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11.11.2013

15:13 Uhr

Zulieferer

Schaeffler schwächelt im Industriegeschäft

Wechselkurseffekte bremsen das Wachstum von Schaeffler. Zwar wird es zu einem großen Plus in der Automotive-Sparte kommen; dies reicht allerdings nicht, um das Gesamtgeschäft des Konzerns aus Herzogenaurach anzuschieben.

Blick auf den Schaeffler-Hauptsitz in Herzogenaurach: Das Gesamtgeschäft stagniert. dpa

Blick auf den Schaeffler-Hauptsitz in Herzogenaurach: Das Gesamtgeschäft stagniert.

München/HerzogenaurachDer Zulieferer Schaeffler muss der Schwäche in seinem Industriegeschäft Tribut zollen und schraubt sein Umsatzziel erneut herunter. Der Familienkonzern aus Herzogenaurach hatte die Prognose bereits im Sommer reduziert. Operativ sollen die Erlöse nun zwar weiter um rund ein bis zwei Prozent zulegen, einschließlich negativer Effekte aus Währungsschwankungen rechnet Schaeffler jetzt allerdings nur noch mit Stagnation. In den ersten neun Monaten kam Schaeffler beim Umsatz nicht vom Fleck. Kräftige Zuwächse in der größeren Autosparte wurden durch Einbrüche im Industriegeschäft wieder aufgezehrt. Außerdem bremsten die Schwäche von Dollar, Yen oder brasilianischem Real den Zulieferer, wie Interimschef Klaus Rosenfeld sagte.

Die Absicherung von Währungseffekten sei beim US-Dollar einfacher als etwa bei der indischen Rupie. Schaeffler zählt große US-Autobauer wie GM und Ford zu seinen Kunden für Teile von Motoren und Getrieben. Im Geschäft mit heimischen Herstellern, darunter VW und Daimler, profitieren die Franken zudem vom Export.

In der Industriesparte brach der Umsatz zuletzt ein, konzernweit stagnierte er deshalb in den ersten neun Monaten bei 8,4 Milliarden Euro. Ohne Währungseffekte hätte sich ein Plus ergeben, rechnete Schaeffler vor. Das Geschäft mit Wälz- und Gleitlagern für die Windenergie, die Schwerindustrie oder für Produktionsmaschinen habe sich zwar stabilisiert, aber eine Trendwende sei noch nicht in Sicht. Vor allem in Europa und Asien sei im vierten Quartal noch keine Erholung zu erwarten. Allerdings gebe es im wichtigen Absatzmarkt China erste positive Anzeichen. Für 2014 rechnet Rosenfeld damit, dass das Segment auf Wachstumskurs zurückfindet.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Der operative Gewinn (Ebit) sackte von Januar bis Ende September um mehr als neun Prozent auf gut eine Milliarde Euro ab. Zu Buche schlugen auch 48 Millionen Euro für Stellenabbau in Schweinfurt und Wuppertal. Damit sei die Restrukturierung abgeschlossen, sagte Rosenfeld. 2013 erreicht Schaeffler die ursprünglich angepeilte Rendite (Ebit-Marge) von rund 13 Prozent nur noch, wenn die Sanierungskosten herausgerechnet werden. Zuletzt sank die Marge auf 12,3 (13,6) Prozent.

Der kommissarisch als Vorstandsvorsitzender amtierende Finanzchef antwortete auf die Frage, ob er nach den ersten Wochen im neuen Job auf den Geschmack gekommen sei, Aufsichtsrat und Gesellschafter müssten entscheiden, wie es weitergehe. Schaeffler hatte sich Anfang Oktober abrupt vom langjährigen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Geißinger getrennt. Dieser hatte den Konzern zu einem der größten Autozulieferer der Welt gemacht, unter anderem durch die riskante und beinahe missglückte Übernahme des weitaus größeren Zulieferer Continental. Nach Geißingers Abgang sprang Rosenfeld in die Bresche.

Hinter den Kulissen hieß es, der geschasste Chef habe auf Wachstum gepocht, während der Finanzvorstand und die Familieneigner auf Schuldenabbau gedrängt hätten. Rosenfeld sagte, Schaeffler sei darauf fokussiert, die Verschuldung über die Zeit zu reduzieren, ohne die Wachstumstrategie zu gefährden.

Von

rtr

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