Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.02.2014

09:24 Uhr

Zuwächse im Schlussquartal

Wacker Chemie mit Mini-Gewinn

2013 war kein einfaches Jahr für Wacker: Während der Umsatz nur leicht zurückgeht, bricht der Überschuss regelrecht ein. Vor allem der niedrige Preis für Silizium verhagelt die Bilanz des Spezialchemiekonzerns.

Wacker-Chemie-Werk in Burghausen: Der Gewinn des Spezialchemiekonzerns ist im vergangenen Jahr eingebrochen. dapd

Wacker-Chemie-Werk in Burghausen: Der Gewinn des Spezialchemiekonzerns ist im vergangenen Jahr eingebrochen.

MünchenDie Krise der Solarwirtschaft hat dem Spezialchemiekonzern Wacker das vergangene Jahr verdorben. Während der Umsatz binnen Jahresfrist um gut drei Prozent auf 4,48 Milliarden Euro schrumpfte, brach der Überschuss um 95 Prozent auf sechs Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. "Für den Ergebnisrückgang sind vor allem die nach wie vor niedrigen Preise für Solarsilizium verantwortlich", hieß es. Allerdings verschärfe sich die Situation nicht weiter, seit dem Schlussquartal bessere sich die Einkommenssituation wieder. Die Anleger honorierten die vorläufige Trendwende: Im MDax legte die Wacker-Aktie um gut drei Prozent zu.

Der auf Silizium- und Silikonprodukte spezialisierte Konzern leidet seit längerem unter dem Preisverfall für den hochreinen Ausgangsstoff für Solarzellen. Im Schnitt lagen die Preise ein Drittel niedriger als noch vor einem Jahr. Erst jüngst musste Wacker einem Großkunden Nachlässe gewähren. Auch das Geschäft mit Siliziumscheiben für die Chipindustrie schneidet wegen niedriger Weltmarktpreise schwach ab.

Der fast 100 Jahre alte Familienkonzern macht allerdings einen Silberstreif am Horizont aus. "Erfreulich ist, dass wir im Schlussquartal des vergangenen Jahres sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag besser abgeschnitten haben als 2012", sagte Vorstandschef Rudolf Staudigl. Auf Quartalsbasis seien die Einnahmen um sieben Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro gestiegen, das operative Ergebnis (Ebitda) habe um 18 Prozent auf 158 Millionen Euro zugelegt. "Bei Polysilizium haben die Absatzmengen stark angezogen, auch wenn sich die Preise im vierten Quartal noch nicht spürbar verbessert haben."

Seine Verschuldung behielt Wacker mit knapp 800 Millionen Euro besser im Griff als zunächst erwartet. Finanzchef Joachim Rauhut besänftigte die Anleger. "Wir haben die kapitalintensiven Großinvestitionen in neue Anlagen für Vorprodukte im Wesentlichen abgeschlossen beziehungsweise zeitlich gestreckt und wollen in den kommenden Jahren nun die Früchte dieser Anstrengungen ernten", versprach er. Wacker hatte in den vergangenen Jahren seine Siliziumwerke stark ausgebaut. Im US-Staat Tennessee hatte das Unternehmen ein neues Werk aufgezogen, um dort vor allem von den niedrigen Strompreisen zu profitieren.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×