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14.01.2011

09:23 Uhr

Zulassungen ziehen an

Osteuropas Autoverkäufer fassen Mut

VonStefan Menzel

Die Zulassungszahlen in Osteuropa steigen nach dem tiefen Einbruch 2009 langsam wieder. Die neuen Werke helfen besonders den deutschen Herstellern. In der zweiten Jahreshälfte winkt besonders den deutschen Automobilherstellern ein weiterer Sprung bei den Zulassungszahlen in Osteuropa.

Volkswagen-Werk in Bratislava: Von Zuwächsen im osteuropäischen Automarkt profitieren besonders deutsche Hersteller. dpa

Volkswagen-Werk in Bratislava: Von Zuwächsen im osteuropäischen Automarkt profitieren besonders deutsche Hersteller.

WIEN. Die Autobranche schöpft in Osteuropa neue Hoffnung. Der tiefe Einbruch bei den Neuzulassungen aus dem Jahr 2009 ist gestoppt, die großen Autohändler melden die ersten Zuwächse. „Es geht wieder aufwärts“, sagt Wolf-Dieter Hellmaier, Geschäftsführer der Salzburger Porsche Holding.

Das österreichische Unternehmen ist einer der größten Autohändler in Osteuropa und gehört im Moment noch den Familien Porsche und Piëch. Voraussichtlich im Sommer geht das Unternehmen in das Eigentum des VW-Konzerns über. Die Familien verkaufen die Handels-Holding an Volkswagen, um mit dem Verkaufserlös die anstehende Kapitalerhöhung beim Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche zu finanzieren.

Die Zulassungszahlen bei Neuwagen sind 2010 zwar noch etwas unter dem Vorjahresergebnis geblieben. Doch gegenüber 2009 hat sich die Lage deutlich gebessert: Vor gut einem Jahr, auf dem Höhepunkt der Wirtschafts- und Finanzkrise, war der Automarkt in Osteuropa um mehr als 25 Prozent eingebrochen.

Der europäische Herstellerverband Acea wird voraussichtlich heute die endgültigen Zulassungszahlen für 2010 veröffentlichen. Bis Ende November lag das Zulassungsminus in den osteuropäischen EU-Ländern bei gut fünf Prozent. Verantwortlich dafür war ein vergleichsweise schwaches erstes Halbjahr, danach hat die Gegenbewegung eingesetzt.

„Die Talsohle lag in der Jahresmitte von 2010“, bestätigt Porsche-Holding-Geschäftsführer Hellmaier. Die verbesserte konjunkturelle Lage habe die Trendwende bewirkt. 2010 habe die Porsche Holding wie auch schon im Jahr zuvor gut 100 000 Autos in Osteuropa verkauft. Die Aussichten für das gerade begonnene Jahr 2011 seien durchweg gut.

Dass die Zulassungszahlen wieder anspringen, spricht für eine Rückkehr des Vertrauens unter den Kunden. Nach einer Immobilie ist das Auto die zweitgrößte Investition von Privathaushalten.

Auch andere Unternehmen aus der Autobranche spüren die Erholung. Das tschechische Unternehmen AAA gehört zu den größten Gebrauchtwagenhändlern in Osteuropa. Für das letzte Quartal des Jahres 2010 meldet das Prager Unternehmen ein Plus bei seinen Verkaufszahlen gegenüber der Vorjahresperiode von knapp 25 Prozent.

Auch der Münchener Versicherungskonzern Allianz spricht von „ersten Zeichen der Erholung“ auf dem osteuropäischen Automarkt. Die Finanzkrise hatte im Geschäft mit Haftpflicht- und Kaskoversicherungen deutliche Spuren hinterlassen.

In der zweiten Jahreshälfte winkt besonders den deutschen Automobilherstellern ein weiterer Sprung bei den Zulassungszahlen in Osteuropa. Im ungarischen Kecskemét nimmt Daimler die Fertigung in seiner neuen Fabrik auf. Südlich von Budapest werden künftig die Mercedes-A- und B-Klasse-Modelle produziert. Im slowakischen Bratislava beginnt der VW-Konzern mit der Produktion des neuen Kleinstwagens Up, für den es gerade in Osteuropa eine starke Nachfrage geben wird.

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