Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.10.2013

11:36 Uhr

Insolventer Baukonzern

Alpine-Gläubiger haben wenig zu erwarten

Der österreichische Baukonzern Alpine ist insolvent und seine Gläubiger wollen ihr Geld zurück. Das aber wird sich wohl sehr lange hinziehen - und am Ende dürfte nicht viel übrig bleiben.

Das österreichische Bauunternehmen Alpine: „Es ist auch davon auszugehen, dass es zu einer Vielzahl von Prozessen kommen wird.“ dpa

Das österreichische Bauunternehmen Alpine: „Es ist auch davon auszugehen, dass es zu einer Vielzahl von Prozessen kommen wird.“

WienDie Gläubiger des insolventen österreichischen Baukonzerns Alpine können sich keine Hoffnung auf eine rasche Rückzahlung ihrer Gelder machen. Nach Einschätzung des Gläubigerverbands KSV dürften Banken und andere Firmen gegenüber Alpine Bau insgesamt Forderungen von rund 3,4 bis rund 3,7 Milliarden Euro anmelden, wie der Verband am Dienstag mitteilte. Bislang habe der Insolvenzverwalter Forderungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro anerkannt. „Der KSV1870 rechnet mit weiteren Anmeldungen“, hieß es in der Mitteilung.

Für die einzelnen Gläubiger dürfte daher nicht viel Geld übrig bleiben. Die Quote werde „aus heutiger Sicht in einer Bandbreite von bis zu zwei Prozent liegen“, erklärte der KSV. Zudem werde sich das Verfahren wohl jahrelang hinziehen. „Es ist auch davon auszugehen, dass es zu einer Vielzahl von Prozessen kommen wird“, erwartet der KSV.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Die Tochter des spanischen Baukonzerns FCC hatte im Juni Insolvenz angemeldet. Dabei handelte es sich um den größten Firmenzusammenbruch der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Alpine hat unter anderem die Allianz-Arena in München errichtet oder war an Großprojekten wie Stuttgart 21 und dem Gotthard-Basistunnel beteiligt.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×