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24.10.2011

14:19 Uhr

Zukunftsinvestitionen

Wo Firmen die Forschung neu entdecken

VonKatrin Terpitz

In der Krise haben viele Unternehmen ihre Forschungsetats eingefroren. Das ist jetzt vorbei. Weltweit wird wieder kräftig in Forschung und Entwicklung investiert. Handelsblatt Online zeigt Deutschlands Forschungskönige.

Ein BMW i3 Konzept-Auto des bayerischen Autobauers. Reuters

Ein BMW i3 Konzept-Auto des bayerischen Autobauers.

DüsseldorfUnternehmen weltweit investieren wieder kräftig in die Zukunft. Um satte 9,3 Prozent stockten sie im Schnitt ihre Budgets für Forschung und Entwicklung (F&E) im Jahr 2010 auf. Andererseits: Die Umsätze der Unternehmen waren mit durchschnittlich 15 Prozent noch stärker gestiegen. Das zeigt eine Analyse der Strategieberatung Booz & Company unter den 1000 Firmen mit den höchsten Innovationsausgaben weltweit.

Ausgaben für F&E (2010, Booz & Company)

Infineon

Budget: 0,54 Milliarden US-Dollar

Merck KGaA

Budget: 1,85 Milliarden US-Dollar

Continental

Budget: 1,92 Milliarden US-Dollar

BASF

Budget: 1,98 Milliarden US-Dollar

SAP

Budget: 2,29 Milliarden US-Dollar

Bayer

Budget: 4,05 Milliarden US-Dollar

BMW

Budget: 4,09 Milliarden US-Dollar

Daimler

Budget: 4,61 Milliarden US-Dollar

Siemens

Budget: 5,22 Milliarden US-Dollar

VW

Budget: 6,09 Milliarden US-Dollar

Im Krisenjahr 2009 dagegen lagen viele Innovationsprojekte auf Eis. Etwa die Hälfte der Firmen hatte seine Forschungsbudgets zum Teil kräftig gekappt. Im Schnitt waren die Ausgaben um 3,5 Prozent gesunken. 2010 jedoch überstiegen die Forschungsinvestitionen gar das Niveau vor der Krise. Deutlich ausgabefreudiger zeigen sich vor allem die Branchen IT/Elektronik, Pharma und Automobil. Auf diese Industrien entfallen zwei Drittel der globalen F&E-Investitionen.

Nach Schätzungen von Booz wurden weltweit insgesamt 1150 Milliarden Dollar in F&E investiert. 40 Prozent davon kommen aus dem öffentlichen Sektor. Etwa die Hälfte, 550 Milliarden Dollar, stammt von den Top-1000-Unternehmen. Analysiert wurden nur Firmen, die ihre F&E-Ausgaben veröffentlichen.

Tatsache ist: Je nach Branche variiert der Anteil des Innovationsbudgets am Umsatz stark. Die Pharmaindustrie etwa ist besonders forschungsintensiv. So finden sich fünf Pharmafirmen unter den globalen Top Ten. Auf den ersten drei Plätzen: Roche, Pfizer und Novartis.

Von den deutschen Unternehmen spielen 46 in der Oberliga der 1000 größten Forschungsinvestoren – ein Jahr zuvor waren es noch 50 gewesen. Trotzdem konnte Deutschland klar seine Position als „Europameister“ bei den Innovationsausgaben verteidigen – vor Frankreich und der Pharmahochburg Schweiz. Waren die Forschungsbudgets der Deutschen im Vorjahr noch im Schnitt um 3,1 Prozent gesunken, stiegen sie 2010 wieder um 8,9 Prozent.

Mit Volkswagen (Rang 14) und Siemens (16) platzierten sich erneut zwei deutsche Konzerne unter den Top 20 in der globalen Rangliste. Der Autobauer stockte mit 19,4 Prozent sein F&E-Budget im Branchenvergleich am stärksten auf.

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