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15.02.2017

19:22 Uhr

Zusammenschluss mit PSA

Verkauf von Opel ist erklärtes Ziel von GM-Chefin Barra

Der Verkauf von Opel an PSA Peugeot Citroen ist das erklärte Ziel der GM-Chefin Mary Barra. Das erfuhr das Handelsblatt aus gut informierten Kreisen. Barra versuchte, die Opel-Mitarbeiter mit einem Brief zu beruhigen.

Barra habe den Verkauf von Opel als erklärtes Ziel der Gespräche bezeichnet, erfuhr das Handelsblatt aus gut informierten Kreisen. Man plane mit einer Übergangsfrist von sechs Monaten, um die Übertragung auf PSA abzuschließen. AFP; Files; Francois Guillot

Mary Barra

Barra habe den Verkauf von Opel als erklärtes Ziel der Gespräche bezeichnet, erfuhr das Handelsblatt aus gut informierten Kreisen. Man plane mit einer Übergangsfrist von sechs Monaten, um die Übertragung auf PSA abzuschließen.

GM-Chefin Mary Barra versucht der Belegschaft von Opel und Vauxhall einen Zusammenschluss mit dem französischen Rivalen PSA Peugeot Citroen schmackhaft zu machen. „Eine mögliche Transaktion würde es PSA und Opel Vauxhall ermöglichen, ihre sich ergänzenden Stärken noch mehr zur Geltung zu bringen und damit ihre künftige Wettbewerbsfähigkeit in einem sich rapide wandelnden europäischen Markt verbessern“, schrieb Barra in einem Brief an die Mitarbeiter. Mehr könne sie derzeit nicht sagen, weil die Gespräche noch nicht so weit fortgeschritten seien. General Motors (GM) werde aber sicherstellen, dass eine Transaktion im Interesse aller Beteiligten ausgestaltet werde. „Lassen sie sich bei ihrer wichtigen Arbeit hiervon nicht ablenken“, appellierte Barra an die Belegschaft.

Doch in Rüsselsheim herrscht große Aufregung. Die Verhandlungen sind nach Informationen des Handelsblatts schon weit gediehen. Barra habe den Verkauf von Opel als erklärtes Ziel der Gespräche bezeichnet, erfuhr das Handelsblatt aus gut informierten Kreisen. Man plane mit einer Übergangsfrist von sechs Monaten, um die Übertragung auf PSA abzuschließen.

Die Opel-Produktionsstandorte in Europa

Rüsselsheim

Am Opel-Hauptstandort arbeiten 15.040 Beschäftigte, davon gut die Hälfte im Entwicklungszentrum. Die Produktion hat rund 4000 Arbeitnehmer. Sie bauen den Mittelklassewagen Insignia in mehreren Varianten, den Zafira sowie Getriebe und Komponenten.

Kaiserslautern

Der Standort in Rheinland-Pfalz hat 2140 Beschäftigte. Sie produzieren Motoren und Fahrwerkskomponenten.

Eisenach

In Thüringen laufen die Kleinwagen Corsa und Adam vom Band. Im Werk Eisenach arbeiten 1850 Menschen.

Polen

Im polnischen Gliwice sind knapp 3270 Mitarbeiter beschäftigt. Sie bauen den Kompaktwagen Astra und das Cabrio Cascada und den Sportwagen Opel GTC. In Tychy stellen 410 Beschäftigte Motoren her.

Spanien

In Figueruelas bei Saragossa laufen Corsa, der SUV Mokka und bald auch der Stadt-SUV Crossland X vom Band. Der Standort hat 5080 Arbeitsplätze.

Großbritannien

Im Werk Ellesmere Port arbeiten 1830 Beschäftigte. Hier werden ebenfalls Astra-Modelle produziert.

Der Standort Luton nördlich von London hat 1530 Arbeitnehmer und baut den Kleintransporter Vivaro.

Österreich

Im Werk Aspern nahe Wien arbeiten 1390 Menschen. Dort werden Motoren und Getriebe hergestellt.

Ungarn

Motoren und Komponenten produziert auch die Fabrik in Szentgotthard mit 1210 Arbeitnehmern.

Italien

In Turin gibt es noch ein Zentrum zur Entwicklung von Dieselmotoren mit 700 Mitarbeitern.

Die Amerikaner haben bereits eine Kanzlei beauftragt, Vertragsdetails auszuarbeiten. Und Peugeot-Chef Carlos Tavares hat um einen Termin bei Kanzlerin Angela Merkel gebeten, um die Sorgen der Politik um den Standort Deutschland auszuräumen.

Bei der Vorstellung der GM-Geschäftszahlen hatte Barra dem Brexit die Schuld daran gegeben, dass das Europa-Geschäft mit Opel und Vauxhall anders als geplant immer noch rote Zahlen geschrieben habe. Der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der EU habe GM 300 Millionen Dollar gekostet. „Ohne den Brexit hätten wir unser Ziel eines ausgeglichenen Ergebnisses (bei GM Europe) erreicht.“ 2017 werde sich an der Ertragslage kaum etwas ändern. „Der Brexit ist eine Realität, und wir müssen handeln, um auf den Weg zu einem nachhaltigen Geschäft zurückzukehren – und das werden wir auch tun.“

Kommentare (2)

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Herr Moritz J. Mueller

15.02.2017, 19:38 Uhr

Aus buchhalterischer Sicht ist es nach zu vollziehen dass der Mutterkonzern GM die defizitäre Tochter Opel los zu werden sucht. Aber genau da liegt das Problem bei den meisten Führungskräften in der Automobilindustrie. Das totale nicht Vorhandensein von Produktverständnis und damit der Einschätzung für die zukünftige Marktbedürfnisse und Entwicklung.

Herr chris schnitzler

16.02.2017, 17:05 Uhr

Aber sicher ist der brexit schuld am Defizit Frau Barra- jahrelang schreibt Opel Verluste hatte Qualitätsprobleme ohne Ende und wurde durch amerikansische Manager runtergewirtschaftet Frau Barra, die zwar an Eliteschulen studiert haben aber wie Sie auch keine Ahnung vom europäischen Automobilmarkt haben, in den sechzigern war Opel eine grundsolide ertragreiche angesehene Firma bis eine Fehlentscheidung nach der anderen aus Detroit eintraf.
Opel wäre schon längst in den schwarzen Zahlen hätte man die Marke für die USA und den Weltmarkt zugelassen!!! Jetzt soll wieder Mal der Steuerzahler für Leute wie Frau Barra geradestehen , die Ihren job nicht gemacht haben!
Von Managerinnen wie Frau Barra brauchen wir unbedingt noch mehr!

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