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01.03.2013

14:47 Uhr

Zukunftsplan

Bochumer Betriebsrat rebelliert gegen die Opel-Sparpläne

Der Zukunftsplan für Opel sorgt für Streit im Betriebsrat. Bochums Betriebsratschef Einenkel verweigert dem Plan seine Zustimmung - und schießt massiv gegen Gesamtbetriebsratschef Schäfer-Klug.

Die Betriebsräte des Autobauers Opel sind sich uneinig über die Zustimmung für den Zukunftsplan des Autobauers. dpa

Die Betriebsräte des Autobauers Opel sind sich uneinig über die Zustimmung für den Zukunftsplan des Autobauers.

BochumIm Opel-Betriebsrat ist nach der Zustimmung zum Zukunftsplan für den kriselnden Autohersteller ein offener Streit ausgebrochen. Der Betriebsratschef des von massiven Einschnitten betroffenen Werkes Bochum, Rainer Einenkel, erklärte am Freitag, es habe sich aus seiner Sicht um „sehr ungewöhnliche Verhandlungen“ gehandelt. Als Verhandlungsführer für den Standort Bochum habe er dem Zukunftsplan für die deutschen Werke „nicht zugestimmt“.

Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug mit Büro am Stammsitz Rüsselsheim habe am Donnerstag bereits am Morgen seine Fraktion im Betriebsrat informiert, dass der Vertrag zum Opel-Zukunftsplan bereits beschlossen sei, erklärte Einenkel. Danach sei Schäfer-Klug mit dieser Information an die Öffentlichkeit gegangen. „Peinlich nur, dass alle anderen Betriebsratsvorsitzenden diesen Vertrag bis dahin nicht vorliegen hatten und auch nicht kannten“, erklärte Einenkel. „Frage aus dem Betrieb: Dummheit oder Absicht?“

In den anschließenden „kurzen“ Verhandlungen mit dem Betriebsrat habe das Opel-Management erklärt, „dass es nichts zu verhandeln gibt“, erklärte Einenkel. Entweder der Betriebsrat akzeptiere die vorliegenden Vereinbarungen, oder für alle Werke gelte nur der bislang vereinbarte Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2014. „An diese Vorgaben haben sich dann fast alle Werke gehalten“, erklärte Einenkel und spielte damit auf die Verweigerung seiner Zustimmung an.

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Das Unternehmen Opel, Gesamtbetriebsratschef Schäfer-Klug und die IG Metall hatten am Donnerstag die Einigung auf dem sogenannten Deutschlandplan für den Autohersteller verkündet. Dieser sieht vor, dass Opel seinen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen auf den Zeitraum bis Ende 2016 für die deutschen Werke verlängert.

Opel in Bochum

1962

Das Werk entsteht nach ungefähr zwei Jahren Bauzeit auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Dammbaum. Das erste Auto, das vom Band rollt, ist ein Kadett A. Das Werk ist für 10.000 Beschäftigte konzipiert, viele der damaligen Arbeiter kommen aus dem Bergbau.

1967

Der Mittelklassewagen Olympia kommt ins Programm. Drei Jahre später sind es der Ascona und der legendäre Manta, die ab 1970 in dem Werk vom Band rollen.

1979

Höchststand bei der Beschäftigung: Zum Jahresende arbeiten mehr als 20 000 Menschen im Bochumer Opel-Werk.

1991

Der Astra löst den Kadett ab. Bis 2004 wird das Fahrzeug gefertigt, ab 1999 der Siebensitzer Zafira.

2004

Die Konzernmutter General Motors legt einen drastischen Sparplan für die europäische Tochter auf, bei der bis 2006 rund 10 000 Stellen gestrichen werden sollen. Opel beschäftigt in Bochum noch etwa 9000 Mitarbeiter.

2005

Betriebsrat und Management unterschreiben einen „Zukunftsplan“, der die Existenz des Bochumer Werks sichern soll. In dem Jahr kommt ein neues Zafira-Modell nach Bochum.

80er und 90er Jahre

Der Personalstand schwankt nach Angaben der Bochumer Werksleitung zwischen 15 000 und 17 000.

2009

GM kündigt einen weiteren drastischen Stellenabbau von Opel in ganz Europa an, rund 9000 der noch 55 000 Stellen sollen wegfallen.

2011

Seit dem Jahr wird der Zafira Tourer in Bochum gebaut. Es ist vermutlich die letzte Produktionslinie an dem Standort.

2012

Opel beschäftigt noch rund 3200 Menschen in Bochum. Seit Bestehen wurden in dem Werk 13,5 Millionen Autos gebaut. Das Werk besteht nun seit 50 Jahren.

2013

Die Bochumer Belegschaft sagt Nein zu einem neuen Sanierungsplan, der die Autoproduktion bis Ende 2016 vorsieht. Der Opel-Aufsichtsrat beschließt darauf das Aus für das Werk. Nur ein Warenverteilzentrum soll erhalten bleiben.

Für den bedrohten Ruhrgebietsstandort Bochum sieht die Vereinbarung vor, in der Zeit nach dem Aus der Autoproduktion ab Ende 2016 dort 1200 Tarif-Arbeitsplätze zu sichern. Jedoch solle in Bochum schon ab dem zweiten Quartal vom Drei- auf einen Zweischichtbetrieb umgestellt werden. Als teilweiser Ersatz für die Autofertigung in Bochum wird in den kommenden Jahren eine Autoteile-Fertigung aufgebaut.

In dieser Komponentenfertigung sollen demnach künftig 600 Mitarbeiter beschäftigt sein, weitere 600 in der Logistik Opels am Standort Bochum. Momentan arbeiten in Bochum für Opel noch rund 3300 Menschen.

Von

afp

Kommentare (1)

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Dirk

03.03.2013, 11:10 Uhr

Niemand muss sich als drittklassig bezeichnen lassen, nur weil er das Auto faehrt, welches ihm gefaellt. Leider kommt in Zeiten des Internets jeder aber auch wirklich jeder Dummquatscher zu Wort. Fahre uebrigens keinen Opel.

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