Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.12.2016

09:40 Uhr

Zukunft der Elektroautos

Vom Ladenhüter zum Verkaufsrenner

VonStefan Menzel

Nicht nur auf deutschen Straßen ist von neuen E-Autos noch nicht viel zu sehen. Hersteller und Händler tun sich schwer damit, die teuren Fahrzeuge zu verkaufen. Doch in fünf Jahren dürfte sich das schlagartig ändern.

Automarkt im Fokus

Darum wird es den Kombi bald nicht mehr geben.

Automarkt im Fokus: Darum wird es den Kombi bald nicht mehr geben.

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfElektroautos sind Ladenhüter. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für viele andere Länder in der Welt. „Von wenigen Ausnahmen abgesehen zeigen die aktuellen Absatztrends derzeit noch ein geringes Interesse an der E-Mobilität“, unterstreicht Stefan Bratzel, Professor am Center of Automotive Management (CAM), in Bergisch Gladbach bei Köln. Für den Automobilprofessor ist das allerdings nur eine Momentaufnahme. Weil die meisten Autohersteller in aller Welt inzwischen an einer neuen Generation von Elektrofahrzeugen arbeiten, sei voraussichtlich vom Jahr 2020 an „mit einem rasanten weltweiten Wachstum“ bei den Elektroautos zu rechnen.

Mit der Elektromobilität geht es im Moment in vielen Staaten nur sehr schleppend voran. Eine Ausnahme ist dabei allerdings China. Weil die Umweltprobleme vor allem in den Ballungsräumen entlang der chinesischen Ostküste besonders groß sind, treibt die Regierung in Peking den Verkauf von Elektroautos stärker als andere Länder voran.

Wissmann und Kretschmann beim Autogipfel: „Wir brauchen den Spirit von Tesla“

Wissmann und Kretschmann beim Autogipfel

Premium „Wir brauchen den Spirit von Tesla“

Im Gespräch mit Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe entwickeln der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Auto-Lobbyist Matthias Wissmann Ideen für die Mobilität der Zukunft – und entdecken Gemeinsamkeiten.

In China sind in diesem Jahr bislang etwa 340.000 Elektrofahrzeuge (rein batteriegetrieben oder Hybrid-Modelle) verkauft worden, binnen Jahresfrist haben sich die Elektroverkäufe damit ungefähr verdoppelt. Bei einem Gesamtmarkt mit mehr als 20 Millionen Neuzulassungen pro Jahr ist der Anteil der Elektromodelle in China auch jetzt noch vergleichsweise klein (1,7 Prozent), heißt es in einer neuen CAM-Studie über die jüngsten Trends bei der Elektromobilität, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

In den USA sieht es für die Elektroautos schon deutlich schlechter aus. Mehr als 133.000 verkaufte Elektrofahrzeuge in diesem Jahr bedeuten zwar ein Plus von 33 Prozent. Ihr Anteil von gerade einmal 0,8 Prozent fällt allerdings klar niedriger als in China aus.

Im klassischen Automobilland Deutschland steht es um die Elektroautos noch etwas schlechter. Ihr Anteil an allen Neuzulassungen des Jahres liegt gerade einmal bei einer Quote von 0,7 Prozent, unverändert gegenüber dem Vorjahr. Automobilprofessor Bratzel spricht für Deutschland von einer „ernüchternden Bilanz“. Die Verkaufszahlen für Elektroautos sind im zurückliegenden Jahr gerade einmal um zehn Prozent gestiegen. Auch die im Sommer eingeführte staatliche Prämie für Elektrofahrzeuge hat daran wenig ändern können.

Für Stefan Bratzel sind drei Gründe entscheidend für den Misserfolg der Elektromobile: die geringe Reichweite, das Fehlen einer wirklich nutzbaren Infrastruktur und der hohe Preis der Autos. Solange sich an diesen zentralen Punkten keine Änderung zum Besseren ergebe, solange werde es keine wirklich steigenden Verkaufszahlen geben.

Kommentare (21)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Grutte Pier

15.12.2016, 10:32 Uhr

"Doch in fünf Jahren dürfte sich das schlagartig ändern"

Die rot-links-grünen Umweltideologen spekulieren eben darauf, dass Sie in dem Zeitraum weiter "Fakten" schaffen können, um die bezahlbare, bewährte und zuverlässige Technik weiter zu verteufeln und in der Nutzung einzuschränken.

Wenn die Nutzung des "klassischen" Autos weitgehend durch sinnfreie Umweltstandards verboten ist, wird sich die teure, unwirtschaftliche e-Mobilität selbstverständlich "durchsetzen" und "wie von selbst" verkaufen.......

Die Frage, wo der ganze, dann benötigte Strom herkommen soll, kann man später noch klären...

Account gelöscht!

15.12.2016, 10:54 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

G. Nampf

15.12.2016, 10:56 Uhr

Solange E-Autos nicht das leisten, was ein Benziner leistet, kaufe ich kein E-Auto

Die minimalen Anforderungen sind:

-min 700 km Reichweite bei vier Insassen und vollem Kofferraum und 140 km/h

- Spitzengeschwindigkeit ca. 160 km/h

- Volltanken in längstens 20 Minuten

- ein überall vorhandenes Tankstellennetz

- gleicher Preis ohne Subventionierung durch den Steuerzahler


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×