Der Spezialist kennt sich bestens mit Omega-3-Fettsäuren aus. Und die gelten als gesundheitsfördernd.

Genveränderte Rapspflanzen in einem BASF-Gewächshaus Der Raps soll bestimmte Omega-3-Fettsäuren produzieren. (Archiv) dpa - picture-alliance

Genveränderte Rapspflanzen in einem BASF-Gewächshaus Der Raps soll bestimmte Omega-3-Fettsäuren produzieren. (Archiv)

Düsseldorf/LudwigshafenBASF will an die Spitze des Marktes für Omega-3-Fettsäuren aufrücken und setzt damit voll auf ein Anhaltend des Trends zu gesunder Ernährung. Denn den Fettsäuren wird eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System nachgesagt.

Bis zu umgerechnet 664 Millionen Euro nimmt BASF in die Hand, um den Hersteller Pronova Biopharma zu übernehmen. Wie der Chemiekonzern am Mittwoch mitteilte, bietet er den Pronova-Aktionären 12,50 norwegische Kronen (1,7 Euro) je Anteilsschein. Dies entspricht einem Aufschlag von 24 Prozent auf den Durchschittskurs der vergangenen sechs Monate. Der Verwaltungsrat sowie das Management von Pronova unterstützten das Angebot. Zudem habe BASF verbindliche Zusagen für rund 60 Prozent des Aktienkapitals von Pronova erhalten.

Mit der Übernahme will BASF seine Geschäfte auf dem lukrativen Markt für Nahrungsergänzungsmittel verstärken. Pronova produziert neben rezeptfreien Omega-3-Fettsäuren-Tabletten auch pharmazeutische Wirkstoffe zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die vor allem im Fisch enthaltenen ungesättigten Fettsäuren können vom Körper nicht selbst hergestellt und müssen deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden. „Durch die Akquisition von Pronova wird BASF im globalen Markt für Omega-3-Fettsäuren unmittelbar eine führende Position einnehmen“, teilte BASF mit. Der Markt sei hochprofitabel und wachse schnell.

Im vergangenen Jahr erzielte Pronova einen Umsatz von umgerechnet 227 Millionen Euro und einen Nettogewinn von 21 Millionen Euro. Der Zukauf stärke die Wertschöpfungskette von BASF bei Nahrungsmitteln, schrieb DZ-Bank-Analyst Peter Spengler in einem Kurzkommentar. Er empfiehlt die Aktien weiter zum Kauf. Bei den Anlegern spielte der Zukauf aber keine große Rolle: Die BASF-Aktien notierten kaum verändert bei 65,84 Euro.

Auch der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer wollte mit dem Erwerb des US-Vitaminhersteller Schiff von der Beliebtheit der Nahrungsergänzungsmittel profitieren und dafür 1,2 Milliarden UD-Dollar (rund 940 Millionen Euro) ausgeben. Das wäre ein kräftiger Aufschlag von 48 Prozent gewesen. Doch ein Gegenangebot des britischen Konsumgüter Riesen Reckitt Benckiser machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung - auf ein Bietergefecht wollte sich Bayer nicht einlassen und strich am Dienstag die Segel.

BASF hat dagegen von den zwei größten Pronova-Aktionären schon verbindliche Zusagen erhalten, dass sie ihre Anteile an den Ludwigshafener Konzern verkaufen: So hat BASF den 50-prozentigen Anteil der Investmentgesellschaft Herkules Pivate Equity und 9,1 Prozent des Investors Kistefos sicher. Hinzu kommen 0,3 Prozent aus dem Besitz von Mitgliedern des Verwaltungsrats und des Managements. Dennoch kann auch diese Übernahme noch scheitern: BASF knüpft den Zukauf nämlich an die Bedingung, dass er durch sein Angebot mehr als 90 Prozent aller Aktien und Stimmrechte bekommt. Dazu dürfen auch keine „wesentlichen nachteiligen Veränderungen im Geschäft von Pronova“ eintreten. Auch die Wettbewerbsbehörden müssen noch zustimmen. Einen Abschluss der Transaktion erwartet BASF im ersten Quartal 2013.

Kommentare (1)

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Felix_242

21.11.2012, 15:55 Uhr

Mich interessiert ja extrem, ob Mitarbeiter vor allem die Chefetage, die Wissenschaftler und generell die aus den oberen Etagen von BASF, MONSANTO und BAYER auch Gentechnik auf ihrem Speiseplan haben, oder ob sie eventuell auf Bio-Produkte oder sogar Gentechnikfreie Nahrung zurückgreifen, im beruflichen wie auch im privaten Leben.

Interessant wäre auch, ob BASF die eigene Gentechnik-Kartoffel verzehrt und eventuell in der Gemeinsamen KANTINE verarbeiten, für alle Mitarbeiter.

Wäre interessant, könnt ihr darüber etwas in Erfahrung bringen?

Wer vehement behauptet, dass Gentechnik nicht schädlich ist und das BIO beseitigt werden muss, der hat sich auch nicht an Bioprodukte oder Gentechnikfreie Nahrung zu vergreifen....


Um etwas in Erfahrung zu bringen, ist ja wohl klar, dass dafür der investigative Journalismus zum Einsatz kommen muss und deren Arbeit unter anderem auch von anonymen Informanten belegt werden sollte. Ein interner Speiseplan oder sonstiges... wäre vielleicht hilfreich

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