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29.11.2011

13:45 Uhr

Zwischenfall in Tuscaloosa

Im Mercedes durchs politische Minenfeld

VonNils Rüdel

Ein deutscher Mercedes-Manager wird im US-Bundesstaat Alabama vorübergehend festgenommen. Kurz darauf wird er zum Helden der Bürgerrechtsbewegung. Die Geschichte eines kleinen Vorfalls mit großer Wirkung.

Eine Mitarbeiterin im Mercedes-Werk in Tuscaloosa. dpa

Eine Mitarbeiterin im Mercedes-Werk in Tuscaloosa.

WashingtonGeht es nach der Rockband Lynyrd Skynyrd, ist in Alabama ja alles prima. Der Himmel ist stets blau und in der Hauptstadt Birmingham, da lieben die Menschen ihren Gouverneur. So heißt es jedenfalls in dem Ohrwurm von 1974, „Sweet Home Alabama“.

Für Detlev H. dürfte das wie Hohn klingen.

Es war vor knapp zwei Wochen, als der deutsche Mercedes-Manager Bekanntschaft mit den nicht so süßen Seiten des US-Südstaates machte. H. war im Rahmen eines Werksbesuchs mit seinem Mietwagen in der Nähe der Mercedes-Fabrik Tuscaloosa unterwegs, als er bei einer Verkehrskontrolle vorübergehend festgenommen wurde. Sein Vergehen: Er hatte nur einen Personalausweis dabei, der Reisepass lag im Hotel. Ein Routinefall, Peinlich, aber schnell überstanden. So sah es aus.

Doch hier beginnt die Geschichte erst. Eine Geschichte, an deren Ende H. zum Helden von Bürgerrechtlern und Wirtschaftsfreunden gleichermaßen wurde. Ohne es zu ahnen war der Deutsche mit seinem Mietwagen mitten in ein politisches Minenfeld  gefahren.

Den Anfang machte jener 18. November, an dem H. mit seinem Pass-Missgeschick gegen das schärfste und umstrittenste Einwanderungsgesetz Amerikas verstieß. „Alabama HB56“, so der Titel, verlangt von jedem, jederzeit bei einer Kontrolle seine Aufenthaltsgenehmigung vorzuweisen. Kann er das nicht, klicken die Handschellen.

Kommentare (4)

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josefhirsepp

29.11.2011, 12:15 Uhr

Eine Suedstaaten-Flagge am vorderen Nummernschildhalter kann es auch nicht mehr richten . Schlimm wird es dann noch, wenn man zu schnell unterwegs ist wegen Gschwindigkeitsueberschreiting auf der I 20 gestppt wird und der Reisepass im Hotel in Atlanta, GA liegt und eim Kofferraum noch ein angebrochenes 6-pack mit Budweiser gefunden wird.... Hand & Fussfesseln sind dann angesagt..

DgBmdsS

29.11.2011, 12:26 Uhr

Glückspilz; In einem republikanischen Bundesstaat steht auf ein solches Vergehen normalerweise sofortige Erschießung in Notwehr.

Smokie2011

29.11.2011, 12:56 Uhr

Löblich, solche Gesetze bräuchten wir auch in Deutschland. Allein für nen 6er Budweiser im Kofferraum sollte es die Höchststrafe geben.

Und wer zu blöd ist, im Ausland seinen Pass bei sich zu tragen, trägt selbst die Schuld. Zumal die USA für ihre verschärften Einwanderungsgesetze mittlerweile bekannt sein sollten...

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