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09.11.2015

11:18 Uhr

Zulieferer nach Dieselgate

Elring-Klinger bleibt trotz VW-Skandal gelassen

Eine Schweizer Tochterfirma verursacht Elring-Klinger hohe Kosten. Der Gewinn des Autozulieferers geht stark zurück. Der VW-Abgasskandal dürfte das Unternehmen dagegen weniger hart treffen.

Das schwäbische Unternehmen verdient weniger. dpa/picture alliance

Produktion bei Elring-Klinger

Das schwäbische Unternehmen verdient weniger.

FrankfurtDer Autozulieferer Elring-Klinger hat im dritten Quartal wegen hoher Produktionskosten operativ deutlich weniger verdient als vor Jahresfrist. Von Juli bis September sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 14 Prozent auf 35,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 366 Millionen Euro. Ohne Währungseffekte des schwächeren Euro und Zukäufe hätte der Zuwachs knapp sechs Prozent betragen. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem niedrigeren operativen Gewinn von 30,7 Millionen Euro gerechnet.

Der MDax-Konzern aus dem schwäbischen Dettingen hatte im September die zweite Gewinnwarnung dieses Jahres ausgesprochen. Vor allem wegen hoher Kosten bei einer Schweizer Tochterfirma kündigte Elring-Klinger einen Rückgang des operativen Ergebnisses um rund 14 Prozent auf 135 bis 145 Millionen Euro an und bestätigte nun die Prognose.

Mit größeren Folgen des Diesel-Abgasskandals seines Großkunden Volkswagen rechnet Elring-Klinger dabei nicht. Die Verkaufszahlen des Wolfsburger Konzerns, der acht Prozent zum Umsatz des schwäbischen Dichtungs- und Hitzeschildproduzenten beisteuert, könnten im ersten Quartal 2016 sinken. „Aber das sollte sich auf uns kaum auswirken“, sagte Vorstandschef Stefan Wolf. Das Unternehmen habe noch viele andere Auftraggeber.

Die Kunden würden vermutlich auf andere Marken umsteigen. Womöglich zögerten die Autokäufer im laufenden Quartal auch mit ihren Bestellungen. „Natürlich ist es nicht hilfreich, wenn wir jede Woche negative Neuigkeiten hören wie in der vergangenen Woche“, ergänzte der Elring-Klinger-Chef. Das Zuliefergeschäft werde deshalb im Schlussquartal kaum besser laufen als im abgelaufenen Vierteljahr.

Mit Blick auf die hohen Kosten bei der Schweizer Elring-Klinger-Tochter erklärte Wolf, nach acht bis 18 Millionen Euro im vierten Quartal erwarte er für die ersten drei Monate weitere zehn Millionen Euro Zusatzkosten. „Wir werden das alles hinter uns haben ab dem zweiten Quartal.“

Von

rtr

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