Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2011

09:14 Uhr

Ingvar Kamprad

TV-Sendung rückt Ikea-Gründer in schlechtes Licht

VonHelmut Steuer

In einer zweiteiligen Dokumentation des schwedischen Fernsehsenders SVT wird die komplizierte Unternehmensstruktur von Ikea unter die Lupe genommen und die Existenz der Liechtensteiner Stiftung Interogo enthüllt. Indirekt wird dem Ikea-Gründer Kamprad auch Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad ist wieder einmal in einen Skandal verwickelt. Diesmal geht es um Steuerhinterziehung. dpa

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad ist wieder einmal in einen Skandal verwickelt. Diesmal geht es um Steuerhinterziehung.

STOCKHOLM. Wieder einmal sorgt Ikea-Gründer und Multimilliardär Ingvar Kamprad für Schlagzeilen: Der 84-Jährige soll den weltweit größten Möbelhändler über eine bislang nicht bekannte Stiftung in Liechtenstein kontrollieren, obwohl er immer wieder behauptet hatte, sich offiziell vor einigen Jahren aus dem operativen Tagesgeschäft zurückgezogen zu haben. In einer zweiteiligen Dokumentation des schwedischen Fernsehsenders SVT wird dem als besonders geizig geltenden Kamprad indirekt auch Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Im Film wird die komplizierte Unternehmensstruktur von Ikea unter die Lupe genommen und die Existenz der Liechtensteiner Stiftung Interogo enthüllt. Bekannt war bislang nur, dass Ikea über verschiedene Stiftungen in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, der Schweiz, Zypern, Curaçao und den Jungferninseln kontrolliert wird.

Doch nun wird Interogo als eigentliche Schaltzentrale von Kamprad präsentiert. Sie wurde bereits 1989 gegründet und hortet bislang rund neun Milliarden Euro. Das Geld stammt von der niederländischen Stiftung Inter Ikea. Diese Stiftung verlangt nach dem Franchise-Prinzip drei Prozent des Umsatzes der Möbelhäuser weltweit. Nach der Ausstrahlung des Films wies Kamprad den Vorwurf der Steuerhinterziehung entschieden zurück.

Es ist nicht das erste Mal, dass der in der Schweiz lebende Kamprad in die Schlagzeilen gerät: Vor Jahren beichtete er, dass er früher Alkoholprobleme hatte. Auch sein Geständnis, als junger Mann mit Nazis sympathisiert zu haben, erregte Aufsehen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

IKEA-Köttbullar

28.01.2011, 12:03 Uhr

Dass man durch Ehrlichkeit kein Millardär wird, ist doch wohl klar. Unsere Kinder bekommen es ständig vorgelebt, dass nur der in Saus und braus lebt, der andere ausbeutet, betrügt oder Steuerschlupflöcher kennt. Also lasst doch mal die Kirche im Dorf. ist doch alles legal. Mit Anstand und Moral muss doch nun wirklich keiner mehr kommen. Die Worte stehen doch nur noch inhaltslos im Duden. in dieser Hinsicht wird doch immer nur an den Normalbürger appelliert. Für Wirtschaftsbosse, banker und Politiker gilt das doch garnicht. Wichtig ist nur, dass man die richtigen Leute kennt und irgendwann soviel Geld hat, dass man sich genügend gute Anwälte leisten kann. Die müssen alle Tricks kennen, um Gesetze so biegen zu können, dass alles legal bleibt. Der einzige, dem diese Trickserei nicht eingeräumt wird, ist der Arbeitnehmer. Er bekommt sein Gehalt niemals ganz ausbezahlt. Hier wird die Steuer vom Arbeitgeber direkt an das Finanzamt überwiesen. Wo kämen wir denn hin, wenn Arbeitnehmer die gleichen Rechte hätten, wie Wirtschaftskriminelle (die offiziell keine Kriminellen sind, weil sie wissen wie man es vertuscht)? Eines ist sicher. Das letzte Hemd hat keine Taschen. Und zu Lebzeiten sind solche Menschen meist recht einsam. immer Angst davor entführt zu werden und immer auf der Suche nach der richtigen Strategie, um möglichst viel an der Steuer vorbeizuschaffen. Was für ein elendes Leben! ich will nicht tauschen mit denen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×