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08.12.2014

17:08 Uhr

Innovationsmanagement

Mehr Platz für Querdenker

Unternehmen sind in immer kürzeren Abständen auf Innovationen angewiesen - oft werden Ideen von Mitarbeitern jedoch nicht gehört. Um das kreative Potential besser zu nutzen, lassen sich die Firmen einiges einfallen.

Oft scheitern Ideen am Desinteresse des Vorgesetzten. Viele Unternehmen wollen das ändern. dpa

Oft scheitern Ideen am Desinteresse des Vorgesetzten. Viele Unternehmen wollen das ändern.

DüsseldorfWas wäre wenn? ist die Lieblingfrage von Remigiusz Smolinski. Man könnte sagen, es ist sein Job, sich das immer wieder zu fragen. Der Leiter des Innovationsmanagements und seine fünf Kollegen sollen schließlich beim Hamburger Versandhändler Otto technologische Innovationen voranbringen.

Smolinski und seine Kollegen haben sich vor einiger Zeit angeschaut, wie im Onlineshop die Preise zustande kommen. Nach Ideensammlung, Wettbewerbsbeobachtung und Analyse haben sie ein sogenanntes dynamisches Preismodell entwickelt. Das bedeutet: Der Preis für ein Produkt im Onlineshop schwankt je nachdem, wie viele Kunden zugreifen und wie hoch der Lagerbestand ist. „Schneller, höher, weiter, aber mit den Mitteln, die man heute schon zur Verfügung hat“, daran arbeite das Team. Was man dafür braucht? Kreativität, analytisches Denken und Neugierde.

Innovativer zu werden ist eines der drängendsten Themen deutscher Konzerne. Immer mehr Unternehmen stellen speziell dafür Leute ein und bauen ganze Abteilungen auf, die zusammen mit Hochschulen, Zulieferern, Kunden, der Netzgemeinde oder den eigenen Mitarbeitern auf neue Ideen kommen sollen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat gerade eine Innovationsoffensive angekündigt, bis 2020 will der Konzern 500 Millionen Euro dafür ausgeben - unter anderem für ein „Innovation Hub“ genanntes Zentrum, mit dem man näher an Start-ups heranrücken will, einem Innovationsfonds sowie einer kleinen Zentraleinheit, die die Ideensucher der Töchter vernetzen soll.

Tipps für mehr Kreativität

Sich selbst zum Staunen bringen

Eröffnen Sie sich jeden Tag Möglichkeiten zu staunen. Schreiben Sie Ihre Entdeckungen auf, und bringen Sie auch andere zum Staunen.

Mit alten Mustern brechen

Brechen Sie alte Muster auf. Versuchen Sie, neu an eine Sache heranzugehen.

Die erste Idee ist nicht immer die Beste

Geben Sie sich nicht mit der erstbesten Idee zufrieden.

Aus mehreren Perspektiven denken

Betrachten Sie Ihre Fragestellung bereits zu Beginn bewusst aus verschiedenen Perspektiven.

Beschäftigung

Entdecken Sie etwas, mit dem Sie sich schon immer beschäftigen wollte. Sie wissen eigentlich schon, was das ist.

Lenken Sie sich ab

Wenn Sie eine Denkblockade haben oder sich in einer gedanklichen Sackgasse befinden, lenken Sie sich ab. Schauen Sie sich etwas Lustiges an.

Bewegung

Oder gehen Sie ein paar Schritte: Gewinnen Sie Abstand und damit wieder neue Sichtweisen.

Ein Problem neu formulieren

Formulieren Sie, wenn nötig, ein Problem neu.

Glücklich sein

Seien Sie glücklich. Besonders, wenn Sie nach Ideen suchen.

Quelle

Christiane Stenger, „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt! – Gebrauchsanweisung für Ihren Kopf“, 252 Seiten, EAN 9783593500126, ISBN 978-3-593-50012-6

„Heute haben viel mehr Organisationen als noch vor zehn Jahren spezielle Teams, die sich um Innovation kümmern“, sagt Linus Dahlander, der an der Berliner Managementhochschule ESMT zum Thema forscht und lehrt. Vorreiter waren und sind die großen IT-Firmen und Konsumgüterhersteller. Etliche Branchen ziehen erst jetzt nach.

Unternehmen sind in immer kürzeren Abständen auf Innovationen angewiesen. „Ein Mangel an Innovationskraft trägt dazu bei, dass Unternehmen gewisse Trends verschlafen“, sagt Matthias Ziegler, Innovationsexperte der Beratung Accenture. Dafür schaffen sie eigene Posten oder Abteilungen. Dass dies auch nötig ist, zeigen Umfragen wie jene, die der Chemiekonzern Altana vor kurzem veröffentlicht hat. Die Ergebnisse der Befragung von 500 Führungskräften und Berufseinsteigern deutscher Industrieunternehmen: Als sehr innovativ beurteilen viele ihren Arbeitgeber nicht, bei den Managern sind es vier Prozent, bei den Berufseinsteigern sechs Prozent. Das Erstaunliche: Die Manager wissen, dass sie eine Mitschuld tragen. „Nur 17 Prozent behaupten, dass sie einen sehr großen Beitrag zur Förderung der Innovationskultur leisten“, heißt es in der Altana-Studie.

Kommentare (2)

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Frau Verena Czerny

09.12.2014, 08:54 Uhr

Kreativität und Innovationsbereitschaft können von Führungskräften gezielt gefördert und kultiviert werden. So werden sie zu einem Bestandteil der Unternehmenskultur und zu einer Auszeichnung des Unternehmens als Arbeitgeber. Welche dieser 8 Impulse können Sie in Ihrem Unternehmen umsetzen?
http://www.clever-change.de/innovationsmanagement/

Frau Sabine Osmanovic

11.12.2014, 09:42 Uhr

Auch für kleine und mittelständische Unternehmen ist es wichtig, neue Wege zu gehen, um Kundenbegeisterung zu generieren. Nur so können Sie auf Dauer im Markt bestehen.
Hier kommt es umso mehr darauf an, dass Führungskräfte bereit sind, den Mitarbeitern Zeit und Raum zu geben, Ideen zu entwickeln und diese auch voran zu treiben.

www.ihr-office-macht-gewinn.de

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