Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.06.2017

15:49 Uhr

Initiative „Wir zusammen“

„Wir sind in der langfristigen Integration angekommen“

VonMichael Brächer

Wie können Geflüchtete integriert werden? Auf der Handelsblatt-Veranstaltung zur Initiative „Wir zusammen“ in Frankfurt präsentierten Unternehmer, Behörden und Helfer ihre Rezepte – und probten den Perspektivwechsel.

„Wir zusammen“ in Frankfurt: Amira Zarari von der muslimischen Poetry-Slam-Gruppe „I,slam“ bekam für ihren Vortrag viel Applaus. Bert Bostelmann für Handelsblatt

Poetry-Slam bei „Wir zusammen“

„Wir zusammen“ in Frankfurt: Amira Zarari von der muslimischen Poetry-Slam-Gruppe „I,slam“ bekam für ihren Vortrag viel Applaus.

FrankfurtSeit dem Herbst 2015, als täglich tausende Geflüchtete an deutschen Bahnhöfen ankamen, ist in Deutschland viel passiert: Damals standen Behörden und ehrenamtliche Helfer vor der schieren Herausforderung, den Ankommenden eine sichere Unterkunft zu gewähren. Inzwischen kommen weitaus weniger Neuankömmlinge nach Deutschland – und auch die Herausforderungen für die Helfer haben sich geändert: „Wir sind in der langfristigen Integrationsarbeit angekommen“, erklärte Alfred Höhn von der Beratungsfirma PwC.

Im Frankfurter PwC-Tower fand am Donnerstag die dritte Handelsblatt-Veranstaltung zur Initiative „Wir zusammen“ von deutschen Unternehmen statt. Die Teilnehmer nutzten die Chance, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Dabei bot sich den Gästen auch die Möglichkeit, die Perspektive zu wechseln. Denn zum Schluss zeigte die Poetry-Slammerin Amira Zarari mit einem muslimischen Poetry-Slam eindrucksvoll, was es bedeutet, mit „langen schwarzen Kleidern“ in Deutschland zu leben – und dabei vielen Vorurteilen ausgesetzt zu sein.

Die Leitfragen des Abends: Wie lassen sich Geflüchtete langfristig integrieren – und welchen Beitrag können Unternehmen dazu leisten? Soviel wurde klar: Die langfristige Integration ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Aber eine, die sich lohnt. „Uns alle hier verbindet eine Herzensangelegenheit“, sagte Handelsblatt-Ressortleiter Grischa Brower-Rabinowitsch, der durch den Abend führte. Das gemeinsame Engagement helfe nicht nur den Geflüchteten, sondern auch den Unternehmern.

Das Netzwerk „Wir zusammen“ will dabei den Einsatz von Deutschen Unternehmen für Flüchtlinge bündeln. „Wir wollen andere Unternehmen für unser Netzwerk gewinnen oder sie ihnen dabei helfen, eigene Initiativen zu starten“, erklärte Projektleiterin Marlies Peine. Inzwischen konnte die Initiative rund 5.500 Arbeitsplätze für Geflüchtete schaffen. „Wir haben viel gelernt und wissen, wo die Hürden liegen“. Diese Expertise will die Initiative weitergeben.

Viel gelernt hat auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das wegen schwerer Fehler im Fall des terrorverdächtigen Franco A. massiv in die Kritik geraten war. Der Bundeswehr-Soldat, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, hatte sich als syrischer Flüchtling ausgegeben und erfolgreich einen Asylantrag gestellt. „Das ist ein ernster Fall, der so nicht hätte passieren dürfen und zu Recht zu großer Bestürzung geführt hat“, räumte BAMF-Vizechefin Uta Dauke ein. Eine interne Untersuchung habe mehrere Fehler aufgedeckt. Eine Stichprobe von 2.000 weiteren Fällen habe aber gezeigt, dass sich das Muster nicht wiederhole. Die Behörde will aus ihren Fehlern lernen: „Wir haben ein Qualitätssicherungskonzept auf den Weg gebracht“.

Initiative „Wir Zusammen“: Digital deutsch lernen

Initiative „Wir Zusammen“

Digital deutsch lernen

In der Deutschlandzentrale von Google in Hamburg fand die zweite Handelsblatt-Veranstaltung zur Initiative „Wir Zusammen“ statt. Dabei ging es um die Vernetzung von Unternehmen, Behörden und Helfern.

Trotzdem gebe es noch immer einige Geflüchtete, deren Identität nicht erfasst sei. „Das ist aber eine sehr kleine Zahl, die wir in den kommenden Wochen abarbeiten werden“. In diesem Jahr hätten bis Ende Mai rund 90.000 Geflüchtete in Deutschland Asyl beantragt. „Die Welle ist ein wenig abgeebbt, aber immer noch auf relativ hohem Niveau“. So hätten sich auch die Aufgaben für das BAMF verändert: Jetzt spiele die Integration der Neuankömmlinge eine noch größere Rolle. „Wir haben verschiedene Stellschrauben, an denen wir arbeiten müssen, aber wir sind sicher, dass wir das schaffen“.

Auch die Unternehmer, die auf der Bühne aus dem Integrationsalltag berichteten, zeigten sich optimistisch. Aber: „Es gibt überall kleine Hürden und Hindernisse“, berichtete Michael Bräuning, der das „Projektbüro Integrations-Offensive“ der Allianz leitet. So sei es dem Versicherungskonzern mitunter schwergefallen, passende Kandidaten für offene Stellen zu finden. „Wir hatten anfangs eine hohe Fluktuation, die wir aber reduzieren wollen“. Dabei hilft ein System aus „Buddys“ – das sind Mitarbeiter, die Flüchtlinge im Alltag begleiten.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Annette Bollmohr

09.06.2017, 16:27 Uhr

Aus w e l c h e m Grund g e n a u glauben viele Muslime, in Deutschland "in langen schwarzen Kleidern" (und entstellenden Kopfbedeckungen) leben – und sich dabei vielen Vorurteilen aussetzen zu müssen?

Tut mir leid, diesen Anblick empfinde ich als Zumutung. Ist nun mal so.

Frau Annette Bollmohr

09.06.2017, 16:40 Uhr

Um Missverständissen vorzubeugen:

Ich habe nichts gegen Muslime (als Individuen). Und ich lasse mir meinen Ärger auch nicht anmerken. Aber ich will mich gar nicht erst ärgern - oder besser gesagt: meinen Ärger unterdrücken - müssen.

Herr Walter Finger

09.06.2017, 16:50 Uhr

Es ist schon viel darüber gesprochen wurden und man fragt sich ob es überhaupt noch Sinn macht dazu noch Worte zu verlieren.
Über 80% sind keine sog. Flüchtlinge sondern mit falschen Identitäten in die BRD Sozialgesetzgebung sich unrechtmäßig eingeschmuggelte Personen.
Über 85% sind junge Männer. Die meisten ohne Schulbildung, des Lesen und Schreiben Unkundige und lebensunfähig in unserer Zivilisation der sie ablehnend gegenüberstehen..
Es besteht kein Interesse an Lehrausbildung und geregelten Leben.
Sie kommen, stellen Ansprüche und wenn sie es nicht bekommen was sie wollen werden sie kriminell. Wenn es sie nicht schon waren als sie hereinströmten.
Sie leben auf unsere Kosten und verantwortlich dafür sind unfähige Politiker denen ihr eigenes Volk egal ist und die vor einer noch unfähigeren BK Merkel kuschen.
Wer sich dagegen auflehnt wird geächtet von dem schwarzen Schlägern der Antifa an Leib und Seele bedroht und sozial geächtet.
Eine schlimmere Situation wie in der DDR. Dort ist die Jugend nicht zu Deutschhassern erzogen wurden.
Ein unfähiger Staat der sich selbst aufgibt seine Geschichte verleugnet und das deutsche Volk zu Bürgern zweiter Klasse degradiert.
Ein Milliardär lebt in einer vollkommen anderen Welt.
Natürlich können sie das ganze streichen, was ich auch erwarte, da natürlich nicht in die von den MSM auch dem Handelsblatt, propagierte und rotgrün gefärbte Welt passend.
aber sie werden wieder die gleichen Versager wählen und Deutschland wird immer mehr als das Land unserer Väter/Mütter und Vorfahren verschwinden.
Man kann es mit Heinrich Heine halten. Denk ich an Deutschland in der Nacht..........

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×