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10.04.2006

09:07 Uhr

Zuwachs von acht Prozent

VW rechnet in China mit Gewinn

Nachdem Volkswagen in China vergangenes Jahr erstmals einen Verlust ausgewiesen hatte, will der Konzern dieses Jahr wieder in die Gewinnzone fahren und peilt einen Zuwachs im Verkauf von rund acht Prozent an. Der Verkauf soll auf mehr als 600 000 Fahrzeuge steigen.

PEKING. „Unsere beiden Gemeinschaftsunternehmen werden in die Gewinnzone zurückkehren“, sagte der für Marketing und Verkauf zuständige Vizepräsident der Volkswagen Group China, Soh Weiming, gestern in Schanghai. Dort präsentierte VW das neue Mittelklassemodell Sagitar. 2005 hatte VW in China erstmals einen Verlust ausgewiesen.

Volkswagen wolle in China seinen Marktanteil mit neuen Modellen, einem besseren Marketing und günstigeren Preisen bei 17 Prozent halten und verteidigen, sagte Soh. Der Konzern rechnet damit, dass 2006 der chinesische Automarkt um acht bis zehn Prozent zulegen werde. Die Branche erlebt seit einigen Jahren eine deutliche Abkühlung, wächst aber stärker als in anderen Ländern. Im vergangenen Jahr waren in China 3,3 Mill. Pkw verkauft worden.

Immer mehr Hersteller drängen darum nach China, was den langjährigen Marktführer Volkswagen stark unter Druck gesetzt hat. Nach einem Gewinn von 222 Mill. Euro (2004) war die Gruppe voriges Jahr in China mit einem Minus von 119 Mill. Euro in die Verlustzone gerutscht. Die Marke VW will nun bis Ende 2008 mindestens noch acht weitere neue Modelle auf den chinesischen Markt bringen.

Trotz des neuen Optimismus warnte Soh aber vor zu großer Euphorie. 2006 werde durch steigende Benzinpreise und Steuererhöhungen ein schwieriges Jahr. Der erst vor einem Jahr von Daimler-Chrysler zu VW China gewechselte Soh kündigte gestern bereits das nächste Modell für China an. Noch im „Juni oder Juli“ soll ein völlig überarbeiteter neuer Bora auf den Markt kommen. Das Mittelklassemodell werde dem chinesischen Markt angepasst und bekomme ein neues Design.

Der gestern vorgestellte Sagitar oder Suteng („schneller Galopp“) ist dagegen weitgehend identisch mit dem seit einigen Monaten in Europa verkauften Jetta-Modell. Volkswagen hatte erst im November den komplett in China entwickelten neuen Passat Lingyu auf den Markt gebracht, der im ersten Quartal für ein gutes Verkaufsergebnis gesorgt hatte. In den drei Monaten konnte die Volkswagengruppe (inklusive Audi und Importe) die Verkäufe gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent auf 164 000 Fahrzeuge steigern.

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