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16.10.2012

10:56 Uhr

Insiderhandel

Bill Gates und Kofi Annan setzen sich für Gupta ein

Im Prozess um Insider-Tipps des ehemaligen Goldman-Aufsehers Rajat Gupta geht es um das Strafmaß – ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft. Das ruft Prominente auf den Plan, Bill Gates und Kofi Annan loben Guptas Engagement.

Rajat Gupta droht eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren. AFP

Rajat Gupta droht eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren.

New YorkIn der kommenden Woche wird im größten Hedgefonds-Insider-Skandal der USA das Urteil gegen Rajat Gupta verkündet. Die Anklage wirft dem ehemaligen Aufseher von Goldman Sachs vor, den Hauptbeschuldigten Raj Rajaratnam, Co-Gründer von Galleon, mit Aktien-Tipps versorgt zu haben. Doch Gupta hat prominente Fürsprecher, darunter Bill Gates, den Vorsitzenden der Microsoft und den früheren Uno-Generalsekretär Kofi Annan.

In Briefen an den Bezirksrichter Jed Rakoff in Manhattan, setzten sich Gates, Annan und mindestens weitere 200 Personen für Gupta ein. Gupta drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis.

„Ich ersuche Sie, das Gute zu erkennen, dass Rajat in dieser Welt getan hat, seine Hilfe für andere anzuerkennen und seine Bemühungen zu berücksichtigen, das Leben von Millionen Menschen zu verbessern”, schrieb Annan mit Bezug auf Guptas Arbeiten an der Reform des Uno-Managements. Gates schrieb: „Ich möchte mich der Stimme der anderen Freunde und Kollegen von Rajat Gupta anschließen, die an Sie geschrieben haben, um Rajats Profil abzurunden.” Sodann wies er auf Guptas Engagement als Vorsitzender einer Gesellschaft zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria hin.

Gupta ist der prominenteste unter den 69 Personen, die im Zuge landesweiter Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und der Bundespolizei FBI seit 2009 überführt wurden. Vor Goldman Sachs, wo er 2010 aus dem Vorstand ausschied, war Gupta von 1994 bis 2003 Managing Partner bei McKinsey sowie in den Aufsichtsgremien von Procter & Gamble, der Rockefeller Stiftung und der Bill & Melinda Gates Stiftung tätig.

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Bei der Unternehmensberatung McKinsey war Rajat Gupta in führender Position.

Im Juni wurde der 63-Jährige in drei Fällen des Wertpapierbetrugs für schuldig erklärt sowie in einem Fall der Verschwörung. Die Höchststrafe für Wertpapierbetrug liegt bei 20 Jahren, die Strafe kann jedoch auch niedriger ausfallen.

Nach einem vierwöchigen Prozess hatte ein Geschworenengericht festgestellt, dass Gupta Tipps über Transaktionen bei Goldman an Rajaratnam weitergegeben hatte. Unter anderem ging es um Informationen über ein Investment von fünf Milliarden Dollar in Goldman Sachs durch Warren Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway im September 2008. Außerdem soll Gupta auf einen Quartalsverlust bei Goldman hingewiesen haben. Der 55-jährige Rajaratnam sitzt eine elfjährige Haftstrafe ab, weil er aufgrund der Tipps von Gupta und anderen Aktiengeschäfte getätigt hat.

Kommentare (4)

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Regicide

16.10.2012, 11:21 Uhr

Regicide
Warum gerade solche "Persönlichkeiten" für Gupta einsetzen ist nicht nachzuvollziehen. Haben die vielleicht auch von diesen Machenschaften profitiert??? Nenne nur Berkshire !!
Warden nicht alle diese Personen vielleicht damit verbunden, ihre "Betriebsgeheimnisse" weiterzugeben, um die einzelenen Aktionäre zu schädigen, die kein Insiderwissen hatten. Warum soll Gupta deshalb besser wegkommen, als ein kleiner Ladendieb, der aus Hunger sich kein Essen leisten konnte. Es hingt an allen Ecken und Enden, so wie in Deutschland. Wo die Justiz mit blinden Augen durch das Gesetz rennt.

rainerbarensteiner

16.10.2012, 12:10 Uhr

Es wäre typisch in dieser finanzkriese schuldige wie gupta, nur weil er "fürsprecher" hat,ungeschoren davon zu kommen. und anschließend dann noch einen dicken boni / entschädigung kassieren.bei uns in deutschland kommen sie ja auch alle ungeschoren davon. man muss nur die richtigen leute kennen, oder prominent sein.ich wäre in diesem fall für die höchststrafe !

J.Nufer

16.10.2012, 14:47 Uhr

Was mich wundert, ist die Tatsache, daß nur 2 Kommentare abgegeben wurden, davon 1 er gelöscht. Schade. Aber der Bericht zeigt nun mal klar, das Großkapital der Welt hält zusammen. hoffe die armen Richter werden hier nicht eingeknickt von anderer Seite. Schönen mittag noch

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