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31.07.2012

17:13 Uhr

Zweites Quartal

Firmen aus Übersee verzweifeln an Europa

VonNils Rüdel

Die Krise in Europa verhagelt den US-Unternehmen die Bilanzen. Die meisten, die bislang ihre Quartalszahlen vorgelegt haben, klagen über ausbleibende Kunden und Aufträge. Und zu Hause ist die Lage nur wenig besser.

McDonalds hat ein schwaches Quartal hinter sich. Reuters

McDonalds hat ein schwaches Quartal hinter sich.

WashingtonAls US-Finanzminister Timothy Geithner am Montag zu seinem urlaubenden deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble nach Sylt aufbrach, dürften ihm viele Manager amerikanischer Konzerne die Daumen gedrückt haben. Geithners Trip in die Euro-Krisenregion, so die Hoffnung, könnte am Ende vielleicht das Schlimmste noch verhindern. Alles, was gegen die Krise helfen könnte, ist willkommen.

Denn Europa ist für US-Unternehmen die Sorge Nummer eins: Die Krise in Übersee, das berichteten die meisten Firmenchefs in ihren Zwischenberichten aus dem zweiten Quartal, nagt an ihren Gewinnen, lässt ihre Aktienkurse fallen und trübt ihre Aussichten für das restliche Jahr. „Gegenwind“, „Unsicherheit“ und „schwaches Wachstum“ sind die Schlagworte der Quartalssaison, in der bislang etwas mehr als die Hälfte der US-Konzerne Zahlen vorgelegt haben. „Sag Adieu zu wachsenden Gewinnen“, schrieb das „Wall Street Journal“.

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Ob Apple, 3M oder der Autokonzern Ford, der erwartet, im Europa-Geschäft in diesem Jahr eine Milliarde Dollar zu verlieren: Quer durch alle Branchen klagen die Konzerne über die sich stetig verschlimmernde Krise, die Unternehmen weniger investieren und Kunden weniger konsumieren lässt. „Die Leute bleiben zu Hause“, sagte etwa der Finanzchef von McDonalds, Peter Bensen. Der erfolgsverwöhnte Fastfood-Konzern hat soeben das schwächste Quartal seit Ende 2009 hinter sich gebracht.

Auch Starbucks ging es schon mal besser. Die Kaffeehaus-Kette musste für das laufende Quartal ihre Prognose zurücknehmen. „Das ist kein Starbucks-Problem“, sagte Firmenchef Howard Schultz. „Das ist ein volkswirtschaftliches Problem eines schwachen Konsumentenvertrauens“. Auch UPS sieht Grund zur Besorgnis: „Unsere Kunden werden zunehmend nervös“, sagte der Chef des globalen Paketdienstleisters, Scott Davis. UPS gilt wie auch Fedex als Seismograph für die Wirtschaftstätigkeit weltweit.

Kommentare (28)

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Claus

31.07.2012, 17:22 Uhr

Die Kriese kam doch aus Amerika und nicht aus Euro. Wir zahlen doch schon länger für deren Wohlstand.

Charly

31.07.2012, 17:37 Uhr

@Claus

"US-Konzerne verzweifeln an Europa"

Ja und jetzt wollen wir nicht mehr zahlen, deshalb verzweifeln die ja an uns.

Account gelöscht!

31.07.2012, 17:55 Uhr

Sicher wirkt es sich negativ auf USA-Exporte aus, wenn die einige angeschlagene Eurostaaten wie die PIIGS weniger Waren und Dienste von den Amerikanern kaufen. Aber erwarten die Amis nun allen Ernstes, daß andere Länder in der EU den PIIGS Kauf auf Pump finanzieren (wobei mit Ausfall der Kredite zu rechnen wäre)?

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