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04.06.2013

12:44 Uhr

Zulassungszahlen für Mai

Autokäufer verzweifelt gesucht

Das Frühlingserwachen am deutschen Pkw-Markt war nur von kurzer Dauer. Die Neuzulassungen brachen im Mai um knapp zehn Prozent ein. Experten rechnen in den nächsten Monaten allenfalls mit einer Stabilisierung.

Schlüsselübergabe an einen Neuwagenkäufer. Ein Bild, das in diesen Wochen immer seltener wird. gms

Schlüsselübergabe an einen Neuwagenkäufer. Ein Bild, das in diesen Wochen immer seltener wird.

HamburgIm vergangenen Monat warteten viele Autoverkäufer vergeblich auf Kundschaft. Die Pkw-Neuzulassungen brachen im Mai um knapp zehn Prozent auf 261.000 Pkw ein, wie das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag mitteilte. Im April hatten die Neuzulassungen um fast vier Prozent zugelegt, der erste nennenswerte Zuwachs seit fast einem Jahr. Allerdings lag das auch daran, dass der April zwei Arbeitstage mehr hatte.

Besonders hoch fiel der Rückgang im vergangenen Monat bei den französischen Autobauern Renault und Peugeot aus, die je gut ein Viertel weniger Neuwagen losschlugen als vor einem Jahr. Bei Opel schrumpfte der Absatz trotz mehrerer neuer Automodelle um 16 Prozent.

Auch die erfolgsverwöhnten Oberklasseautobauer blieben nicht verschont. BMW verkaufte knapp elf Prozent weniger als vor Jahresfrist, bei Audi sanken die Verkäufe um 9,7 Prozent und die Daimler -Tochter Mercedes-Benz verkaufte 7,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Marktführer VW brachte gut zehn Prozent weniger neue Autos auf die Straßen als vor Jahresfrist. Zu den wenigen Gewinnern zählten die VW-Töchter Seat (plus 27,7 Prozent) und Porsche (plus 6,1).

Ford nimmt die aktuellen Zahlen zum Anlass, um auf eine Steigerung des Privatkundenanteils zu verweisen. Im Mai 2013 wurden von Privatkunden 8.491 Fahrzeuge der marke neu zugelassen, was einem Marktanteil von 7,9 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum 2012 lag der Marktanteil in diesem Segment für Ford mit 4.896 registrierten Einheiten noch bei 4,4 Prozent.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Nicht nur in Deutschland, auch in anderen großen europäischen Ländern wurden insgesamt weniger Pkw verkauft. In Frankreich schlugen die Hersteller gut zehn Prozent weniger los, in Italien belief sich das Minus auf knapp acht Prozent. Lediglich im von der Schuldenkrise besonders gebeutelten Spanien hielt sich der Rückgang mit minus 2,6 Prozent in Grenzen. Im April hatten die Neuzulassungen europaweit erstmals seit 19 Monaten wieder zugelegt.

Experten rechnen in den nächsten Monaten allenfalls mit einer Stabilisierung. Bis die Pkw-Nachfrage in Europa wieder steigt, dürfte noch einige Zeit vergehen. Die Unternehmensberatung Ernst & Young geht davon aus, dass bestenfalls die Talsohle erreicht ist, von der sich der Pkw-Markt langsam berappeln wird. "Natürlich haben viele Europäer in der Krise Autokäufe aufgeschoben, so dass der Bedarf an Neuwagen grundsätzlich hoch ist", sagte Peter Fuß, Partner von Ernst&Young. Allerdings befinde sich die Konjunktur in den europäischen Krisenländern nach wie vor im Rückwärtsgang und die Arbeitslosigkeit steige nach wie vor, gab Fuß zu bedenken.

Kommentare (6)

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Gast

04.06.2013, 12:59 Uhr

Steuersubventionierte Zwangsautos für Hartz4 Empfänger. Zack, gehen die Zahlen hoch.

Was dann letztendlich neu an diesen Neuigkeiten ist, weiss auch keiner, oder?

Account gelöscht!

04.06.2013, 14:06 Uhr

schön und wer übernimmt die Unterhaltskosten?

Numismatiker

04.06.2013, 15:07 Uhr

@hellboy:

"schön und wer übernimmt die Unterhaltskosten?"


Egal, für Politiker und Konzernchefs zählt nur, daß die Zahlen schön sind.

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