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25.03.2013

10:12 Uhr

Zulassung in Japan

Bayer winkt mehr Umsatz mit Krebsmedikament

Bayers Arznei Stivarga darf in Japan künftig zur Behandlung von Darmkrebs angewendet werden. Damit steigt das Umsatzpotenzial. Der Konzern rechnet mit bis zu 500 Millionen Euro – im Jahr. Es könnte sogar mehr werden.

Forschung bei Bayer: Stivarga kann bei unterschieden Krebsarten angewendet werden. dpa

Forschung bei Bayer: Stivarga kann bei unterschieden Krebsarten angewendet werden.

FrankfurtBayer kann auf mehr Umsatz mit seinem Krebsmedikament Stivarga bauen. Das japanische Gesundheitsministerium gab dem Leverkusener Konzern grünes Licht für den Verkauf der Arznei zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs, wie Bayer am Montag mitteilte.

Das Unternehmen traut Stivarga in der Behandlung von Darmkrebs und Gist – einer weiteren Tumorart des Verdauungstrakts – einen jährlichen weltweiten Spitzenumsatz von bis zu 500 Millionen Euro zu. Kommen noch andere Behandlungsfelder hinzu, erhöhen sich die weltweiten Umsatzchancen für das Präparat mit dem Wirkstoff Regorafenib auf rund eine Milliarde Euro. Bayer arbeitet bei dem Medikament mit der US-Pharmafirma Onyx zusammen.

150 Jahre Bayer

Anfänge als Farbenfabrik

Die Geschichte des Weltkonzerns Bayer beginnt 1863 in Wuppertal-Barmen. Der Kaufmann Friedrich Bayer und der Färber Johann Friedrich Weskott gründen die Firma „Friedr. Bayer et. comp.“. Sie stellt zunächst synthetische Farbstoffe her.

Expansion und Umzug

Das Unternehmen wächst schnell, ebenso die Produktpalette – etwa um ein Medikament namens Aspirin. Bereits 1881 wird die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die „Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.“. Im Zuge der Expansion zieht das Unternehmen 1912 nach Leverkusen um, dem heutigen Hauptsitz.

Die Wirren der Weltkriege

Weil Deutschland während des Ersten Weltkriegs international isoliert ist, schließen sich 1916 Bayer, BASF und Agfa zu einer Interessensgemeinschaft zusammen, die beispielsweise die schlechte Versorgung mit Rohstoffen verbessern soll. 1925 fusionieren die Unternehmen zur I.G. Farbenindustrie AG. In der NS-Zeit ist die IG Farben eng mit dem Regime verknüpft.

Neustart ins Wirtschaftwunder

Nach Kriegsende lebt Bayer als eigenständiges Unternehmen wieder auf: 1951 wird nach Zustimmung der Alliierten die „Farbenfabriken Bayer AG“ neu gegründet. Die Firma profitiert vom Wirtschaftswunder und expandiert bald auch international. Sie entwickelt und vermarktet chemische Produkte, Kunststoffe, Arzneien und Pflanzenschutzmittel.

Großer Umbruch

1999 trennt sich Bayer von seiner Tochter Agfa, 2005 von großen Teilen des Chemiegeschäfts, die inzwischen unter dem Namen Lanxess eigenständig weitergeführt werden. Ausgebaut hat der Konzern hingegen das Geschäft mit Gesundheit und Agrarwirtschaft, unter anderem durch den Zukauf der Crop-Science-Sparte von Aventis sowie der Übernahme von Schering.

Darmkrebs ist in Japan weit verbreitet. Dort ist die Krankheit die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. Pro Jahr werden rund 100.000 neue Fälle diagnostiziert. Rund 40.000 Menschen sterben jedes Jahr daran. In den USA ist die Arznei bereits zur Behandlung von Darmkrebs und auch zur Behandlung von Gist-Tumoren im Magen-Darm-Trakt zugelassen. In Europa läuft noch das Zulassungsverfahren für den Einsatz gegen Darmkrebs.

Von

rtr

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