Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2007

08:43 Uhr

Zweistelliges jährliches Wachstum geplant

Neuer Märklin-Chef will raus aus der Sammler-Ecke

VonJoachim Hofer

Der angeschlagene schwäbische Modellbahnhersteller Märklin soll so schnell wie möglich wieder in Fahrt kommen. „Ich möchte den Umsatz künftig Jahr für Jahr zweistellig steigern“, sagte am Dienstag Axel Dietz, der neue Chef des Traditionsunternehmens, dem Handelsblatt. Der Gewinn solle dabei noch stärker als die Erlöse zulegen.

Märklin-Eisenbahnen sollen verstärkt auch wieder Kinder begeistern. Foto: dpa

Märklin-Eisenbahnen sollen verstärkt auch wieder Kinder begeistern. Foto: dpa

MÜNCHEN. Um Märklin wieder aufs Gleis zu bringen, will Dietz vor allem neue Zielgruppen erschließen. „Die Marke hat sich bislang sehr stark den Sammlern verpflichtet gefühlt. Große Teile der Bevölkerung hat Märklin aber fast vollständig ausgeschlossen“, sagte der Ex-Chef des Molkereikonzerns Müller. Jetzt sei es an der Zeit, wieder Kinder für die Modellbahn zu begeistern. Darüber hinaus will er auch spielbegeisterte Erwachsene an die Miniaturwelten heranführen.

Die Wachstumspläne des 46-Jährigen sind ambitioniert, denn in den vergangenen Jahren entwickelten sich die Loks und Waggons des Unternehmens immer mehr zu Ladenhütern. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren erreichten die Schwaben mehr als 170 Mill. Euro Umsatz, 2005 waren es gerade noch 123 Mill. Euro. Erst im vergangenen Jahr konnte das fast 150 Jahre alte Unternehmen den Rückgang stoppen. Die Einnahmen erreichten 124 Mill. Euro.

Die neuen Besitzer haben ein umfangreiches Umbauprogramm auf die Beine gestellt

Der britische Finanzinvestor Kingsbridge Capital hatte Märklin im vergangenen Mai übernommen. Damals stand das hoch verschuldete Unternehmen kurz vor dem Aus. Weil die 22 Alteigentümer hoffnungslos zerstritten waren, zogen sich die Verkaufsgespräche über Monate hin.

Die neuen Besitzer haben ein umfangreiches Umbauprogramm auf die Beine gestellt. Jede fünfte der 1 400 Stellen wird gestrichen. Zudem macht das Unternehmen die Fertigung in Sonneberg dicht. Gleichzeitig werden Investitionen und Ausgaben für die Entwicklung um die Hälfte auf 15 Mill. Euro erhöht.

„Mein Ziel ist es, der Marke ihren alten Glanz wiederzugeben“, kündigt Dietz an. Der neue Chef hat viel Erfahrung mit Markenprodukten. Vor seinem Engagement bei Märklin arbeitete der gebürtige Ludwigshafener für Markenartikel-Anbieter wie Philip Morris, Tchibo und Wella.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×