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02.02.2006

12:20 Uhr

dpa-afx DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Im Bieterkampf um den zum VW -Konzern gehörenden Autovermieter Europcar hat der japanische Mischkonzern Sumitomo mit rund 2,9 Mrd. Euro die bislang höchste Bewertung des Übernahmekandidaten abgegeben. Das Bieterduo des Europcar-Wettbewerbers Sixt mit dem Finanzinvestor Apax liege derzeit rund 200 bis 300 Mill. Euro niedriger. Dies sagten mit den Gesprächen vertraute Kreise am dem Handelsblatt.

Sixt/Apax rangieren mit ihrer Preisvorstellungen auf Rang zwei. Nach Informationen von dpa-AFX überlegt Sixt, nach einer möglichen Übernahme von Europcar auf eine Zwei-Marken-Strategie zu setzen: Im deutschsprachigen Raum könnten demnach beide Marken fortbestehen. Im Rest Europas könnte Europcar sogar als alleinige Marke die neue Gruppe vertreten.

Der Wettbewerber Sixt gilt den Kreisen zufolge bei Europcar nicht als bevorzugter Kandidat für eine Übernahme. Eine zusätzliche Hürde könnten kartellrechtliche Probleme sein. Spekuliert wird überdies, dass Sixt mit seinem Interesse lediglich näheren Einblick in die Zahlen von Europcar erhalten und den Preis für den Käufer nach oben treiben wolle.

Die genannte Summe von bis zu drei Mrd. Euro wäre Finanzkreisen zufolge nicht der tatsächliche Kaufpreis für Europcar, sondern die Bewertung des Unternehmens (enterprise value). Enthalten wären darin vom Käufer mit zu übernehmende Schulden. Diese könnten sich laut Bieterkreisen auf bis zu zwei Drittel der Gesamtsumme belaufen. Entsprechend weniger würde VW gegebenenfalls als Erlös einstreichen. Die Unternehmen VW, Europcar und Sixt wollten sich zum aktuellen Stand der Gespräche nicht äußern.

In Finanzkreisen rechnet man nicht mit einer schnellen Entscheidung. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung dauere noch an. Einige Bieter forderten derzeit noch weitere Informationen an. Wichtige Details seien unter anderem Fragen der Flottenbewertung und möglicher Quersubventionierungen zwischen VW und Europcar. Die Interessenten könnten ihre Angebote auch noch verändern.

Früheren Berichten zufolge waren zunächst sechs bis sieben Bieter im Rennen um den Autovermieter - darunter die Investoren Cerberus, Cinven und Bain. Parallel zu einem Verkauf prüft VW weiterhin die Möglichkeit, Europcar an die Börse zu bringen.

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