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26.07.2012

09:59 Uhr

Zweites Quartal

ABB muss Gewinnrückgang hinnehmen

Der Schweizer Elektrotechnikkonzern musste im zweiten Quartal einen heftigen Gewinnrückgang hinnehmen. Dagegen stieg der Umsatz des Konzerns an. Was die Zukunft angeht, zeigt sich der Siemens-Konkurrent optimistisch.

Produktionsstandort des Schweizer Elektrotechnikkonzerns in Lenzburg. Reuters

Produktionsstandort des Schweizer Elektrotechnikkonzerns in Lenzburg.

FrankfurtEin stärkerer Dollar sowie Transaktionskosten und Abschreibungen haben den Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB im zweiten Quartal einen kräftigen Gewinnrückgang eingebrockt. Der Konzernüberschuss sank im zweiten Quartal auf 656 Millionen von 893 Millionen Dollar im Vorjahresquartal, wie der Siemens-Konkurrent am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz legte um 6 Prozent zu (organisch 3 Prozent) und stieg auf 9,7 Milliarden Dollar. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Nettogewinn von 728 Millionen und einem Umsatz von 9,934 Milliarden Dollar gerechnet. Die Orderbücher der Zürcher füllen sich weiter: Der Auftragseingang erhöhte sich um 9 Prozent (organisch 6 Prozent) auf 10,1 Milliarden Dollar.

„Die Quartalszahlen machen deutlich, dass wir mit unserem ausgewogenen Geschäftsportfolio, unserer breiten regionalen Aufstellung und einem soliden Kostenmanagement auch in uneinheitlichen Märkten solide Ergebnisse erzielen können“, erklärte Konzernchef Joe Hogan. „Der makroökonomische Ausblick bleibt zwar unsicher, doch die positiven Entwicklungen in China, die anhaltende Stärke des US-Marktes und unsere robuste Performance in Europa stimmen uns im Hinblick auf den kurzfristigen Ausblick zuversichtlicher als noch vor drei Monaten.“

Die Anleger ließen sich von der Zuversicht des Managements anstecken: Die ABB-Aktie legte im frühen Handel knapp drei Prozent zu, während die Anteilsscheine von Siemens um gut drei Prozent nachgaben.

In fast allen Regionen investierten die Kunden weiter in die Modernisierung von Stromnetzen und die Steigerung der industriellen Produktivität, erklärte ABB. In den Energietechniksparten habe sich der Auftragseingang in den meisten Schlüsselmärkten wie den USA, Brasilien, China und Indien stabil gezeigt oder verbessert. Auch in Europa sei der Auftragseingang für Energietechnik stabil geblieben. Im Automationsgeschäft habe die Übernahme von Thomas & Betts ABB einen wesentlich besseren Zugang zum wichtigen nordamerikanischen Markt verschafft. Die Zuwächse in Ländern wie Großbritannien, Norwegen und in Osteuropa hätten zudem die rückläufige Industrietätigkeit in Südeuropa mehr als aufgehoben.

Die Ungewissheit hinsichtlich der kurzfristigen Wachstumsaussichten für Europa, die Schwellenmärkte und die USA mache es zwar weiterhin schwierig, verlässliche Prognosen für die kommenden Monate zu treffen, betonte ABB. Das Ergebnis des zweiten Quartals gebe aber aus mehreren Gründen Anlass zur Hoffnung. So sei der Auftragseingang in Europa robust geblieben. In China, wo die Nachfrage zuletzt schwach war, seien die Aufträge in wichtigen Energie- und Automationsgeschäften gestiegen, in den USA hätten die Orders über das gesamte Portfolio hinweg angezogen. Zudem gebe es Anzeichen dafür, dass der Preisdruck auf dem Markt für Energietechnik nachlasse.

Das Management sei deshalb vorsichtig optimistisch, dass im restlichen Jahresverlauf ein Wachstum und eine Rentabilität entsprechend den Zielen bis 2015 möglich sei, solange sich keine weiteren negativen Entwicklungen im makroökonomischen Umfeld ergäben. Der längerfristige Ausblick für die wichtigen Absatzmärkte von ABB bleibe positiv.

Von

rtr

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