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28.01.2010

13:18 Uhr

Zulieferer

Schuler steht mit Verlusten da

Der Autozulieferer Schuler macht Verluste. Grund: Die Krise in der Autoindustrie. Deshalb setzt Schuler jetzt auf die Kraft des Windes.

HB STUTTGART. Die Krise in der Automobilindustrie und ein Sparprogramm haben dem Pressenhersteller Schuler im Geschäftsjahr 2008/09 rote Zahlen beschert. Um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, will Schuler nun in die Windkraft einsteigen, kündigte Vorstandschef Jürgen Tonn am Donnerstag in Stuttgart an. Bis 30.

September verbuchte das Unternehmen Verluste in Höhe von 64,9 Mio. Euro. Im Vorjahr erzielte es noch ein Konzernergebnis von 8,6 Mio. Euro. Der Umsatz sackte von 966,1 Mio. Euro auf 823,1 Mio. Euro ab. Um rund 41 Prozent sank der Auftragseingang auf 590,5 Mio. Euro. Der Auftragsbestand lag bei 507,1 Mio. Euro nach 739,7 Mio. Euro im Vorjahr.

Dennoch hat Schuler nach Tonns Angaben die Talsohle bereits erreicht. Beim Auftragseingang verspüre das Unternehmen einen leichten Aufwärtstrend. Im ersten Quartal 2009/10 erreichte der Pressenhersteller nach vorläufigen Zahlen rund 150 Mio. Euro.

Der vorläufige Umsatz ging jedoch auf 140 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 228,4 Mio. Euro).

Für das Gesamtjahr 2009/10 rechnet Schuler mit einem weiter rückläufigen Umsatz. Auch das Ergebnis vor Steuern werde negativ bleiben. Im darauffolgenden Geschäftsjahr rechnet Schuler wieder mit einem verbesserten Umsatz und einem positiven Ergebnis. Dabei soll auch das bereits im vergangenen Frühjahr angelaufene Sparprogramm sorgen. Rund 600 Mitarbeiter müssen das Unternehmen verlassen, davon 360 in Deutschland. Zum Stichtag 30. September arbeiteten 5332 Beschäftigte für Schuler (Vorjahr: 5634). Durch das Programm sollen mittelfristig jährlich bis zu 80 Mio. Euro eingespart werden.

Um die Zukunft des Pressenherstellers zu sichern, will das Unternehmen zudem ein neues Standbein aufbauen und in die Windkraft einsteigen. "Um uns zusätzliche Geschäftsbereiche über die Automobil- und Automobilzulieferindustrie hinaus zu erschließen, haben wir vor über drei Jahren damit begonnen, den Windkraftsektor systematisch zu untersuchen", betonte Schuler-Vorstandsmitglied Joachim Beyer.

Bislang sei dafür bislang ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag investiert worden.

Ziel ist nun die Entwicklung und Produktion kompletter Windenergieanlagen für den Betrieb im Binnenland - zunächst für den deutschen Markt, mittelfristig auch für das Ausland. Der Prototyp einer Anlage soll von Herbst 2010 an ein Jahr getestet werden. Für 2011 ist die Produktion einer Nullserie mit sechs Anlagen geplant.

Zwei Jahre später soll die Serienfertigung beginnen. Gebaut werden sollen pro Woche etwa zwei Anlagen in Erfurt. Schuler rechnet mit einem Verkauf von 100 Anlagen pro Jahr, die jeweils zwischen drei und dreieinhalb Mio. Euro kosten.

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