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23.01.2012

13:19 Uhr

Zusammenschluss

Thyssen-Krupp prüft Umbau-Pläne für Inoxium

Noch ist alles offen, aber schon bald könnte es bei Thyssen-Krupps Edelstahlsparte Inoxium zu einem Umbau kommen. Aktuell prüft der Essener Stahlkonzern einen Zusammenschluss mit der finnischen Outokumpu-Gruppe.

In der Essener Konzernzentrale prüft ThyssenKrupp die Umbau-Optionen für Inoxium. AFP

In der Essener Konzernzentrale prüft ThyssenKrupp die Umbau-Optionen für Inoxium.

EssenDer Mischkonzern Thyssen-Krupp und sein finnischer Konkurrent Outokumpu wollen den größten Edelstahlproduzenten Europas schmieden. Damit dürfte Bewegung in die seit langem erwartete Konsolidierung der stark von konjunkturellen Schwankungen abhängigen Branche kommen. „Wir haben Gespräche mit Outokumpu begonnen“, sagte ein Thyssen-Krupp-Sprecher am Montag. Dabei werde eine „mögliche Zusammenführung“ des Edelstahlgeschäfts geprüft. Outokumpu bestätigte Gespräche mit ThyssenKrupp über „strategische Optionen“. Wie Reuters aus Finanzkreisen erfuhr, steht das Konzept für die Zusammenführung bereits.

Die Arbeitnehmer der Thyssen-Krupp-Sparte fürchten indes um ihre Jobs. Ohne rechtsverbindliche Zusagen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Werken werde die mächtige Arbeitnehmerseite einem Verkauf nicht zustimmen, teilte die IG Metall mit.

An der Börse kam das Vorhaben bei Anlegern an. Thyssen-Krupp-Aktien gewannen knapp ein Prozent auf 21,35 Euro, den Dividendenabschlag herausgerechnet lagen sie fast drei Prozent höher. Outokumpu-Titel notierten mit einem satten Plus von über elf Prozent bei 7,49 Euro. Nach Einschätzung von Analysten würden beide Konzerne von einem Zusammenschluss profitieren, schließlich gebe es Überkapazitäten in der Edelstahl-Produktion. Offen sei aber, wie die Kartellbehörden in Europa auf einen neuen Marktführer reagieren. Möglicherweise müssten einzelne Geschäfte veräußert werden, um grünes Licht der EU-Wettbewerbshüter zu erhalten.

Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten Reuters, die Gespräche seien schon weit gediehen. „Thyssen-Krupp verhandelt bereits seit einiger Zeit mit Outokumpu“, sagte eine der Personen. Die Essener erwägten zunächst ein Gemeinschaftsunternehmen mit den Finnen, an dem diese die Mehrheit halten sollen. Letztlich sei aber eine Trennung wahrscheinlich: „ThyssenKrupp strebt einen Komplettverkauf der Tochter Inoxum an.“ Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Sparte und die Ausgestaltung einer Übereinkunft mit Outokumpu sei indes noch nicht gefallen.

Experten haben den Wert der Thyssen-Krupp-Tochter auf ein bis zwei Milliarden Euro beziffert. Inoxum hatte im vergangenen Geschäftsjahr mit über 11.000 Beschäftigten - etwa die Hälfte davon in Deutschland - den Umsatz um 14 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro gesteigert. Allerdings lag der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 15 Millionen Euro nur knapp über der Null-Linie. Outokumpu hatte 2010 mit über 8000 Beschäftigten einen Umsatz von rund 4,2 Milliarden Euro eingefahren. Ein Zusammenschluss würde die bereits seit langer Zeit erwartete Konsolidierung der Branche einen großem Schritt voranbringen. Diese leidet unter Überkapazitäten. Neben ThyssenKrupp und Outokumpu gehören die ArcelorMittal -Abspaltung Aperam und Acerinox aus Spanien zu den wichtigsten Playern.

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