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24.01.2014

20:45 Uhr

Ingenieure in der Energiebranche

Sonnige Aussichten

VonMiguel Zamorano

Viele Mitarbeiter in der Energiebranche stehen vor einer Neuorientierung , denn die großen Erzeuger haben Entlassungen angekündigt. Gute Perspektiven bieten die erneuerbaren Energien – dank Umschulung oder Weiterbildung.

Junge Fachkräfte sind im Energiesektor rar. Foto: dpa

Junge Fachkräfte sind im Energiesektor rar. Foto: dpa

KölnDie deutsche Energiebranche befindet sich im Umbruch. Von den derzeit 170.000 Angestellten könnten in diesem Jahr bis zu 30.000 Personen ihren Job verlieren, warnte jüngst die Gewerkschaft Ver.di. Seitdem die konventionellen Kraftwerke nicht mehr die Erträge abwerfen, die sie vor der Energiewende einspielten, müssen die Unternehmen Kosten sparen. Und sollte die neue Große Koalition an der Strompreispolitik etwas ändern und somit den Erzeugern ein wenig unter die Arme greifen, dann „dürfte es im besten Fall immer noch 10.000 Angestellte treffen“, so Reinhard Klopfleisch, Referatsleiter Energiepolitik bei Ver.di.

Die zwei großen Erzeuger RWE und Eon haben bereits Entlassungen angekündigt. Wer an Bord bleibt, für den werden neue Zeiten anbrechen. „Die Anforderungsprofile für die Mitarbeiter werden sich ändern“, prophezeit Klopfleisch. Konventionelle Kraftwerke müssen künftig flexibler und kosteneffizienter betrieben werden. Klopfleisch: „Die geforderten Qualifikationen an die durchschnittlichen Angestellten dürften steigen.“

Tipps für Bewerbung und Einstieg

Keine zweite Chance für einen ersten Eindruck

Wer beim ersten Gespräch unangenehm auffällt, für den gibt es keine zweite Chance. Wir beurteilen Menschen in den ersten drei bis fünf Sekunden- dieser Eindruck bleibt haften. Personalreferenten wissen: Wer schon beim Vorstellungsgespräch ein Gespür dafür hat, was angemessen ist, der wird auch im Job Situationen richtig einschätzen.

Wer ruft wen an?

Das Bewerbungsgespräch ist gut überstanden. Jetzt beginnt die nächste Zitterpartie: Habe ich das Rennen gemacht? Soll ich nachfragen oder abwarten? Wer nicht tagelang das Telefon fixieren möchte, sollte dies schon beim Gespräch klären. Sagen Sie, dass Sie interessiert sind und fragen Sie, wie es weiter geht.

Bewerbungs-Outfit

Wenn Sie nicht gerade in einer Kinderkrippe oder für eine Rockband vorstellen, gilt für die meisten Branchen: Männer tragen Anzug und Frauen ein Kostüm. Bis Sie ein Gefühl dafür haben, wie Ihre Kollegen erscheinen, sollten Sie das beibehalten.

Die ersten Wochen

Nachwuchskräfte aufgepasst! Unsicherheit mit Coolness zu überspielen klappt nicht. Fragen Sie erfahrene Kollegen, lernen Sie die Gepflogenheiten des Unternehmens kennen. Üben Sie sich in Bescheidenheit- das erste große Projekt kommt bestimmt, und dann können Sie Ihrem Übermut freie Fahrt gewähren.

Auch wenn Sie privat andere berühren oder Gespräche aus nächster Nähe führen- kommen Sie Kollegen und Geschäftspartnern nicht zu nahe! Die Distanzzone liegt bei einigen bis zwei Metern.

Wer ist der Neue?

Neue Kollegen bedeuten Stress für alle, denn Ihre Mitarbeiter sorgen sich vielleicht, dass ihre Routine durcheinandergewirbelt wird oder dass ihr Job in Gefahr ist. Sympathiepunkte sammelt man jetzt durch Interesse und Respekt. Tipp: Schmeicheln Sie den neuen Kollegen, und machen Sie Bemerkungen über vergangene Projekte, die Ihnen gefallen haben.

Das gekonnte Selbstmarketing

Der erste Tag ist fast überstanden, dann soll man sich in großer Runde vor allen Kollegen vorstellen. Bereiten Sie sich gut vor. Wichtig ist, Berufserfahrung und Ausbildung sachlich und Knapp auf den Punkt zu bringen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit dabei auf Ihre größten Erfolge. Verkaufen Sie nicht mehr, als Sie liefern können.

In der Ruhe liegt die Kraft

Nur wer in Stress- Situationen Höflichkeit und Respekt wahrt, beweist, dass er umgänglich ist. Auch wenn es schwerfällt, sollten Sie Verärgerung nicht offen zeigen. Eine wutverzerrte Miene wirkt nicht souverän. Hören Sie sich die Argumente Ihres Gegenübers ruhig an. Beschreiben Sie, was Ihnen Probleme macht, ohne Kollegen zu beschuldigen.

Richtiger Umgang mit Mails

Gerade wenn man seinen Ansprechpartner nicht kennt, verfällt man oft in gestelztes Briefdeutsch. Besser ist es, so zu formulieren, wie man es mündlich tun würde. Allerdings sollte ein guter Ton gewahrt bleiben: Verzichten Sie unbedingt auf saloppe Smileys und auf Abkürzungen („MFG“ statt „Mit freundlichen Grüßen“). So viel Zeit sollte sein.

Grundkurs Netikette

Nur weil es eine E-Mail ist, sollten Sie nicht automatisch "Hallo Frau Meyer" oder "Lieber Herr Müller" schreiben. Das "Sehr geehrte Frau Schulze" ist durchaus nicht altmodisch. E-Mails erreichen ihre Adressaten schnell- das heißt aber nicht, dass diese ebenso schnell antworten müssen. Geben Sie ihnen zwei bis drei Tage Zeit, oder vermerken Sie in der E-Mail, dass es eilt. Entgegen allen Gerüchten: Großbuchstaben sind noch nicht aus der Mode. Rechtschreibung und Grammatik sind auch bei E-Mails essenziell.

Ordnung muss sein! Vergessen sie nie eine aussagekräftige Betreffzeile, denn die hilft dem Empfänger, seine E-Mail-Flut zu ordnen. Anlagen sollten Sie in gängigen Dateitypen verschicken und darauf achten, dass Sie mit großen Datenmengen nicht das Postfach des Adressaten verstopfen.

Entspannungsphase

Im Meetingraum, beim Geschäftsessen oder bei offiziellen Anlässen dürfen Sie Ihr Jackett oder ihre Kostümjacke erst ablegen, wenn die Gastgeber Sie dazu auffordern oder es vormachen. Stoßen sie zu einer Gruppe, die sich bereits "entspannt", fragen Sie erst. Werden Ihnen Getränke angeboten, sollten Sie annehmen. So geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, ein guter Gastgeber zu sein. Mit exotischen Wünschen (Bananensaft, Brennnessel-Tee) bringen Sie Ihren Gastgeber allerdings in Verlegenheit.

Quelle: www.trust-wi.de

Um diese Entwicklung vorweg zunehmen, planen besonders die großen Energieerzeuger schon jetzt, ihre Mitarbeiter umzuschulen. So sind bei RWE seit kurzem sogenannte Effizienzprogramme angelaufen. Auf Anfrage teilte der Konzern mit, dass für Mitarbeiter die Option bestünde, sich für andere Geschäftsbereiche zu qualifizieren. Wer das in Anspruch nehmen wolle, müsse allerdings vorher ein auf ihn abgestimmtes Qualifizierungs- und Einarbeitungsprogramm durchlaufen. „Wer zum Beispiel in dem Bereich erneuerbare Energien arbeiten möchte“, erklärt RWE-Sprecher Manfred Lang, „für den wird das Programm auf die Bedürfnisse und Anforderungen der erneuerbaren Energien abgestimmt.“ Parallel dazu bestünde die Möglichkeit, sich bei den Kollegen von RWE Innogy einzuarbeiten. Die Tochtergesellschaft des Konzerns bündelt die Aktivitäten rund um die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.

Eon hat bereits 2012 begonnen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dazu hat das Unternehmen die Eon Perspekt ins Leben gerufen. Die Transfergesellschaft soll nach Angaben von Pressesprecher Georg Oppermann den Mitarbeitern „wieder ein dauerhaftes neues Arbeitsverhältnis inner- oder außerhalb des Konzerns vermitteln.“ Unterstützt wird der Konzern dabei von der GS Consult GmbH, einer Personalberatung, die Unternehmen und Mitarbeiter in Umstrukturierungsprozessen berät. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die betroffenen Mitarbeiter Bewerbungstraining, Vorbereitung für Vorstellungsgespräche oder Telefoninterviews erhalten. Eon-Sprecher Oppermann sagt: „Jede Qualifizierung soll sinnvoll und zielgerichtet auf einen möglichen neuen Arbeitsplatz ausgerichtet sein“.

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