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29.09.2013

15:38 Uhr

Interview Manfred Gentz

Der erste unabhängige Kodex-Wächter

ExklusivVor politischen Schnellschüssen in Fragen wie Managementgehältern will Manfred Gentz die Wirtschaft in Schutz nehmen. Der neue Wächter der Regeln guter Unternehmensführung will die Bedeutung der Kommission hochhalten.

Neuer Wächter über gute Unternehmensführung: Manfred Gentz. Pressebild

Neuer Wächter über gute Unternehmensführung: Manfred Gentz.

BerlinDer neue Vorsitzende der Corporate Governance Kommission, Manfred Gentz, fordert Regierung und Politik auf, die Unabhängigkeit der Kodex-Kommission zu respektieren. „Die Politik sollte keinen Einfluss auf Meinungsbildung und Entscheidungen nehmen. Und bevor die Politik in Zukunft zu neuen gesetzlichen Regelungen kommt, die meist Schnellschüsse sind, sollten wir darüber reden“, sagte Gentz dem Handelsblatt (Montagausgabe). Das gelte auch für die Zusammensetzung des 2001 gegründeten Gremiums.

Die Kommission unterbreitet Vorschläge, wie Aktiengesellschaften mit bestimmten Streitfragen etwa bei Managervergütung oder Interessenskonflikten umgehen sollen. „Würde der Justizminister versuchen, auf die Auswahl der Mitglieder Einfluss zu nehmen, würden wahrscheinlich Parteien anschließend versuchen, selbst Einfluss zu nehmen. So aber hat es politischen Druck auf die Kommission nie gegeben.“ Die jeweils amtierenden Justizminister hätten sich immer an die Vorschläge aus der Kommission zur Besetzung gehalten.´

Gentz übernimmt am Montag die Führung der Corporate Governance Kommission. Vorgänger und Commerzbank-Chefaufseher Klaus-Peter Müller hat dazu in die Repräsentanz seiner Bank am Brandenburger Tor in Berlin eingeladen. Gentz wird sich andere Räumlichkeiten suchen müssen. Er ist der erste voll unabhängige Kodex-Chef, er hat alle Unternehmensmandate abgegeben. Auch deshalb wollte er die Kommission zunächst nicht führen, sieht sich nun aber in der Pflicht.

„Letztlich habe ich mich sogar wegen der Kritik, die Kommission sei überflüssig geworden, überzeugen lassen, den Vorsitz zu übernehmen.“ Laut Gentz, der fast sein ganzes Berufsleben als aktiver Manager beim Autokonzern Daimler verbrachte, bestand „durch die lange Suche die Gefahr, dass die gesamte Kommission zum Erliegen kommt.“

Ein weiteres Handikap war die Finanzierung. Gentz hat nicht wie Müller oder dessen Vorgänger Gerhard Cromme einen Konzern im Hintergrund. Künftig liegt die Geschäftsführung aber beim Deutschen Aktieninstitut, das auch für die Finanzierung sorgt.

Von

fo

Kommentare (1)

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Rechner

29.09.2013, 23:23 Uhr

O-Ton Oliver Stock
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Ich möchte es Ihnen möglichst leicht machen, Ihre Meinung hier niederzuschreiben, denn wir bei Handelsblatt Online sehen uns als Plattform für Diskussionen.
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Wirklich?

Und deshalb sind wohl bei den Artikeln "Rechtsruck in Österreich", "Rechtsruck als Weckruf" und "Unsere rechten Nachbarn" die Komnmentarfunktionen abgeschaltet worden.

Selten so gelacht.

Offensichtlich werden unliebsame Kommentare befürchtet - und schon ist Schluß mit der "Plattform für Diskussionen".

...

Ich verstehe ja, daß Sie nicht von den Schergen des BRD-Regimes ins Gefängnis geworfen werden wollen wie der Journalist Axel Möller, der wegen der Veröffentlichung verbotener Meinungen und Leserkommentare zu 30 Monaten verurteilt wurde.

Aber dann sollten Sie die Einschränkungen unter der Sie in der BRD arbeiten müssen auch wenigsten offen zugeben.

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