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02.03.2012

00:00 Uhr

Insolvente Drogeriekette

Neuer Schlecker-Chef in den Startlöchern?

VonChristoph Schlautmann, Kirsten Ludowig

Berichten zufolge hat die zahlungsunfähige Drogeriekette Schlecker offenbar einen neuen Unternehmenschef gefunden. Die besten Chancen auf den Spitzenposten hat demnach ein ehemaliger Rewe-Vorstand.

Der krisengebeutelte Schlecker-Konzern ist auf der Suche nach einem neuen Firmenchef offenbar fündig geworden. dpa

Der krisengebeutelte Schlecker-Konzern ist auf der Suche nach einem neuen Firmenchef offenbar fündig geworden.

Auf der Suche nach einem Top-Manager ist Schlecker laut „Lebensmittel Zeitung“ fündig geworden: Aussichtsreicher Kandidat für den Spitzenposten bei der insolventen Drogeriemarktkette sei der ehemalige Rewe-Vorstand Stephan Fanderl, berichtet das Fachmagazin. Es würden bereits konkrete Verhandlungen stattfinden, hieß es.

Aus Branchenkreisen erfuhr das Handelsblatt, der 47-jährige Ingolstädter sei schon länger im Gespräch. Von Schlecker hieß es auf Anfrage dazu lediglich: „Zu Spekulationen nehmen wir grundsätzlich nicht Stellung.“ Eine Anfrage beim Schweizer Discounter Denner, für den Fanderl derzeit tätig ist, blieb unbeantwortet.

Dass ein „kompromissloser Wandel“ in der bisher von Patriarchalismus geprägten Führungskultur nötig sei, hatte Arndt Geiwitz, der vorläufige Insolvenzverwalter von Schlecker, erst kürzlich gesagt und hinzugefügt: Die Suche nach einer Ergänzung im Management sei schon weit fortgeschritten. Wer letztendlich Top-Manager bei Schlecker werden wird, hängt aber auch stark davon ab, was mögliche Investoren wollen.

Anton Schlecker, Gründer und bis zur Insolvenz alleiniger Inhaber, wird nicht ins Unternehmen zurückkehren. Welche Rolle Schleckers Kinder Meike und Lars, die beide in der Geschäftsführung sitzen, künftig spielen werden, sagte Geiwitz nicht. Ob die externen Manager, der für das operative Geschäft verantwortliche Thorben Rusch und Finanzchef Sami Sagur, bleiben werden, ist auch offen.

Auf Fanderl, Sohn eines Edeka-Händlers, käme bei Schlecker die Aufgabe des Sanierers zu. Um überleben zu können, müssen gut 2400 Filialen geschlossen und 11750 Mitarbeiter entlassen werden. Wenn das Insolvenzverfahren Anfang April eröffnet wird, soll Schlecker ohne Verluste dastehen. In Branchenkreisen gilt Fanderl als ehrgeizig. „Der kann das, er wäre der Richtige für Schlecker“, heißt es.

Vor seiner Zeit bei Denner war Fanderl Expansionsmanager für Osteuropa bei Wal-Mart. Auch für die Kölner Rewe-Gruppe organisierte er einst den Marsch nach Osten und saß von 2006 bis 2007 im Vorstand - bis er überraschend ging. Um sich „neuen Herausforderungen zu stellen“, wie es damals hieß. Das könnte jetzt wieder der Fall sein.

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