Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.10.2015

13:54 Uhr

Interview im „Handelsblatt Magazin“

Ex-Goldmann Dibelius bricht sein Schweigen

VonThomas Tuma

Lange war es still um ihn. Alexander Dibelius kommentierte weder seinen Abgang als Deutschland-Chef von Goldman Sachs, seinen neuen Job bei CVC noch seinen privaten Rosenkrieg. Im „Handelsblatt Magazin“ gibt er Auskunft.

„Ich will in Deutschland, aber nicht nur dort, mehr Geld investieren.“ Andreas Chudowski für Handelsblatt

Alexander Dibelius

„Ich will in Deutschland, aber nicht nur dort, mehr Geld investieren.“

DüsseldorfEr war schon Herzchirurg, Partner bei McKinsey und zuletzt über 20 Jahre Deutschland-Chef von Goldman Sachs: Vielen gilt Alexander Dibelius als einer der mächtigsten und zugleich härtesten Manager der Republik, Strippenzieher der Deutschland AG und zugleich deren Abwickler. So einer trinkt nicht, schläft nicht und reduziert Milliarden-Entscheidungen auf SMS-Länge.

Der Dibelius, den das „Handelsblatt Magazin“ nun zum großen Gespräch traf, war insofern ein völlig ausgeruhter, jovialer, witziger Mittfünfziger, der sich einen ganzen Vormittag Zeit nahm, Zwischenbilanz zu ziehen. Über die Gründe seines Abschieds von Goldman Sachs, seine Pläne bei der Private-Equity-Firma CVC, bei der er seit Anfang September arbeitet. Die Probleme in den deutschen Vorstandsetagen. Aber auch über den zurückliegenden öffentlichkeitswirksamen Rosenkrieg mit seiner ersten und das neue Glück mit seiner zweiten Frau.

Dass er Anfang des Jahres nach 22 Jahren die Frankfurter Goldman-Dependance verließ, habe einen einfachen Grund gehabt: „Ich wollte nicht als Luis Trenker des hiesigen Investmentbankings enden.“ Den Abgang habe er „absolut freiwillig“ gestartet: „Eigentlich wollte ich schon im Jahr 2012 nach 20 Jahren Goldman gehen, aber damals kam es zu gewissen Veränderungen in meinem Privatleben“, so Dibelius.

Die ebenso kostspielige wie öffentlichkeitswirksame Scheidung von seiner ersten Frau Andrea bilanziert er heute bitter: „Ich habe ein solch intensives Gefühl einer Niederlage bis dahin nur einmal erlebt: Das war 1984, und ich hatte mir bei einem Sturz das Bein gebrochen. Der physische Schmerz damals war nicht so schlimm, weh getan hat die Erkenntnis: Ich bin verwundbar.“

Mit CVC in London möchte der 55-Jährige nun wieder angreifen: „Ich will in Deutschland, aber nicht nur dort, mehr Geld investieren. Dies geschieht auf der Basis einer hervorragenden Performance von CVC in der Vergangenheit.“ Dibelius will „interessante Unternehmen finden und mit diesen dann auch aktiv arbeiten über einen Zeitraum von vier bis sechs Jahren. Das finde ich spannend.“ Ihm selbst habe „eine Guerillatruppe immer schon mehr Spaß gemacht als die gesamte preußische Armee: Eins zu eins, schnelle Entscheidungen, kurze Wege. Da ist doch vieles effizienter.“

Mehr als 30 Jahre sei er „als Dienstleister tätig“ gewesen. „Da kann im Schlussdrittel der professionellen Karriere eine Rolle als Prinzipal eine zeitgerechte Abwechslung und Abrundung sein“, so Dibelius, der einst die Mega-Fusion zwischen Daimler und Chrysler mit einfädelte. Zwar ist er noch heute stolz auf das Projekt, das er aber nach dem unternehmerischen Flop längst auch kritisch sieht: „Vielleicht hätten wir uns als Banker vorher kritischer einbringen können in diesem Fall, aber nachher sind ja alle immer schlauer.“

Interview mit Alexander Dibelius: „Das ganze Leben ist ein Wettkampf“

Interview mit Alexander Dibelius

Premium „Das ganze Leben ist ein Wettkampf“

Neue Frau, neuer Job: Mit 55 wagt Alexander Dibelius, einer der härtesten Manager der Republik, einen Neustart. Im Interview spricht er über schmerzhafte Niederlagen, die Manager von heute und seine Ziele als Investor.

Für die CEOs werden die Spielräume seiner Meinung nach derweil immer enger: „Vorstandschefs stecken heute in einem Netz von Sachzwängen. Das alte So-machen-wir’s-jetzt funktioniert nicht mehr“, so Dibelius

Was er von der Generation Y hält, wie er Elisabeth Schaeffler und Thomas Middelhoff findet, welche Chancen er deutschen Konzernen auf dem Weltmarkt einräumt und wie ihn die Geburt seiner Tochter verändert hat – das verrät er im großen Gespräch mit dem „Handelsblatt Magazin“.

Das komplette Handelsblatt Magazin erhalten Digitalpassnutzer als PDF zum Download, alle anderen im Einzelverkauf digital im Kaufhaus der Weltwirtschaft oder gedruckt ab Freitag als Beilage im Handelsblatt am Kiosk.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

01.10.2015, 15:06 Uhr

Finanziell hatte sich der Wechsel vom einstigen Herzchirurgen in die Finanzbranche für den Alex mit Sicherheit gelohnt.

Darum gilt; Augen auf bei der Berufswahl. Jeder ist sein eigenes Glückes Schmied, und bekommt das was er verdient.

Herr Marc Otto

01.10.2015, 15:12 Uhr

ja, jeder zieht (nach dem Gesetz der Resonanz) das an, was wirklich zu ihm passt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×