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30.04.2014

20:19 Uhr

Zum siebten Mal

Merck verlängert AZ-Übernahmeofferte erneut

Die britische Spezialchemiefirma AZ Electronic Materials wird weiter vom Pharma- und Chemiekonzern Merck umworben. Bereits zum siebten Mal verlängern die Darmstädter ihr Milliarden-Angebot. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Insgesamt bietet Merck rund zwei Milliarden Euro für AZ. dpa

Insgesamt bietet Merck rund zwei Milliarden Euro für AZ.

FrankfurtDie Übernahmeofferte des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck für die britische Spezialchemiefirma AZ Electronic Materials geht in die nächste Runde. Merck verlängerte die Offerte für AZ am Mittwoch zum siebten Mal. Bis Mittwochmittag habe sich Merck rund 63,52 Prozent der Aktien von AZ gesichert, teilte das Unternehmen am Abend mit.

Nach der Freigabe der Übernahme durch die chinesische Wettbewerbsbehörde hätten die AZ-Aktionäre nun noch bis zum 7. Mai Zeit, ihre Papiere anzudienen. Mit der Erteilung der wettbewerbsrechtlichen Freigabe in China sei die Mindestannahmequote wie geplant auf 75 Prozent gesenkt worden.

Merck hat bereits von der US-Wettbewerbsbehörde, aus Japan und vom Bundeskartellamt grünes Licht erhalten. Die Zustimmung in China hatte sich aber hingezogen. Merck hatte deshalb die rund zwei Milliarden Euro schwere Offerte bereits sechs Mal verlängert. Die Frist lief nun eigentlich noch bis zum Freitag.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Nach dem zuletzt veröffentlichten Stand hatte sich Merck bis Mitte April rund 67,53 Prozent der AZ-Aktien gesichert. Damit sind offenbar einige Anteilseigner zunächst wieder abgesprungen.

Ursprünglich war die Übernahme an die Bedingung geknüpft, mindestens 95 Prozent an AZ zu bekommen. Mitte März hatte Merck dann erklärt, mit 75 Prozent zufrieden zu sein – vorausgesetzt, die Wettbewerbshüter stimmten dem Vorhaben zu.

Die ehemalige Hoechst-Tochter AZ Electronic stellt Chemikalien für integrierte Schaltkreise her, die in Tablets, Smartphones, MP3-Spielern und Spielekonsolen zum Einsatz kommen. Merck hofft dadurch auf noch mehr Geschäft mit Elektronikkonzernen wie Samsung oder Sony.

Von

rtr

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