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04.02.2015

16:56 Uhr

Zukunft des Autos

Ein Leben ohne Lenkrad

VonLukas Bay

Wenn die deutsche Autobranche über das automatisierte Fahren diskutiert, sind die Vorreiter aus Silicon Valley gar nicht mehr weit entfernt. Beim „CAR-Symposium“ in Bochum umreißen Branchengrößen die mobile Zukunft.

In Las Vegas in Jeans und Sakko, in Bochum im Anzug: Auch Ford-Chef Mark Fields ist sich bewusst, dass der IT-Gründergeist in Deutschland noch nicht so locker sitzt. Reuters

Der Geist des Silicon Valley

In Las Vegas in Jeans und Sakko, in Bochum im Anzug: Auch Ford-Chef Mark Fields ist sich bewusst, dass der IT-Gründergeist in Deutschland noch nicht so locker sitzt.

BochumBochum ist nicht Las Vegas. Anders als auf der weltgrößten Technologiemesse CES ist Ford-Chef Mark Fields heute nicht in Jeans und ohne Krawatte zum „CAR-Symposium“ der Universität Duisburg-Essen gekommen, sondern ganz förmlich im Anzug. Ein bisschen Silicon Valley hat der Ford-Chef aber mitgebracht ins Ruhrgebiet. Bei der Branchenkonferenz will er erklären, wie er den Autobauer derzeit zum Technologiekonzern umbaut. Und wie er Ford in eine Zeit führen will, in der das Lenkrad nicht mehr das Zentrum des Autos sein wird.

„Wir erleben eine einzigartige Zeit des Wandels in der Geschichte der Automobilindustrie“, erklärt Fields. Sein Unternehmen sucht darum die Nähe zu Google und Tesla. In Palo Alto im Silicon Valley hat Ford gerade ein Entwicklungszentrum eröffnet. Dort sollen Lösungen entwickelt werden, mit denen Ford den neuen Anforderungen gerecht werden will.

Vier Megatrends skizziert der Ford-Chef: die Urbanisierung, das Wachstum der globalen Mittelschicht, die Verbesserung der Luftqualität und die veränderten Gewohnheiten der Autofahrer. Um diesen Trends zu begegnen, müsse nun an der Entwicklung des autonomen Fahrens gearbeitet werden, betont Fields. Er rechnet vor, dass ein durchschnittlicher Autofahrer pro Jahr 111 Stunden im Stau stehe, dass es im Jahr 2030 weltweit bereits 41 Mega-Citys mit mehr als zehn Millionen Einwohnern geben werde. Und damit noch mehr Stau. Vor allem aber hat Fields ein paar warme Worte mit nach Deutschland gebracht.

„Wir lieben euch“, ruft er seinen deutschen Zulieferern im Publikum zu. Er ist auf deren Gegenliebe angewiesen, damit Ford die neuen Technologien auch bezahlbar anbieten kann. Auch wenn das Silicon Valley in puncto IT-Software derzeit vorweg fährt, kommen selbst Branchenriesen wie Google nicht ohne Technologie aus Deutschland aus.

„Auch im Google-Auto steckt eine Menge Technologie von uns“, sagt Bosch-Chef Volkmar Denner, der in Bochum präsentiert, wie sich große Zulieferer die Zukunft der Mobilität vorstellen. Dabei gehe es um mehr als nur neue Teststrecken. Man werde das autonome Fahren Schritt für Schritt in den Alltag integrieren. Vom Parkassistenten bis zum selbstständigen Fahren im Stau.

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