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21.12.2016

19:28 Uhr

Zukunft E-Mobilität

Schaeffler kauft Elektromotoren-Hersteller

Unter dem Motto „Mobilität für Morgen“ will sich Schaeffler aufstellen für einen elektronischen Automarkt der Zukunft. Als Teil dieser Strategie übernimmt der Autozulieferer den Elektromotorenhersteller Compact Dynamics.

Der Autozulieferer übernimmt den Elektromotorenbauer Compact Dynamics. dpa

Schaeffler

Der Autozulieferer übernimmt den Elektromotorenbauer Compact Dynamics.

HerzogenaurachDer Autozulieferer Schaeffler will sich mit dem Kauf eines Elektromotorenherstellers für das künftige Elektroauto-Zeitalter wappnen. Das fränkische Unternehmen erwirbt 51 Prozent der Anteile an der Starnberger Firma Compact Dynamics, wie das Unternehmen mit Firmensitz in Herzogenaurach am Dienstag mit. Der Kauf soll im ersten Quartal 2017 wirksam werden. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Schaeffler will künftig die Elektromotoren der Tochter des Nürnberger Unternehmens Semikron International in Großserie herstellen. Es ist der erste Zukauf von Schaeffler seit der umstrittenen Übernahme des Reifenherstellers und Zulieferers Continental 2008. Gleichzeitig habe Schaeffler mit Semikron eine Kooperation bei der Entwicklung und Fertigung von elektrischen Motorsteuerelementen vereinbart.

Die Zulieferindustrie in Deutschland und Niedersachsen

Wichtiger Arbeitgeber

Die Automobilzulieferindustrie gehört in Deutschland zu einem der wichtigsten Arbeitgeber. Knapp 305.000 Menschen arbeiteten im September laut Zahlen des Verbandes der Automobilindustrie in der Branche. Das waren rund 1400 Menschen mehr als im Vorjahresmonat. Auch der Umsatz der Zulieferer blieb mit 57,3 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten dieses Jahres trotz der Krise bei Europas größtem Autobauer VW stabil.

VW als zentraler Auftraggeber

Rund ein Drittel der Beschäftigten in der Industrie arbeitet nach Angaben des Arbeitgeberverbands Niedersachsenmetall in Niedersachsen. Für viele der Unternehmen ist VW der wichtigste Auftraggeber. Große Konzerne wie Continental, BASF, Wabco, Bosch und Johnson Controls entwickeln und produzieren Produkte für den Wolfsburger Konzern. Geliefert wird fast alles: Anbauteile, Innenausstattung, Getriebe und natürlich die immer wichtiger werdende Software.

Treiber von Entwicklung und Innovation

„Die Zulieferer stellen nicht nur die Teile her. Sie sind selbst wesentliche Treiber von Entwicklung und Innovationen“, sagte Christian Budde vom Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall. Die Unruhe bei den Zulieferern ist nach der Ankündigung eines Strategiewechsels bei Volkswagen deshalb nachvollziehbar. „Dieser Umbauprozess wird die nächsten Jahre beherrschen und bringt auch für die niedersächsischen Zulieferer gravierende Veränderungen mit sich“, teilte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) vor einem Gipfeltreffen am Dienstag in Hannover mit.

Die Mehrheitsbeteiligung an dem Elektromotorenhersteller ist Teil der jüngst vorgestellten Strategie „Mobilität für Morgen“. Mit ihr will der Autozulieferer nach Angaben von Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld frühzeitig die Weichen in Richtung E-Mobilität stellen. Er erwartet von 2020 an sinkende Produktionszahlen von Autos mit Verbrennungsmotoren. Damit wird auch die Nachfrage nach entsprechenden Motor- und Getriebekomponenten zurückgehen.

Von

dpa

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