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30.11.2012

18:25 Uhr

Zusammenarbeit

Daimler und Nissan planen Fabrik in Mexiko

Die beiden Autoproduzenten wollen ihre Zusammenarbeit vertiefen. Sie planen den Bau einer gemeinsamen Montagefabrik in Mexiko. Von dort soll der nordamerikanische Markt künftig beliefert werden.

Daimler-Chef Dieter Zetsche plant offenbar gemeinsam mit Nissan eine Autofabrik in Mexiko. Bestätigen wollte dies der Konzern am Freitag aber nicht. dapd

Daimler-Chef Dieter Zetsche plant offenbar gemeinsam mit Nissan eine Autofabrik in Mexiko. Bestätigen wollte dies der Konzern am Freitag aber nicht.

FrankfurtDaimler baut einem Zeitungsbericht zufolge seine Zusammenarbeit mit Nissan aus. Die beiden Autokonzerne planten den Bau einer gemeinsamen Montagefabrik in Mexiko, um von dort aus den nordamerikanischen Markt zu beliefern, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vorab aus ihrer Samstagausgabe. In dem Werk sollten voraussichtlich Kompaktwagen oder kleine Limousinen von Mercedes und der Nissan-Premiummarke Infiniti gemeinsam vom Band laufen, meldete das Blatt unter Berufung auf „Führungszirkel“ des Stuttgarter Autobauers. Es gebe noch keine verbindliche Entscheidung für eine Realisierung. Für Daimler wäre es das erste Werk in Mexiko. Nissan produziert dort schon an den Standorten Aguascalientes und Cuernavaca.

Ein Daimler-Sprecher sagte am Freitagnachmittag, es handele sich um Spekulationen, die er nicht kommentiere.

Daimler, Nissan und der französische Autobauer Renault sind seit Frühjahr 2010 mittels Überkreuzbeteiligung verbunden. Nissan will beispielsweise von 2016 an Automatikgetriebe von Mercedes-Benz in Lizenz in Mexiko produzieren und damit eigene Automodelle sowie die der Premium-Tochter Infinity ausrüsten. Das senkt die Entwicklungskosten und verspricht Daimler zusätzliche Einnahmen. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte die Allianz auf dem Pariser Autosalon gelobt. „Unsere Ingenieure sind stets offen für neue Bereiche möglicher Zusammenarbeit“, hatte Zetsche gesagt, der mit Mercedes-Benz den deutschen Premium-Konkurrenten BMW und Audi beim Absatz und bei der Rendite hinterherfährt.

Die Geschäftsfelder des Daimler-Konzerns

Daimler Trucks

Umsatz: 28,8 Milliarden Euro, Ebit: 1,9 Milliarden Euro. Daimler ist der weltweit größte Hersteller von schweren Lkw. Der Bereich umfasst die Marken Mercedes-Benz, Freightliner, Western Star und Fuso. In Indien wird in diesem Jahr die neue Marke BharatBenz eingeführt. Auch die typischen amerikanischen Schulbusse werden von Daimler unter der Marke Thomas Built Buses hergestellt und werden wegen Synergien in der Produktion zum Geschäftsfeld gezählt.

Mercedes-Benz Cars

Umsatz: 57,4 Milliarden Euro, operatives Ergebnis (Ebit): 5,2 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes wird in diesem Bereich gemacht. Dazu gehören die Marken smart, Mercedes-Benz und Maybach. Das Ende der Luxuskarossen von Maybach ist allerdings schon besiegelt. Stattdessen setzt Daimler auf zusätzliche Modelle der Mercedes-Benz S-Klasse.

Mercedes-Benz Vans

Umsatz: 9,2 Milliarden, Ebit: 835 Millionen Euro. Das Transportergeschäft besteht aus den Baureihen Sprinter, Vito/Viano und Vario.

Daimler Buses

Umsatz: 4,4 Milliarden Euro, Ebit: 162 Millionen Euro. Bei den Omnibussen über acht Tonnen ist Daimler Weltmarktführer. Zur Produktpalette gehören die Marken Mercedes-Benz, Setra und Orion. Geliefert werden komplette Busse, aber auch Fahrgestelle.

Daimler Financial Services

Umsatz: 12,1 Milliarden Euro, Ebit: 1,3 Milliarden Euro. Die Finanz- und Versicherungssparte bietet unter anderem Finanzierung und Leasing von Fahrzeugen sowie ein Flottenmanagement an. Daimlers Carsharing-System „car2go“ wurde inzwischen in das Geschäftsfeld integriert.

Bis 2020 will Zetsche Mercedes wieder auf Platz eins in der Oberklasse bringen. Auf- und überholen will Daimler die Rivalen mit neuen Modellen und einer effizienteren Fertigung: Derzeit braucht Mercedes-Benz länger als die Konkurrenz, um einen Pkw zu montieren, in Produktion und Vertrieb haben die Schwaben zudem mehr Personal an Bord.

Bislang hat die Dreier-Allianz schon mehrere Projekte aus der Taufe gehoben: Daimlers neuer Stadtlieferwagen wird bei Renault montiert und zum Teil mit einem gemeinsam entwickelten 1,5-Liter-Dieselmotor ausgerüstet. Bei den Kleinstwagen Smart und Twingo teilen sich Daimler und die Franzosen ebenfalls die Entwicklungskosten. Ab 2014 bauen Mercedes und Nissan zudem in Nordamerika gemeinsam jährlich 250.000 Benzinmotoren, vom Band rollen sollen die für Kompakt- und Mittelklasseautos beider Marken vorgesehenen Vierzylinder im Nissan-Werk in Tennessee. Damit wagt sich Daimler erstmals mit der Motorenproduktion ins Ausland, unter anderem um sich gegen Wechselkursschwankungen abzusichern und die Präsenz in den USA - dem weltweit zweitgrößten Automarkt nach China - zu verstärken. In Japan beliefern sich Daimlers Nutzfahrzeugtochter Fuso und Nissan gegenseitig mit leichten Lkw, um den Kunden eine größere Fahrzeugauswahl zu bieten.

Von

rtr

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