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05.04.2006

09:39 Uhr

Zusage an Kraftwerke

Investitionen waren teils lange geplant

VonJürger Flauger

Hinter den von den Versorgern auf dem Energiegipfel zugesagten Investitionen in Kraftwerke und Netze stehen zum größeren Teil fest geplante Projekte. Die etablierte Stromwirtschaft will bis 2012 über 30 Mrd. Euro investieren.

DÜSSELDORF. Die großen Produzenten Eon, RWE, Energie Baden-Württemberg (EnBW) und Vattenfall Europe wollten Kohle- und Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 12



000 Megawatt bauen, hieß es am Dienstag aus Kreisen der Gipfelteinehmer. Zudem planten sie hohe Investitionen in Strom- und Gasnetze. Die Kommunalversorger hätten am Montagabend bei dem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel den Bau von Kraftwerken mit einer Kapazität von 5 500 Megawatt zugesagt.

Die Vorstandschefs von Eon, RWE, Vattenfall Europe und EnBW, Wulf Bernotat, Harry Roels, Klaus Rauscher und Utz Claassen haben – was den Anteil der großen Konzerne angeht – dabei im wesentlichen bereits früher gemachte Zusagen bekräftigt. Schon gegenüber der alten Bundesregierung hatten die Unternehmen Investitionen von knapp zwanzig Mrd. Euro in Kraftwerke und Netze in Aussicht gestellt. Inzwischen sind die Zahlen aber bereits mit konkreten Projekten hinterlegt, die zu einem großen Teil auch bereits beschlossen sind. Zudem wurden die geplanten Ausgaben für Netze aufgestockt – beispielsweise für den Anschluss von Windparks auf hoher See.

RWE-Chef Harry Roels betonte nach dem Gipfel, sein Unternehmen habe in dem Treffen deutlich gemacht, dass sein Konzern zu seinen Investitionsplänen stehe. RWE wolle bis 2012 elf Mrd. Euro investieren. In die Energieerzeugung fließen davon 4,2 Mrd, in die Stromnetze 5,8 Mrd und in den Tagebau eine Mrd. Euro, sagte er. Eon plant Ausgaben von 6,3 Mrd. Euro – 1,8 Mrd. Euro für Kraftwerke und 4,5 Mrd. Euro für das Netz. Vattenfall Europe will 3,1 Mrd. Euro für Kraftwerke, 1,7 Mrd. Euro für Netze und 1,4 Mrd. Euro für den Tagebau ausgeben. Die EnBW wollte am Dienstag zwar keine Summen nennen. Das Unternehmen hat aber bereits den Bau eines Gas- und eines Kohlekraftwerkes angekündigt. In Branchenkreisen wird der Investitionsbedarf des Konzerns auf drei Mrd. Euro geschätzt. Die Kommunalversorger wollen über fünf Mrd. Euro investieren.

Die Vertreter der erneuerbaren Energien sagten Investitionen von bis zu 40 Mrd. Euro in die Stromerzeugung zu. Wie der Bundesverband der Erneuerbaren Energien (BEE) am Dienstag erläuterte, entfallen davon 15 Mrd. auf die Solarbranche, 13 Mrd. auf die Windkraft und 10 Mrd. Euro auf den Ausbau der Biomasse. Die Summen sind nach Einschätzung von Branchenexperten allerdings schwer nachzuprüfen, weil sie auch die Investitionen der Privathaushalte beinhalten.

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