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19.05.2015

15:03 Uhr

Zuwächse der Autobauer

Comeback in den Krisenländern

VonChristian Schnell

Für die Autobranche zählten lange Zeit nur noch China und die USA. Doch jetzt zeigt sich eine Trendwende: Die größten Zuwächse für die Hersteller gibt es in Westeuropa – angeführt von Griechenland und Italien.

Für die Autobauer wird Westeuropa wieder zum Hoffnungsträger. Reuters

Autos warten in Bremerhaven auf den Export

Für die Autobauer wird Westeuropa wieder zum Hoffnungsträger.

FrankfurtTrendwende am Automarkt: Wachstumstreiber ist dort neuerdings ausgerechnet das langjährige Sorgenkind Westeuropa. Dagegen werden die einstigen Hoffnungsträger in den Schwellenländern für die Hersteller mehr und mehr zur Geduldsprobe. Als Folge daraus steigt die Zahl der Neuwagenverkäufe in Westeuropa mittlerweile schneller als in China und den USA.

Für möglich hielt das lange Zeit niemand. Noch bis vor kurzem spürten die europäischen Händler die Konsequenzen der Finanzkrise. Gerade in den Jahren 2012 und 2013, als anderswo auf der Welt davon nichts mehr zu spüren war, brachen die Verkäufe noch einmal rapide ein.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Das ist jetzt anders. Um 6,9 Prozent stiegen die Neuwagenverkäufe in der Europäischen Union im April. Die beiden größten Automärkte der Welt, China und die USA, schafften dagegen lediglich 5,5 und fünf Prozent. „Der westeuropäische Markt hat sich damit endgültig von der Krise verabschiedet“, wertet Autoexperte Peter Fuß von der Beratungsgesellschaft EY das Ergebnis.

Die glatten Zahlen bestätigen das. 21 von 27 Ländern liegen im bisherigen Jahresverlauf im Plus, zwölf sogar zweistellig. Besonders die einstigen Krisenländer Griechenland (+43 Prozent), Italien (+24 Prozent), Portugal (+22 Prozent) und Irland (+21 Prozent) legten kräftig zu. Deutschland und Großbritannien als die beiden größten Automärkte im Euroraum steigerten die Verkäufe um sechs bzw. fünf Prozent.

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